Fall eines Teeniestars aus jugendlicher Sicht

Justin Bieber? Wer? Nach einer nachdenklich stimmenden Unterhaltung mit Jugendlichen zum Thema Justin Bieber bat ich darum, doch einen Artikel über das Thema zu verfassen.
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Autorennen unter Drogeneinfluss, Drogen- Spürhunde im Privatjet, Übergriffe auf einen Chauffeur, Konflikte mit Nachbarn, unzählige Gerichtstermine – man könnte meinen, es handle sich um Stichpunkte aus einem Drehbuch eines neuen Films, der für Zuschauer im Teenageralter bestimmt ist. Damit liegt man allerdings falsch, es sind Etappen aus dem Leben eines erst 19 jährigen Kanadiers.

Ein solcher Lebensweg gehört im realen Leben zu jenen, vor dem unzählige Eltern ihre Kinder warnen bzw. den Kontakt zu Jugendlichen, die so skandalbehaftet sind, unterbinden. Genau das durchlebt gerade der in Amerika lebende Teenie-Star Justin Bieber in seiner Wahlheimat, denn die oben genannten Straftaten gehen auf sein Konto, und die daraus resultierenden Folgen ließen nicht lange auf sich warten.

Eine Freundschaft kommt an ihre Grenzen

Einige können sich vielleicht noch an den Film „Karate Kid“ mit Jaden Smith in der Hauptrolle und dem Soundtrack zum Film „Never say Never“ erinnern. Der Song wurde von Jaden Smith und Justin Bieber aufgenommen, und aus dieser Zusammenarbeit soll sich eine Freundschaft zwischen den beiden Jungstars entwickelt haben.

Doch damit ist jetzt Schluss. Will Smith soll seinem Sohn den Umgang mit Justin Bieber verboten haben. Grund dafür dürfte mitunter sein, dass erst Genannter einer von Justin´s Förderern ist, somit in engem Kontakt mit ihm steht, und ohne dem Klatsch und Tratsch Beachtung schenken zu müssen, genau wissen wird; was sich bei Justin daheim wirklich abspielt. Dass Jaden Smith auf Grund dessen den Kontakt zu seinem einstigen Freund abbrechen soll, führt drastisch vor Augen, wie schlimm es um den einstigen Teenie-Star steht.

Das Verbot breitet sich aus

Will Smith´s „Bieber-Verbot“ war aber nur der Anfang. Dieses „Verbot“ soll nun - wenn es nach der Meinung vieler Mitbürger geht - über das ganze Land Amerika ausgesprochen werden. Mit Hilfe einer Online-Petition soll dafür gesorgt werden, dass Justin Bieber seine Aufenthaltsgenehmigung verliert und dadurch des Landes verwiesen wird. Die momentane „Dafür-Nadel“ liegt bei 100.000 Menschen was bedeutet, dass US-Präsident Barack Obama offiziell dazu Stellung beziehen muss. Damit hat das Staatsoberhaupt von Amerika wohl nicht so schnell gerechnet.

Wir wollen, dass der gefährliche, rücksichtslose, zerstörerische und Drogen missbrauchende Justin Bieber aus den USA abgeschoben wird“, heißt es in der Petition. „Er gefährdet nicht nur die Sicherheit unseres Volkes, sondern hat auch einen schrecklichen Einfluss auf die Jugend unserer Nation.“

Jetzt mag man sich vielleicht an die Online-Kampagne auf der Online-Plattform "Open Petition" gegen Markus Lanz erinnern. Auch diese bekam viel Zustimmung, doch Angela Merkel hat bis heute keine öffentliche Stellungnahme abgegeben. Wieso muss Herr Obama sich dann öffentlich äußern, wenn das Themengebiet identisch ist?

Anderes Land andere Sitten

Wenn bei einer Petition über 100.000 Menschen für eine Abschaffung oder Ähnliches stimmen, ist es in Amerika – anders als in Deutschland - Pflicht, dass sich die Regierung öffentlich dazu äußert. Deshalb muss sich Barack Obama neben vielen wichtigen Entscheidungen nun auch damit beschäftigen. Das Statement steht momentan allerdings noch aus. Womit ein weiterer Knackpunkt aufgewiesen wird: Es gibt keine Frist, bis wann eine Stellungnahme von Herrn Obama ausgesprochen werden muss. Vielleicht kommt sie in den nächsten Tagen, es kann aber genau so gut sein, dass man sich noch einige Jahre gedulden muss, bis man zu dem Thema aus dem weißen Haus etwas zu hören bekommt. Bis dahin weiß wahrscheinlich schon niemand mehr, wer Justin Bieber war.

Was vom Leben übrig bleibt

Die Story mag eine von vielen sein und solche Geschichten wird es auch in Zukunft geben. Doch sind es gerade die Stars und Sternchen, die auffallen, wenn sie aus der Spur laufen. Das Medieninteresse ist nicht nur groß, wenn ein neuer Star geboren wird, es ist mindestens genauso präsent, wenn ein Stern vom Himmel fällt. Verglüht der Stern gar, weil er nicht lebensfähig ist (Oh man, wieder diese Elternstimmen, achte auf Dein Leben ; siehe Schumacher, das Leben ändert sich rasant), wird die anschließende verwandtschaftliche Schlacht um das „kalte Buffet“ bis ins kleinste Detail dokumentiert und kommentiert.

Diese Berichte dienen in erster Linie dazu, die Neugier des Menschen zu befriedigen, aber vielleicht kommt der ein oder andere Jugendliche zum Nachdenken, wenn die Häufigkeit abstürzender Idole signifikant in die Höhe schnellt.

Ein Zitat von unbekannter Stelle zum Nachdenken: “ In der Regel verbringt man die ersten Jahre des Lebens damit, sich die letzten zu verbauen.“

20:48 10.02.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Ausgabe 25/2018

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