RE: Der innere Frieden | 30.05.2020 | 14:16

Ein tolles Thema. Guter Kommentar.

Das Trauma gibt es! Auch ein Grund mehr Erinnerungskultur zu bewahren.

Beim Familientreffen mit den Kinderfamilien, erzählte ich neulich von meinen Grossvätern und ihren Eindrücken als Soldaten der Wehrmacht. Wie sie wegen meiner Kinderfragen damals in den 1960er Jahren weinten. Wie sie erzählten, wenn Kameraden starben, wenn Partisanen gejagt wurden und wenn keine Gefangenen gemacht werden durften!

Mit ihren manchmal kriegsversehrten Nachbarn (fehlendes Bein, Arm oder Auge, erfrorene Ohren, Nasen, Finger oder Zehen) sprachen sie nie über die KZs, die Heeresgruppe Mitte, Kursk oder Stalingrad...nur über das Wetter des aktuellen Sommers! Meine Kinder verstanden gut, warum bis 1945 die Welt aus den Fugen war.

Meine älteren Lehrer waren Täter oder Opfer oder beides. Sie waren alle postdramatisch krank.

Obwohl ich im kalten Krieg überzeugter Wehrpflichtiger war, bin ich, wegen dieser Grossväter, heute überwiegend Pazifist und besuche gerne ein KZ zu Erinnerung. Wir dürfen nichts vergessen.

Es ist die tiefe Einsicht, dass das, was die Grossväter erlebten oder taten, in meinem Land nie wieder jemand durchleben soll!

RE: „Kommunizieren, was wir nicht wissen“ | 30.05.2020 | 13:58

Danke an Frau Hammel. Gute Gedanken.

Vielleicht sind Verschwörungstheorien das Produkt mangelhafter Kommunikation der Politik, Missbrauch durch Populisten, sozialer Schere plus fehlendem gesellschaftlichem Konsens aus denen Ängste entspringen.

Wie bei Corona machten wir doch die gleichen Erfahrungen mit der Flüchtlingewelle 2015. Man kann das schon im Wording festmachen: Für mich war es eine Flüchtlingswelle, ausgelöst durch Verwerfungen im Nahen Osten und Afrika als Fehler des Westen, verbunden mit der Chance die Menschen hier Lohn und Brot zu geben, sie später auch wieder in ihre Heimatländer ziehen zu lassen, sofern befriedet. Andere konstruierte eine Flüchtlingskrise, die Deutschen die Arbeit wegnimmt, zu hohen Kosten und zu einer "völkischen Überfremdung" führte. Alles stimmte nicht und der Schwarze ehemalige Asylant, der in meinem REWE-Getränkemarkt Schichtleiter ist, lächelt immer freundlich und leitet die "deutschen Kollegen" zur Arbeit an.

Die Politik muss Ängste abbauen. Das geht über Grundeinkommen, Grundrente, fairen Löhnen, Teilhabe und Lebenspersektiven. Dahinter stehen Umverteilungen und die Einsicht zukünftigen Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.

Eine Welt ohne Ängste. Es ist einfach!

RE: Grundeinkommen – es ist Zeit! | 30.05.2020 | 11:53

Die Diskussion muss nun in Gesetze gegossen werden. Hartz4, Grundrente und Grundeinkommen müssen ein Guss werden statt Stückwerk.

Nach Corona werden Arbeitsabbau, Automatisierung und Industrie 4.0 Fahrt aufnehmen. Die Binnennachfrage bleibt wichtiger Motor der Wirtschaft und in den unteren Lohngruppen herrscht Angst. Wir brauchen jetzt eine ganzheitliche soziale Lösung ehe uns die Dinge um den Kopf fliegen.

RE: Einmal Corona und zurück | 09.05.2020 | 19:22

Die Meisten halten die Lockdown-Disziplin einfach nicht durch. Die disziplinierten findet man übrigens in allen Altersklassen. Freiheit siegt erst einmal. Vorläufig.

Dies ist aber auch ein Zeichen des Kritischen gegenüber dem Autoritären und dies spricht für die politische Gesellschaft. Das begrüsse ich sogar im Prinzip.

Fraglich ist aber die konsumbedingte Verweichlichung: Muss man in diesen Zeiten in eine Mall, auf Grossveranstaltungen, in den Gottesdienst, in Urlaub in die Türkei? Wenn man vernünftig ist, jetzt nicht.

Was immer wird. Cov2 macht die Regeln. Unser Freiheitsdrang könnte Cov2 gefallen.

RE: Freilicht-Freiheit | 09.05.2020 | 19:12

Wenn dann mit EAutos und Steckdose.

RE: Rettet die Boni der tapferen Autoindustrie! | 09.05.2020 | 19:08

Wenn wir dies mit der Klimadebatte verbinden wäre es gut: eAutos, eBikes, eMotorräder, eBusse oder eLKW. Das alles ja und die Bandbreite der Anbieter wäre grösser. Verbrenner sind falsch.

Zudem werden Kurzarbeiter, die vor kurzem ihre Diesels verschottet haben, kaum Autos kaufen wollen. Gucksdu VDA.

RE: Falsche Mythen | 09.05.2020 | 19:03

Ich habe von Weizäcker immer unter dem Aspekt der Entnazifizierung kritisch gesehen. Wahrscheinlich war er auch daher so beliebt. Andere BP waren stiller, aber hatten mehr Deutungsmacht. Man denke nur mal an Heinemann oder Herzog.

RE: Wir müssen auch nicht immerzu verreisen | 01.05.2020 | 17:58

Sehr schön selbstveobachtet. Die Entschleunigung tut sogar gut! Einfache Mahlzeiten sind wunderbar.

Die Kinderfamilien nicht treffen zu können tut weh. Vor allem die kleinen Kinder und die ganz Alten sind Opfer der notwendigen Massnahmen. Doch die meisten denken an das alte, vermisste Brot-und-Spiele-Prinzip. Jenes Opium, was vom Nachdenken ablenken soll. Wie dekadent oft...

Und die Sehnsucht nach Urlaub nervt. Gott bewahre uns vor Flugreisenden. Die Reiserouten von Cov2 sind Flughäfen.

Wenn gelockert würde, könnten die Bürger, manche erstmals, Deutschland entdecken! Oder man macht eine Radtour oder ein Picknick. In alldem sehe ich nur Sicherheiten.

RE: Autos first, Klima second | 01.05.2020 | 17:47

Die Methoden des Erfolgs von gestern, werden die Gründe des Scheiterns morgen sein. Unsere Ökonomie und die Klimapolitik müssen neu gestartet werden. Wir leben egoistisch auf Kosten zukünftiger Nachkommen. Pfui.