Deutsche werben Deutsche

Kampagnenkritik Die Schweizer Urlaubsregion Graubünden sucht deutsche Gäste mit einem ausgeklügelten Botschafter-Programm: Wer Freunde hinschickt, darf drei Monate im Chalet residieren

Die Ausschreibung klingt verlockend: „Graubünden-Botschafter für Sommerresidenz 2012“ gesucht. Anmelden, Punkte sammeln und nächsten Sommer drei Monate in einem Chalet mit alpinem Bilderbuchausblick verbringen – das und noch viele Preise mehr verspricht die Webseite von „Graubünden Ferien“, einem Verein, der die Schweizer Tourismusregion bewirbt.

Die Kampagne, die sich explizit nur an Deutsche richtet, findet zum zweiten Mal statt. Bereits vergangenes Jahr wurden 19 Botschafter aus Deutschland ausgezeichnet, Markus Havrda avancierte gar zum „Super-Botschafter“. Alle haben auf botschafter.graubuenden.ch ihre Adressen hinterlegt und fleißig Punkte gesammelt. Indem sie bei Monatsaktionen auf der Webseite mitspielten, Freunde einluden oder eigene Übernachtungen respektive solche von Bekannten in Graubünden vorweisen konnten. Super-Botschafter Havrda etwa konnte 104 Übernachtungen auf seinem Konto verbuchen.

Der Tourismusverein bezeichnet sein Botschafter-Programm als „spielerische“ Form, wie Deutsche die Schweiz als Urlaubsregion kennen lernen können. Profis würden wohl von „Incentivierung mit Social-Media-Aspekten“ sprechen. Das Prinzip, dass Kunden andere Kunden werben und sie so in die Community holen, ist nicht ganz neu. Viele Werber träumen von ihrem eigenen kleinen Facebook. In diesem Fall heißt das Prinzip „Deutsche werben Deutsche“. Das funktioniert in überschaubarem Maßstab, bis dato haben sich 703 Kandidaten für das Botschafter-Amt aufgestellt.

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