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Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
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goch
RE: Oskar Lafontaine: Dortmunder, LINKE wählen! | 25.08.2012 | 15:50

Ebenfalls, danke für den ausführlichen Bericht. Als Bochumer habe ich auch in meiner Lokalpresse (WAZ) natürlich nichts über Lafontaines Auftritt gelesen.

Es macht mich schon nachdenklich, wie wenig tatsächlich über inhaltliche Positionen der Partei die LINKE auch auf lokaler oder regionaler Ebene berichtet wird.

Um so wichtiger finde ich solche Artikel wie deinen, die diese Lücke hervorragend füllen.

Nochmals danke!

RE: 2 Weltnachrichten | 08.08.2012 | 17:01

Man hat´s als Rechter in den USA auch nicht leicht alles immer mitzubekommen. Ob Scheichs, Islamisten oder Terroristen - vor Homeland-Security sind sie alle gleich verdächtig. Wie schön war es doch in der guten alten Zeit des Vietnam-Kriegs. Da war jeder tote Vietnamese ein Vietkong.

Die neuen Supermächte - allen voran - die Chinesen , da stimm ich dir zu - scheinen sich bevorzugt in Afrika zu positionieren. Das könnte das endgültige Aus für billige Rohstoffe für den Westen bringen.

Für die rohstoffarmen europäischen Staaten könnte das tatsächlich ein Problem werden. Das alte Spiel die Schuldenspirale Afrikas zu nutzen, um die Rohstoffpreise billig zu halten, könnte demnächst zu Ende sein.

Unsere wackelige Energiewende ist denke ich tatsächlich der zentrale Punkt der zukünftigen Entwicklung der europäischen Wirtschaft, allerdings muss er mit Resourcenschonender oder einsparender Produktion gekoppelt werden. Ansonsten ist es nur ein weiteres Feld der Profitgenerierung.

RE: 2 Weltnachrichten | 08.08.2012 | 15:48

Lieber h.yuren

Ich glaube, dein Versuch mit KWA zu diskutieren ist vergebliche Liebesmühe.

Ich stimme deiner Einschätzung zu, dass das exessiv waffenfixierte Denken der US-Amerikaner dem militärisch-ökonomische Denken und Handeln der USA entspringt.

(Glorifiziert und quasi entschuldigt durch den Gründungsmytos)

Mir fehlt aber der Aspekt, dass ein Land, dass rigoros die öffentliche Daseinsvorsorge autsourct bzw. dem individuellen Handeln überlässt, emotionale und geistige Verarmung oder Verwahrlosung produziert, für die die verschiedenen Amokläufe ein Symptom von vielen sind.

Interessant ist das Verhältnis zwischen Amokläufen und Terrorismus.

Erscheinen Amokläufe noch als "unpolitisch" nichtsestotrotz als "wahnsinnige" oder unbegreifliche Tat, wird dem Terroristen ein "poltisches" Wollen unterstellt, wobei häufig bei genauerer Beschäftigung mit dem Hintergrund der Inlandsterroristen durchaus persönliche Motive , wie Krisen oder soziales Außenseitertum etc. deutlich werden. Sich also die politische Motivation in ähnlicher Weise "begreifen" lässt, wie die des Amokläufers.

RE: Die Linke: Die mediale Achterbahn | 07.06.2012 | 21:16

Vorweg, ich finde deine Beiträge sehr interessant und substanziell. Also danke für diese Info-arbeit!

@RedBavarian:Was nicht gekauft und nicht gelesen wird, das bringt keinen Profit und transportiert keine Unternehmeransichten. Außer ein Unternehmer produziert dergestalt auf gut Glück, aber welcher Unternehmer tut das.
Wo nur noch Monopol-Zeitungen in der Region vorhanden sind und sich die noch vorhandenen nur marginal unterscheiden und dem neoliberalen Konsens huldigen, werden die Zeitungen gekauft, da es eh keine Alternative gibt . Außerdem bringen die anzeigenerlöse ja eh über 50% der Einnahmen.

