Bahn: Mail-Verkehr von 70.000-80.000 Mitarbeitern überwacht

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Die Sonderermittler bei der Bahn informieren in ihrem vorläufigen Bericht über eine systematische Überwachung des Mail-Verkehrs von 70.000 bis 80.000 Mitarbeitern. Täglich sollen etwa 150.000 Mails kontrolliert worden sein, schreibt die Süddeutsche Zeitung auf ihrer Webseite. Dass auch Streikaufrufe von GDL-Mitgliedern nicht beim Empfänger landeten zeigt wieder einmal deutlich, dass wir dringend ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz brauchen, damit der demokratische Sektor in unserer Gesellschaft nicht am Werkstor endet. Aber auch nach dem unzureichenden BDSG ist die Unterdrückung von privaten E-Mail bereits ein Eingriff in das Fernmeldegeheimnis. Evtl. ist sogar die Hausdurchsuchung bei dem Verkehrswissenschaftler Gottfried Ilgmann, einem Kritiker des geplanten Börsengangs der Bahn, darauf zurückzuführen sei, dass Ilgmann mit Bahn-Mitarbeitern per Mail in Kontakt stand. Bahnchef Mehdorn kann jetzt wohl langsam seine Sachen packen.

09:56 30.03.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

globi09

Ich war Betriebsrat in einem großen deutschen IT Unternehmen und setze mich für Datenschutz und gegen die zunehmende Datensammelwut in der Wirtschaft und gegen die Überwachungsgesetze des Staates ein.
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare 2