Big Money, what is next?

US-Dollar Keynes und sein Weitblick, über das Versagen der US-Volkwirte ab Bretton Woods und das Ausweichargument "Neoliberalismus"
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Nassem Taleb hat im Buch "Der schwarze Schwan" zeitgleich zur Krise 2008 bis 2010 das Thema auflagenstark aufgegriffen. Rein statisch wird es immer wahrscheinlicher, aber : Wir tun auch wenig propylaktisch dagegen. Bankenregulierung a la Basel? Lenkung des Kapitals über Steuern in die Gesellschaft? Steueroasenaustrockung? Steuerregulierung zur Abschöpfung von Vermögensdivergenzen? Weltindexleitwährung?

John M. Keynes würde heute sagen, langfristig sind wir alle tot, aber ein paar sollte früher von uns geben. Wären ja auch wenige.

Solange sinnfrei buchhalterische Renditewünsche, eine Wertschöpfung der realen Wirtschaft übersteigen, kommen die Einschläge näher, schneller und öfters kommen. Einschläge wollen meiner Erfahrung nach immer Recht behalten. Physikalisches Gesetz.

Den ganzen Wahnwitz kann man auch anhand der Währungreserven in US-Dollar definieren. Dieser besteht aus einer Währungsschuld. Keynes wollte diese Gefahr in Bretton Woods 1944 verhindern und stattdessen eine Indexwährung ohne nationale Vorteile oder Risiko einsetzen. Also jede Währung wird an jeder anderen Währung gemessen als Index. Die USA wollten so etwas wie eine Kriegsreparation 1944. Im Gefolge des verlorenen Vietnamkrieg setzten die USA die Goldverpflichtung aus, weil sie damals schon Pleite waren (und den ein oder anderen Konflikt wagen oder zu viel Geld für nationale Rüstung ausgeben, um die nationale Wirtschaft zu stimulieren. Man könnte auch sagen zu reanimieren, demnächst.).

Währungschuld also! Wenn China, nach und nach, aber in kürzerem Zeitraum, seine US-Dollars in den Markt pumpen würde, müssten die USA das Gelddrucken anfangen. In so einem Szenario würden immer mehr Länder Dollar anbieten. Gelddrucken würde dann so viel ausmachen, wie Reichsmark-Drucken nach 1935. Ohne einen einzigen Schuss hätte China die USA und ihre Militätmacht hingerichtet. Nicht das ich das gutheissen würde, es zeigt nur wie schizophren unser Kapitalismus ist, hinsichtlich seiner Zerstörungswirkung durch Märkte.

Die Pax Americana gilt nicht mehr und es steht zu erwarten, das noch viele Stürme kommen. Einer schlimmer als der andere. Für die, die dann noch hingucken können, wird es nicht schön sein. Aber wir hätten es wissen können.

PS: Neoliberalismus entstand aufgrund der Erkenntnis dessen und Fehleinschätzungen des Systems genau dort. Bestes Bild das ist: Der erste Besuch Richard Nixon in China, rein unter ökonomischer Reflexion. Ich denke mal Donald Trump weiss noch nicht einmal, warum ich das sage, was er auch nicht für so eine tolle Idee halten könnte. Er würde es nie verstehen. Faktisch brauchen die USA eine Menge eigener Antworten auf diese Fragen. Mit Druck auf die verbündeten Europäer zuzugehen, ist Teil einer fehlerhaften Strategie. In einer globalisierten Wirtschaft kann man nur gemeinsam handeln. Denn am Ende, dann erstmals seit 1944, steht man auch als USA nur noch ohne Freunde dar.

PPS: Das ist noch nicht das Ende des Kapitalismus. Dem folgt die chinesische Variante. Ob es dann Menschen gibt, die Marx oder Keynes lesen können? I don't know....

19:59 16.02.2020
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