Kein Systemwandel

WAHLEN IN DREI DER FÜNF NEUEN LÄNDER Die andere Symmetrie der Machtverteilung
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Nach der Volkskammerwahl im März 1990 behaupteten Beobachter, in der DDR hätte sich, gleichsam spontan, die Struktur des westdeutschen Parteiensystems durchgesetzt. Tatsächlich hatten Parteien-Vereinigungen im Sommer und Herbst 1990 die eigenständige Existenz der ostdeutschen sozialdemokratischen, christdemokratischen oder liberalen Parteien beendet. Seit damals haben sie den Status von Landesparteiorganisationen der jeweiligen Bundespartei. Die Bundestagswahl im Dezember 1990 bestätigte die Angleichung: CDU/CSU, SPD und FDP erwiesen sich als stärkste gesamtdeutsche Parteien, nur der rechtskonservative Sprössling der CSU, die DSU, verschwand in der Bedeutungslosigkeit. Zwei Parteien störten den erhebenden Prozess: PDS sowie - bis 1993 - Bündnis