Der Teufelskreis aus HIV/Aids, Armut und mangelndem Zugang zu Bildung

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Bildung kann vieles sein, deshalb zur Verdeutlichung: Eine Primärbildung befähigt Kinder ganz praktisch dazu, Informationen überhaupt zu lesen und zu verstehen. Weniger greifbar, aber gleichwohl nachweisbar ist der Einfluss von Bildung auf die Möglichkeiten der weiteren persönlichen Entwicklung und die Fähigkeiten, selbstbestimmte und „gesunde“ Entscheidungen zu treffen – in der Schule lernen Kinder, sich zu artikulieren und Bildung verringert Abhängigkeiten.

30 Jahre nach der Entdeckung von HIV/Aids sind heute weltweit ca. 40 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, bereits 25 Millionen sind infolge von Aids gestorben. Im südlichen Afrika liegt das Epizentrum der Pandemie.

Neueste Untersuchungen zeigen, dass global und auch im südlichen Afrika die Infektionszahlen insgesamt zurückgehen. Gleichzeitig können immer mehr Menschen mit antiretroviralen Medikamenten erreicht werden, die nach einer HIV-Infektion den Ausbruch von Aids verzögern können – eine gute Nachricht, die jedoch nicht darüber hinweg täuschen darf, dass heute im südlichen Afrika bereits 22,5 Mio. Menschen mit HIV infiziert sind, von denen derzeit immer noch nur ca. 37 %Zugang zu einer solchen Behandlung haben. Die Zahl der Aids-Waisenkinder dort wird angesichts weiterer Aids-Verstorbenen in den nächsten Jahren unweigerlich steigen. Diese Kinder sind gegenüber der Krankheit und ihren sozio-ökonomischen Folgen am Wehrlosesten.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich verschiedene Herausforderungen: Zunächst einmal müssen die HIV-Infektionsraten weiter gesenkt werden. Außerdem müssen die betroffenen Menschen und Gemeinschaften in der Bewältigung der HIV/Aids-bezogenen Folgen unterstützt werden. Dabei sollte ein besonderer Fokus auf die verwundbarsten Aids-Waisenkinder gelegt werden.

Primärschulbildung wird in einer Vielzahl von Studien als entscheidender Faktor für eine erfolgreiche HIV-Prävention anerkannt. Sie ist einerseits eine unmittelbare Voraussetzung für das Verstehen von Informationsmaterialien und andererseits ein elementarer Baustein der selbstbestimmten, sozialen und ökonomischen Entwicklung von jungen Menschen.

Doch der Zugang zu Primärbildung bleibt nach wie vor eine Illusion für viele Kinder, die in besonders stark von HIV/Aids betroffenen Gebieten leben. Der Grund liegt darin, dass mit HIV infizierte Familienmitglieder häufiger erkranken, der Pflege bedürfen und nach Ausbruch der Krankheit nicht mehr in der Lage sind ihre Familien zu versorgen. Dadurch können Kinder nicht in die Schule gehen, weil ihnen einerseits schlicht das Geld für Gebühren und Unterrichtsmaterialien fehlt oder sie andererseits selbst arbeiten müssen, um ihre Familien zu unterstützen. Die fehlende Primärbildung macht die Kinder und Jugendlichen anfälliger für eine HIV-Infektion, da sie durch herkömmliche Präventionsmaßnahmen schwer zu erreichen sind. Gleichzeitig sind ihre Möglichkeiten, eine eigenständige und selbstbestimmte Entwicklung zu genießen, eingeschränkt – es gibt eine größere Tendenz zu risikoreichem Verhalten.

Um den Teufelskreis aus HIV/Aids und Armut durchbrechen zu können, muss der Bildungszugang verbessert werden. Die Gruppe der 5 bis 14-jährigen ist am wenigsten von HIV betroffen. Wird diesen Kindern ein Bildungszugang ermöglicht, können sie effektiv auf die risikoreiche Zeit als junge Erwachsene vorbereitet werden.

Mehr Informationen zu den oben genannten Zusammenhängen gibt's auf der Kampagnenseite.

Lys Kulamadayil, BreakTheCycle-Kampagnenteam

13:13 22.11.2011
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Go Ahead! - Bildung schafft Zukunft

Informieren statt wegschauen! BreakTheCycle informiert über den Teufelskreis aus HIV/Aids, Armut und mangelnden Bildungszugang im südlichen Afrika.
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