@RedBavarian:Es geht um Inhalte, um Methoden Stil in Politik und Auftreten, und um Eignung. Oskar Lafontaine hat seine Leistungen und Qualitäten als Pionier, als Wahlkämpfer und als Erfahrungsträger im Politikbetrieb. Aber für den aktuellen Parteivorsitz erscheint mir Katja Kipping geeigneter. Wer halt die Partei solide nach außen und integrativ nach innen vertritt, mit dem Profil einer pluralen, offenen und modernen linken Partei.
Für den Wahlkampf 2013 braucht die LINKE Oskar und Gregor und die kollektive Führung. Sie sprechen unterschiedliche Wählerschichten an und können alles mobilisieren , was für die LINKE mobilisierbar ist. Auch ich halte Katja für eine hervorragende Wahl, da sie inhaltlich und persönlich sehr überzeugend ist und für Wählerschichten wählbar ist, die die LINKE sonst nicht oder kaum ansprechen würden.
Riexinger ist wichtig, weil er in die Gewerkschaften reinwirkt und die Gewerkschaften sich in der LINKEN repräsentiert sehen, was durchaus auch Auswirkungen auf die Wahlentscheidung der Gewerkschafter hat. Das Bündnis mit den fortschrittlichen Teilen der Gewerkschaften wird , m.E. stark unterschätzt.

@RedBavarian:Die Rede von Gregor Gysi beim Göttinger Parteitag kann ich nachfühlen, die Rede von Oskar Lafontaine befremdet mich jedoch einigermaßen. Ich habe den starken Eindruck, dass Oskar Lafontaine im Gegensatz zu Gregor Gysi mehr nicht richtig im Bilde ist, was in unserer Partei schiefläuft.

Nun, die entscheidende Begründung Spaltung oder nicht liefert doch Lafontaine: Gibt es grundsätzliche idelogische Gegensätze ? Die gibt es nicht. ( 1914 die Frage für den Weltkrieg oder nicht war eine für die Sozialdemokratie, worauf die sich spaltete)
Also muss das Verbindende und das Vorwärtsweisende im Mittelpunkt des Diskurses stehen und die Orientierung auf die Bewegungen in der Gesellschaft. Ohne starke außerparlamentarische Unterstützung wird es keinen Fortschritt geben.
Ansonsten steht der Parteiaufbau im Focus, weil nunmal nur eine breitere Basis die Schlagkraft der LINKS-Partei erhöht.

RE: Was macht der Verfassungsschutz? | 05.06.2012 | 17:51

Der Verfassungschutz ist ein Amt, dass die Totalismustheorie (rechts gleich links) zur Absicherung der (im Meanstreamsprech) Mitte also der Kapitalfreundlichen anwendet.
Durch die Ideologie der neutralen guten Mitte wird verschleiert, dass Interessen die politische Haltung eines Menschen, einer Gruppe oder eines Landes bestimmt werden.
Indem ich die , die die Herrschaft über die Mehrheit (Lohnabhängigen) kritisieren als Extemisten diffamiere, legalisiere ich die Politik der "Mitte" der Kapitalfreundlichen als ausgewogen vernünftig alternativlos.
Der Verfassungsschutz macht ähnlich wie andere Instutionen nicht das, was sein Name andeutet, sondern ähnlich wie das Verteidigungsministerium Kriege führt im Namen des Friedens, sondern er schützt die herrschende Schicht vor der Anwendung der Verfassung.

RE: Die Linke: Die mediale Achterbahn | 05.06.2012 | 17:36

@redbavarian:Auch bei den Mainstream-Medien gehe ich schreitend voran: Ich brauche sie nicht. Die zentrale Frage ist doch: Woher beziehen sie ihre Macht? Meine Antwort: Von den vielen Millionen Käufern und Lesern.
Das ist meines Erachtens richtig und falsch zugleich.
Richtig, weil ca. 50 % der Einnahmen von den Käufern und 50 % von den Werbeeinnahmen kommen.
Falsch , weil du als Mitglied der LINKS-Partei sicher weist, dass Unternehmer in ihren Produkten ihre Ansicht der Dinge (ihre Interessen ) verkaufen wollen.
Dabei wetteifern verschiedene Unternehmer/Verleger in verschiedenen Geschmacksrichtungen aber natürlich alle auf der Grundlage des (Grundgesetzes kleiner Scherz) gemeinsamen Profitinteresses.

@redBavarian:Konkret am Beispiel der Vorsitzenden-Kandidat_innen Der Linken: Dietmar Bartsch wäre mir eine positive Fixierung im mainstream-medialem Sinne gewesen, Oskar Lafontaine eine negative.

