Das geheime Tagebuch von Angie 4-6-10 Das Schweigen

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Die Briefings mit Josef sind ja nun nicht wirklich erhellend. Nun haben wir schon zugunsten seiner Bande uns bis Oberkante Unterlippe verschuldet und ist immer noch nicht genug. Seine Freunde von der Spekulationsfront lechzen nach mehr und mehr.

Und ich , ich soll' das alles wegerklären. Meine Presse beschwert sich ja schon, ich würde das Ganze nicht richtig oder überhaupt nicht erklären. Tsssss. Wie soll man etwas erklären, was allen schadet und nur wenn man auf Zeitlupe stellt rational erscheint. Ich kann doch keine Märchen erzählen. Ich muss doch realistisch erscheinen.

Alle halten mich doch für eine seriöse wissenschaftlich gebildete Person. Soll ich den Leute etwa sagen, Sorry wir schmeißen euer Geld zum Fenster raus um die Verluste von Leuten auszugleichen, die eh' mehr haben als sie je ausgeben können.Aber das ist nötig, denn ständig steigende Gewinne sind nun mal das wahre Grundgesetz in diesem Land.Und um die Folgen zu bekämpfen, schmeißen wir das Geld halt noch schneller zum Fenster raus und schauen zu , wie 's verbrannt wird. Was soll ich bitte schön , da erklären? Auch meine liebe Presse ist mir da nicht sehr hilfreich. Sie verschweigen zwar geschickt, wem die Staatsschulden alleine nutzten, aber beenden kann ich dieses Casino-Spiel eh' nicht. Dafür bin ich nicht gewählt worden. Soviel Ehrlichkeit muss ja noch sein, dass man die Hand , die einen füttert nicht beißt. Also, PR hat schon auch Grenzen. Mein Schweigen ist ja im Grunde ehrlich.

18:00 04.06.2010
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Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
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