Das geheime Tagebuch von Angie 14-11-10 Vöglein flieg

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

<!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } -->

Ja, ja Parteitage sindja fast so schlimm wie Familientreffen. Man trifft sich zwangsweise und macht gute Mine zum bösen Spiel.

Was mir gefallen hat sind die blumigen Überlegungen des Wahlforschers Hilmer in der Tagesschau:

Hilmer beobachtet den Flügelkampf der CDU schon länger mit großer Aufmerksamkeit. Der linke Flügel schlägt mittlerweile kräftiger, der rechte Flügel lahmt etwas, der Vogel gerät ins Trudeln.

"Sie(die CDU) sollte ein Zentrum haben, das dirigiert und die Richtung angibt. Sie sollte aber auch zwei möglichst gleich starke Flügel haben - ansonsten, das kennt man aus der Vogelwelt, wird das ganze unrund und eigentlich nicht lebensfähig."

Das ist doch richtig putzig. Ich glaube, ich sollte den Mann mal zu einer Tasse Tee einladen. Wie schön er die Politik beschreibt.

Das entspricht ganz unserem Verständnis.

Die Mitte ist das Maß aller Dinge. Rechte und linke Flügel äh Positionen , sind nur schmückendes Beiwerk.

Recht hat der Mann. Auf den Kern kommt es an. Und so wie ein Vogel nur abheben kann, wenn beide Flügel schlagen, können wir nur Wähler gewinnen, wenn wir Werbung für unsere Politik in verschiedenen Wählerschichten machen.

Für ein Drittel ihrer Wähler müsste die CDU wieder konservativer werden. Schaut man aber auf die Antworten der Jungen, torpedierte ein solcher Plan die Absicht, auch weiterhin bei den 18- bis 29-Jährigen für sich zu werben. In dieser Altersgruppe sagt nämlich die Hälfte, die CDU sei zu konservativ.

Was heißt das schon. Es geht ja nur um Werbung nicht um Inhalte.

Solange unsere inhaltliche Politik nicht tangiert ist, kann man schon allen ein bisschen versprechen.

Und , mein Gott, wenn das sich widerspricht, was solls! Hat doch schon der alte Adenauer gesagt: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?

Dann versprechen wir halt Montag was für die konservativen Wähler und Dienstag was für die modernen, was auch immer das sein mag.

Am Mittwoch verspricht dann der Seehofer wieder was für die konservativen Wähler und am Donnerstag mein Klügster , der Norbert, was den grün angehauchten Modernen.

Und am Freitag rufe ich alle zur Ordnung und erkläre alles für gar nicht so unwichtig bzw. es war ja alles ein bisschen anders gemeint

. Am Samstag sag ich dann auch mal was staatstragendes .

Na ja und am Sonntag da halt ich halt ne Sonntagsrede.

13:45 14.11.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
Schreiber 0 Leser 1
goch

Kommentare 2