Nun genau das sehe ich anders herum. Und das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine inhaltliche.
Lafontaine steht für eine klare Kritik am neoliberalen Mainstreamkapitalismus, den er dank seiner Popularität so äußern kann, dass die Massenmedien ihn nicht ignorieren können.
Um die inhaltliche Auseinandersetzung im erträglichen Maß zu halten, muss seine Glaubwürdigkeit beschädigt werden.
Ähnliches geschieht mit Gregor Gysi. Immer vor Wahlen kann man regelmäßig beobachten, wie "neue" Stasivorwürfe lanciert werden. So soll die Glaubwürdigkeit von Linken beschädigt werden und somit auch ihre mediale Wirkung auf die Wähler bei Wahlen.
Zurück zu Lafontaine. Lafontaine wurde auch schon zu Zeiten als SPD-Chef und davor diffamiert (Rotlicht-Affäre, u.ä.), weil er schon immer eine grundsätzliche Kritik an der herrschenden Politik äußerte. Nicht umsonst haben englische Zeitungen zur Zeit als Lafontaine Finanzminister der SPD-Bundesregierung war, getitelt: der gefährlichste Mann Europas.
Dem neoliberalen Dogma der Angebotsorientierung und -fixierung hat er die Nachfrageorientierung (Löhne rauf, Nchfrage stärken, staatliche Investitionen etc.) entgegengesetzt. Die Geschichte hat ja gezeigt, dass HarzIV zuerst in Deutschland ein bisher unbekanntes Maß an Lohndumping Verelendung und einen Niedriglohnsektor gebracht hat, der in Europa seinesgleichen sucht.
Das dieser Mann keine Gnade erwarten kann von den Rentieres (nicht nur der Zeitungen) ist glaube ich nicht weiter zu begründen.
Zuletzt noch zu Bartsch: Bartsch hat sich schon relativ oft von den Massenmedien instrumentalisieren lassen bei Angriffen der Massenmedien auf die Linken-Führung. In einem solchen Fall, auch wenn ich anderer Meinung bin, darf ich meiner Führung nicht in den Rücken fallen, indem ich das Spiel mitspiele.
Kritik gehört in die entsprechenden Parteigremien, wo sie konstruktiv aufgelöst werden muss.
Hinzu kommt, das die Position derer die die "Reformer" genannt werden, als Koalitionsfähig tituliert werden. Relativ egal ob das ganz oder nur teilweise stimmt, meint die Mainstreampresse damit die Koalitionsfähigkeit auf neoliberaler Grundlage (auf der ja alle anderen Parteien stehen).
Der Parteitag der LINKEN hat da soverän anders entschieden und eine Führung (ich meine nicht nur die beiden Vorsitzenden , sondern auch die 4 Stellvertreter etc.) gewählt, die klar gegen eine auf neoliberaler Basis grundierte Koalitionsoption sind, zum einen, und die - und das ist wichtiger - die als Grundlage einer wirkungsvollen linken Politik ein Druckpotential aus der Gesellschaft heraus wollen und durch ihre hohe Qualifikation in den verschiedenen Bereichen Bewegungen Wirkung entfalten können.

RE: Wer sagt's denn! | 04.06.2012 | 19:57

Donnerwetter, beim Lesen habe ich das Gefühl ,einen Volkshochschulkurs besucht zu haben.
Wirklich interessant, danke!
Aber ansonsten bleibt nun mal das ökologische Argument gegen den extremen Fleischkonsum. Die Nahrung für die Tiere verbraucht 10 mal so viel Raum, wie der für pflanzliche Nahrungsmittel oder?

RE: Wer sagt's denn! | 04.06.2012 | 19:48

Nun seit 20 Jahren ist ja schon recht lang.
Meine "Lösung" ist einfach weniger und seltener Fleisch zu essen. Letztlich ist das entscheidende : es muss schmecken. An diesem Punkt lass ich Aufklärung Aufklärung sein.
Gut, wenn gesättigte Fettsäuren nur von tierischen Produkten kommen, verstehe ich wieder.
Aber insgesamt hast du selbstverständlich recht.
Unsere Art zu konsumieren also auch zu essen ist Teil des Problems dieser Erde (Hunger, Klimafolgen, Umweltverschmutzung, Rohstoffschwendung etc.)

RE: Wer sagt's denn! | 04.06.2012 | 16:55

eine steuer auf gesättigte fettsäuren erhoben werden sollte.
Was genau ist das? Was genau soll das?
Ansonsten fällt mir auf dass du was gegen Fleischesser hast! Kann das sein?

RE: Der Zeitgeist ist nach links gerutscht | 20.05.2012 | 15:06

Toll auf den Punkt gebracht, alle Achtung wwalkie.