Das geheime Tagebuch von Angie 28-8-10 Ich liebe Sarrazin

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Ach , wenn es Sarrazin nicht gäbe , müsste man ihn erfinden. Herrlich wie er altbekannte Vorurteile, tatsächliche Probleme und Randphänomene zusammen rührt und in seiner völkischen äh unnachahmlichen Sprache und Art präsentiert.

Wie sollte ich mich denn als liberal und sozial darstellen können mit meiner Harz-IV Politik, der Verweigerung von Mindestlöhnen und der Unterfinanzierung der Kleinkinderziehung und der Schulen insgesamt, wenn es nicht immer wieder Leute wie Sarrazin gäbe, neben denen ich strahlen oder doch wenigstens harmlos aussehe?

Eben wie ein Biedermann, nicht wie ein Brandstifter.

Wer diskutiert denn darüber, dass die Probleme, die Sarrazin verzerrt darstellt, durch unsere Politik und damit meine ich auch die des Herrn Sarrazin, erst entstanden sind ?

Hat uns nicht Pisa bescheinigt, dass wir das extremste Land sind in dem der Schulerfolg von der sozialen Schicht der Eltern abhängt. Anders formuliert, in keinem anderen europäischen Land werden die Minderheiten so schlecht gebildet wie in Deutschland.

Wenn dann meine Sarrazins behaupten, dass das an der mangelnden Intelligenz der Migranten liegt, wunderbar, dann bin ich ja gar nicht Schuld oder meine Politik. Das dass mit der Intelligenz vollkommener Blödsinn ist, wen interessiert`s. Hauptsache es klingt so ehrlich, mutig und aufrüttelnd.

Danke Sarrazin für diese nette Entlastung.

Ist doch immer wieder schön, wie einfach Politik auch sein kann. Ich kann nur sagen, wir brauchen viele kleine Sarrazins und schon bin ich wieder obenauf.

Und wen interessiert schon wirklich Integration ? Das haben uns die Linken schließlich seit ewigen Zeiten vorgeworfen, dass wir die Augen vor der Realität verschließen dass Deutschland ein Einwandererland ist. Gut das die Leute so ein kurzes Gedächtnis haben. Ein Schelm , wer dabei denkt, wir nutzen das , um im Trüben zu fischen.

ICH MUSS NIEMANDEN ERNST NEHMEN DER VON H4 LEBT UND NICHTS FÜR DIE GESELLSCHAFT TUT.

Für so einen Satz könnte ich ihn küssen. Dahinter verschwindet doch vollständig, dass Arbeitslosigkeit von Unternehmern verursacht wird.

Aktuell sollen ja wieder die Tengelmann-Verkäuferinnen bluten um ihre Arbeitsplätze zu behalten , damit die Haubs nicht darben müssen. Das passt ja nicht richtig in seine These .

Und so richtig schön perfide wird’s im zweiten Halbsatz ...und nichts für die Gesellschaft tun.

Wie denn auch, wenn man sie rausschmeißt und ihnen ihre Lebensexistenz wegnimmt. Neben solchen menschenverachtenden Sätzen, die wie die Wahrheit aussehen, wirke ich doch richtig sozial und seriös . Man könnte mich fast für eine Sozialistin halten neben Sarrazin.

11:15 28.08.2010
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Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
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goch