Das geheime Tagebuch von Angie 27-8-10 Nachrichten für Kinder

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An den Nachwuchs muss man auch mal denken. Da bin ich ganz einer Meinung mit der WAZ, die eine drittel Seite Nachrichten für Kinder in jeder Ausgabe hat. Da wird schon der Nachwuchs an die richtige Denkweise herangeführt.

Besonders schön fand ich den Artikel Streit um Atomstrom.

Kindgerecht wird erklärt , wie Atomkraftwerke Strom erzeugen: Jedes Atom hat einen Kern. Diese kleinen Kerne werden in Atomkraftwerken gespalten. Dabei wird Energie frei, aus der sich Strom erzeugen lässt.

Doch bei der Kernspaltung entstehen auch giftige Stoffe. Dieser „Atom-Müll“ ist für den Menschen gefährlich und und kann sehr krank machen. Deshalb muss der Müll sicher gelagert werden. Doch noch hat niemand eine ganz sichere Lösung gefunden. Deshalb haben viele Leute Angst.

Schön, wie das für die Kleinen vereinfacht wird. Natürlich ist nicht nur der Müll aus Atomkraftwerken gefährlich, sonder schon der Betrieb des Atomkraftwerks ist mit hohen Risiken behaftet. Aber so genau muss man das den lieben Kleinen auch nicht erklären, finde ich. Und die Behauptung: es gibt noch keine ganz sichere Lösung um den Müll zu lagern ,ist auch nur fast richtig. Erst wenn man das ganz streicht wird der Satz wahr:

Noch hat niemand eine sichere Lösung gefunden.

Sie wollen, dass die Atomkraftwerke so schnell wie möglich abgeschaltet werden.

Na, ja , stimmt auch nur teilweise. Schließlich gibt es ein Atomausstiegsgesetz, dass die Abschaltung der Atomkraftwerke regelt. Das ist schon ein bischen mehr als das die Atomkraftgegner nur wollen, dass sie abgeschaltet werden.

Der Strom soll dann ungefährlicher erzeugt werden , zum Beispiel durch Sonne, Wind oder Wasser.

Auch das ist wundervoll formuliert. Ungefährlicher klingt nicht so hart wie ungefährlich oder risikolos oder umgekehrt formuliert die ultragefährliche Stromerzeugung mit Atomkraftwerken.

Na, und dass Sonne , Wind und WasserEnergie erzeugen ohne Raubbau an den Naturresourcen zu treiben, muss man den Süssen auch nicht so direkt auf die Nase binden.

Die Besitzer wollen ihre Kraftwerke aber noch lange laufen lassen, weil sie damit viel Geld verdienen.

Also , das ist die einzige Stelle, wo ich doch etwas Bedenken habe, bzw. es ist etwas direkt formuliert, man könnte fast sagen kapitalismuskritisch .

Da hätte auch was über die schöne ökologische Seite der Kernkraft stehen können und dann erst zu den finanziellen Dingen . Natürlich immer mit dem Zusatz, dass das so tolle Stromsenkungen für den Verbraucher bringt also für Papi und Mami.

Das erleichtert meine Argumentation nicht wirklich liebe WAZ.

Deshalb streiten beide Seiten . Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Chefin in Deutschland.

Hach, da werd' ich mal wenigstens ins richtige Licht gerückt : ich die Chefin von Deutschland. Schade , das das nicht so ganz der Wahrheit entspricht. Wenn die lieben Kinder wüssten, wer mir alles meine Politik diktiert, dann wär' von Chefin wohl nicht mehr die Rede. Aber ich glaube Kinder hören gerne Märchen, also doch wieder richtig .

Sie sucht nach einer Lösung im „Atom-Streit“ und besichtigte gestern ein Kraftwerk in Lingen im Bundesland Niedersachsen.

Wieder eine freundliche Formulierung. Wer kommt schon bei der Formulierung ich suche nach einer Lösung, auf den Gedanken, dass es schon eine Lösung gibt, die wir die Regierung und die Atom-Kraftwerksbetreiber nicht akzeptieren. Aber das verkompliziert das Ganze ja nur und verwirrt die Kleinen ungemein.

Dabei haben viele Atomkraftgegner protestiert. Sie wollen, dass die deutsche Regierung die Kraftwerke bald abschaltet. Denn das habe die Regierung schon lange versprochen, sagen sie.

Noch mal, wunderbar kindgerecht gesprochen. Zwar etwas ungenau, denn wir haben die Abschaltung der Atomkraftwerke nicht versprochen abzuschalten, sondern es gibt ein Gesetz an das wir uns nur halten müssten. Aber es ist schon eine schöne Idee Versprechen zu halten, das geht ans Herz, aber auch Kinder wissen, nicht alle Versprechen werden gehalten, schon gar nicht von Erwachsenen. Soviel Realismus muss schon sein, liebe Kinder!

16:13 27.08.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
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goch

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