Das geheime Tagebuch von Angie 23-1 Ulrich reizt rot-rot-grün brr

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

<!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } -->

Ach, es ist schon beruhigend, solide Streiter auf seiner Seite zu wissen. Mein Ulrich macht ein wenig Wahlkampf für mich. Natürlich nicht so ganz direkt, sondern eher so durch die Brust ins Auge. Nun ja an Jürgen positive Seiten zu Entdecken ist ja wirklich nicht einfach.

Da ist es doch einfacher, die Konkurrenz zu diffamieren oder ihr die Seriösität abzusprechen.

Mein Ulrich schreibt in der WAZ sehr süffisant. Mangelnden Mut kann man Sigmar Gabriel ganz gwiss nicht vorwerfen. Seine Wegweisungen zur Linkspartei sind klar und deutlich und lägst überfällig. Da sind wir aber echt froh, dass der das jetzt endlich gerafft hat, nachdem wir schon einen Vorsitzenden aus dem Amt geschrieben haben, der sich für eine Koalition mit der Linkspartei stark gemacht hat. Wer kennt noch Beck? Also lieber Gabriel nimm das zur Warnung.

Aber der gute sinniert prompt: „Ich glaube nicht, dass wir auch nur den Eindruck vermitteln sollten, wir wollten mit denen gemeinsam regieren.“

Ach auf meine alten Regierungsjungs kann ich mich immer noch echt verlassen.

Weiter geht’s: Genau diesen Eindruck vermittelt aber die nordrhein-westfälische SPD. Denn die Landesvorsitzende Hannelore Kraft betont zwar die mangelnde Regierungsfähigkeit der Linken, hält sich und dem Landesverband aber die Koalitions-Option offen.

Wär' doch gelacht , wenn es uns nicht mit vereinten Kräften gelingen würde , Hannelore in die Ypsilanti-Falle zu locken. Vorher etwas auszuschließen, was nachher als Wortbruch ausgelegt werden kann. Das meine Leute das mit dem Wortbruch nicht so eng sehen, lassen wir mal unter den Tisch fallen. Schließlich sind Wahlkampfaussagen, bei denen wir nach der Wahl das Gegenteil von dem tun, was wir angekündigt haben, doch normal oder?

Sehr schön finde ich auch Ulrichs Argumentationsfigur: Käme es in NRW zu Rot-Rot-Grün, würde das die gesamte SPD verändern. Na, das wollen wir doch wirklich nicht, dass die sich radikalisiert und tatsächlich mal ihr S - sozialdemokratisch ernst nimmt? BRRRRRRRRRRRRRRR

Ihr käme die Mitte abhanden. Nun ja, das ist etwas holprig, aber er meint ja etwas richtiges. Da wo ich stehe ist die Mitte . Und ich würde der SPD dann nicht mehr gewogen sein. Also doch richtig, Ulrich.

Na, und dem Schäfer hat er auch eingeschenkt mit einem vergifteten Pfeil: Die Linkspartei müsse sich bis zum 9. Mai entscheiden, ob sie in NRW regierungswillig und regierungsfähig sei, ließ sich der Vorsitzende der NRW-Landesgruppe der SPD, Schäfer, ….. zitieren Das allerdings offenbart eine bemerkenswerte Einstellung. Wie weit will Schäfer die SPD an die Linkspartei ausliefern? Schöne Diffamierung ausliefern, wer käme denn dabei noch auf den Gedanken, die könnten sich auf Augenhöhe auf soziale Reformen verständigen? Schön, Ulrich. Obwohl ein bisschen lächerlich klingt es schon, dass sich eine 35 % Partei einer 6-8 % Partei unterwerfen sollte.

Na und ein bisschen moralische Aufrüstung kann auch nicht schaden: Wie ist es um das Selbstbewusstsein und den Stolz der ältesten deutschen Partei bestellt, die sich abhängig macht von einer außerordentlich heterogenen Gruppierung , deren großer Teil sich empört von der SPD abgewendet hat?

Verschmähte Liebende sollten doch lieber getrennt bleiben. B I T T E ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! !

Und überhaupt, ein schön statisches Bild der zwei Parteien. Wehe die lernen was dazu, da steht Ulrich vor. Ulrich, klasse! Weiter sooooooooooooooo

Aber Ulrich hat noch mehr zu bieten, noch schärferes Geschütz , um nicht zu sagen ultimatives Geschütz: Die Christsozialen hatten es vor Jahren auf einmal mit den Republikanern zu tun, einer Gruppierung, die für die CSU auf der Rechten war, was die Linkspartei für die SPD auf der Linken ist.

Schöner Vergleich, Ulrich, damit schärfen wir in der Öffentlichkeit wieder die falsche Gleichsetzung links und rechts sind Extreme. Die Guten sind in der Mitte.Und um die sollen sich alle schaaren. Und die Mitte das bin ja ich, gelle?

Und in ihrem Vorsitzenden Schönhuber hatte sie jene populäre Führungsfigur, die Lafontaine auf der Linken darstellt. Die CSU geriet innerparteilich unter gewaltigen Druck, mit den Republikanern gemeinsame Sache zu machen.

Na ja, wir wollen die Leute nicht zu sehr daran erinnern, wie rasstisch und dumpf ausländerfeindlich die Reps waren und sich so schon jeder Vergleich mit der Linken verbietet, die für Toleranz und Integration eintritt, nicht wahr mein Lieber Ulrich. Also demokratifeindliche Gesinnungen und radikaldemokratische Gesinnungen gleichzusetzen ist ja unser ältester Trick. Aber er wirkt auch heute noch – zumindest am Stammtisch also auch im WAZ-Kommentar.

Ihr Chef Stoiber aber zog den damals riskanteren Weg vor. Er schloss jegliche Zusammenarbeit mit der angebräunten Truppe aus. Die CSU war danach stärker als zuvor.

Man könnte auch genau das Gegenteil behaupten. Indem die CSU sich weiter rechts positionierte, machte sie die Reps überflüssig.

Ein schönes Beispiel dafür , weshalb Ausgrenzung nicht immer der falsche Weg sein muss.

Nun ja, lieber Ulrich etwas nach dem Motto „reim dich oder ich beiß dich“ ist das schon. Aber es ist ja für eine gute Sache, d.h. Meine.

Natürlich sind demokratiefeindliche Gesinnungen nämlich die nationasozialistische Gesinnung, ihre Partei, ihre Organisationen und ihre Symbole laut Grundgesetz verboten und deshalb gibt es keine Freiheit in einer Demokratie für die Feinde des Grundgesetzes. Das die Linke mit ihren wirtschaftspolitischen Vorstellungen ähnlich argumentiert wie das Ahlener Programm der CDU ist dir ja sicher bekannt. Und wir waren ja damals keine verfassungsfeindliche Partei oder?

Und leider lieber Ulrich, steht auch im Grundgesetz nicht drin, dass unsere heißgeliebte Marktwirtschaft die alleinglückseeligmachende Wirtschaftsordnung ist. Da steht sogar ganz banal.

Eigentum verpflichtet und das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes verpflichtet die Eigentümer zum Wohle der Allgemeinheit zu handeln. Lässt sich die derzeitige Wirtschaftselite mit diesem Gedanken in Einklang bringen? Sind die wirklich grundgesetzkonform. Oder gilt das für die nicht?

18:55 23.01.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
Schreiber 0 Leser 1
goch

Kommentare