Keine Werbung für die Bundeswehr

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Unter diesem Motto haben das Berliner Bündnis „Schule ohne Militär“ und "Aktion Freiheit statt Angst" e.V in einem offenen Brief an die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die S-Bahn Berlin GmbH gefordert, dass die Unternehmen nicht weiter für eine „Karriere“ bei der Bundeswehr Werbung machen. Der Brief nimmt vor allem den Spruch „Zukunft gestalten“ aus der Bundeswehrwerbung aufs Korn und führt aus:

Welche Zukunft ist hier gemeint?
Handelt es sich um die statistisch gesehen verkürzte Zukunft des Bewerbers, der bei der Bundeswehr die Möglichkeit erhält früher zu sterben oder verstümmelt zu werden?
Oder ist es die Zukunft der Bewohner ferner Länder, die wir, wie in Kunduz, durch Bombardierungen verkürzen? 1)
Vielleicht handelt es sich auch um die Zukunft derjenigen, die in Schlauchbooten versuchen Europa zu erreichen und sich plötzlich hochgerüsteten FRONTEX Schnellbooten gegenüber sehen. Sie erhoffen sich ein menschenwürdiges Auskommen zu erlangen, nachdem in ihren Ländern kein Geld mehr vorhanden ist, weil unsere „erfolgreiche Wirtschaft“ 2) ihren korrupten Machthabern genügend Gewehre, Geschütze und Militärtransporter aufgeschwatzt hat, wodurch diese nebenbei, wie u. a. in Tunesien und Ägypten, zu Milliardären aufstiegen. Vielleicht kommen sie aber auch nur aus einem Land vor dessen Küste europäische oder japanische Fischfabrikschiffe ihnen den letzten Fang weggefischt haben. 3)

Der offene Brief schließt mit den Forderungen:

  • keine Werbung für militärische Konfliktlösungen
  • keine Werbung für ein persönliches Engagement in militärischen Verbänden
  • stattdessen Einsatz für zivilgesellschaftliches Engagement zur Lösung von Problemen auf der Welt

Wir fordern die Verantwortlichen bei den Berliner Verkehrsbetrieben auf, in ihren Zügen und auf ihrem Gelände zukünftig keine weitere Werbung für die Bundeswehr zu gestatten.

Mehr dazu bei www.aktion-freiheitstattangst.org/presse/pressemitteilungen

09:58 11.06.2011
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Geschrieben von

globi09

Ich war Betriebsrat in einem großen deutschen IT Unternehmen und setze mich für Datenschutz und gegen die zunehmende Datensammelwut in der Wirtschaft und gegen die Überwachungsgesetze des Staates ein.
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