Im nächsten Leben werde ich ein Mann!

Gerechtigkeit? Eine Begegnung
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Am geöffneten Kofferraum ihres Wagens stand heute Morgen eine gutaussehende Frau, etwa Mitte dreißig. Ich grüßte von der Haustür aus und schüttelte meine Fußmatte aus. „Mal den ganzen Sand loswerden, nicht?“, meinte sie freundlich. Ich sah, wie sie aus einem größeren Behälter eine rosa Flüssigkeit abfüllte. `Wahrscheinlich eine Reinigungskraft`, dachte ich mir. Als ich kurz darauf mit Abfall-Tüten zur Garage ging, hörte ich sie telefonieren. „Ich bin es leid ... ,“ drang es zu mir herüber. `Wahrscheinlich hat sie Ärger mit ihrer Firma`, vermutete ich.

Auf dem Rückweg zur Haustür sah ich, dass sie aufgehört hatte zu telefonieren und sich, bepackt mit Putz-Utensilien, auf den Weg machte. Sie kam vorbei und beklagte sich: „Da ruft mein Mann an und will wissen, was es zum Mittagessen gibt! Müssen wir Frauen denn alles machen? Die Kinder zur Schule bringen, dafür sorgen, dass sie alles, was sie brauchen, dabei haben, waschen, einkaufen? Also: Im nächsten Leben werde ich bestimmt ein Mann!“

Dieser Satz ging mir heute nicht aus dem Kopf. Er klang so, als wäre es für sie eine Selbstverständlichkeit, dass sie ein solches nächstes Leben haben würde.

Ich würde sie gerne danach fragen.

21:29 22.01.2013
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