Das geheime Tagebuch von Angie 11-12 Ulrich reizt das Klima

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Freitag 11-12

Auf meine Medien kann ich mich verlassen, pflege ich immer zu sagen und tatsächlich hat

in der WAZ Ulrich einen schönen Klimaartikel geschrieben : Nichts für Apokalyptiker.

Klingt ja schon vielversprechend. Sein Entlastungsansatz: Hat gegen soviel Emotion rationaler Zweifel noch eine Chance? Ja, ja der Zweifel ist arm dran. Das weckt Mitleid..

Und ein bischen diffamieren im besorgtem Tonfall des guten Onkels ist nicht schlecht: Wenn ein führender Klimaforscher der Datenfälschung überführt wird, wenn der Chef des UN-Klimabüros dramatische Reports rechtfertigt, man müsse eben schockieren, nährt dies die Skepsis.

Wer fragt nach diesen Sätzen noch danach, ob der Verdacht bei einem Klimaforscher den Verdacht gegen alle Klimaforscher rechtfertigt. Die müßten ja dann auch alle ihre Daten gefälscht haben.

Also unser altes probates Mittel. Einen diffamieren , auf alle anderen das Vorurteil ausweiten und schon haben wir wieder einen prima Generalverdacht.

Ach und seine pseudoseriöse Formulierung ist göttlich:Den Anstieg des Weltklimas um zwei Grad zu stoppen, obwohl die Golbal-Geißeln Hunger und Durst noch lange nicht gelöst sind. Ist das nicht vermessen? Also soll der geneigte Leser glauben, lassen wir das doch mit dem Klimaretten, das andere hat doch auch nicht geklappt oder besser noch , lasst uns doch erst mal die anderen Probleme Hunger und Durst lösen. Das Klima kann warten. Prima Ulrich.

Auch der schöne Satz: Ist das nicht vermessen? Suggeriert so majestätisch Selbstbescheidung in Weisheit. Wunderschön!!!

Weiter geht’s im kritisch-rationalen Duktus: Und ist allein das Kohlendioxid verantwortlich für die Erderwärmung? Wie viel Scheinrationalität steckt in dem klimapolitischen Mantra, der Mensch versaue das Klima, also müsse er es auch wieder reinigen?

Nein mein lieber Ulrich , recht hast du, nicht das Kohlendioxid allein ist verantwortlich für die Erderwärmung, aber hauptsächlich. Und mit deiner schönen Formulierung hast du schon

abgelenkt von den Konsequenzen, die die Tatsache hat, dass das Kohlendioxid für das Klima hat.

Also prima, ein schönes Ablenkungsmanöver. Mantra passt hier übrigens auch super. Diffamiert so ein bischen hintenrum, nicht so direkt.

Natürlich gibst du auch zu , dass der Mensch mitverantwortlich ist, aber die Vulkan-Tätigkeit, die Launen der Sonne geben doch auch nette Umweltsünder ab und die kann man doch ein bischen als Entlastung einbringen.

Der Klimawandel sei erdhistorisch völlig normal, ermittelte das renommierte Bostoner MIT. Darf man das sagen, oder ist man schon ein „Leugner“?

Das die bostoner Meinung mutterseelenallein dasteht, lassen wir mal etwas beiseite, ist nicht zielführend, richtig Ulrich. Gute Propaganda muss lügen, indem sie weglässt ein bischen von der Wahrheit, vielleicht das entscheidennde Detail. Schöne Leistung Ulrich.

Der Satz: Darf man das sagen, oder ist man schon ein „Leugner“?

Natürlich ist man dann ein Leugner, lieber Ulrich , das wissen wir du und ich, aber müssen wir ja nicht dem geleimten Leser weitersagen, nich`

Wenn man entscheidenndes weglässt, um den Eindruck zu erwecken, eine bestimmte Ansicht wäre relevant und diese leugnet eine andere Position , dann ist man natürlich ein Leugner.

Ulrichs Returkutsche, komplexe Phänomene lassen sich nicht auf eine Ursache nämlich menschliches Fehlverhalten reduzieren sei zu begreifen als besondere Form der Menschenverachtung.

Eine tolle Verdrängungsleistung Ulrich, wirklich du übertriffst dich selbst.

Niemand behauptet, dass der menschengemachte Anteil am Klimaproblem der einzige Grund ist und zum andern gehst du mit dem Kurzschlußargument , es wäre Menschenverachtend , wenn man dem menschlichen Verhalten die Hauptursache für den Klimawandel zuschiebt , elegant der Frage aus dem Wege: nicht die Menschen sondern ein bestimmtes Wirtschaftssystem verballert sinnlos fossile Brennstoffe auf Teufel komm raus. Da ist mit Ulrich der Eifer, des gehorsamen Erfüllungsgehilfen doch etwas durchgegangen. Sollte eigentlich nur frisch überzeugten passiern, Ulrich. Aber Schwamm drüber. Ist ja für eine gute Sache.

Ja und dein letzter Absatz: zwischen Klima-Alarmismus und Klima-gleichgültigkeit gibt es eine dritte Haltung. Darauf zu vertrauen, dass die Menschheit immer noch rechtzeitig begriffen hat, nicht den Ast abzusägen, auf dem sie sitzt.

Relativiert das Problem sehr schöne. Nur gemach. Keine Hektik. Erst mal weitermachen , wie bisher. Josef und seine Freunde wollen doch noch ein bischen Erdöl und andere nette Rohstoffe zu Geld machen, dann ist immer noch Zeit für eine neue Zeit.

Prima Ulrich, du hast die gesellschaftlichen Hintergründe vollständig ausgeblendet und gibst dem weiter so , wird nicht so schlimm werden reichlich Nahrung. Ach Ulrich, wenn ich solche Leute wie dich nicht hätte. Wie sollte ich regieren?

13:28 11.12.2009
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Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
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goch

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