Das geheime Tagebuch von Angie 5-1 Top-Ökonom mit Knautschzone

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Dienstag 5-1

Das letzte Briefing war ein ökonomisches. Ein Top-Ökonom aus dem IW hat zur aktuellen Lage der Wirtschaft Stellungs genommen und Optimisms für das Jahr 2010 vesprüht. Er antwortete auf die Frage: wenn die Wirtschaft ein Patient wäre und Sie der Arzt, welche Medizin würden Sie verschreiben? Nach dem Schock gab es die Gefahr einer langanhaltenden Depression. Da waren Anti-Depressiva notwendig.

Aha, das muss ich also so verstehen, dass unsere 500 Milliarden-Spritze anti-depressiv gewirkt hat. Da bin ich ja froh.

Dann ging es darum den Kreislauf zu stabilisieren. In dieser Phase befinden wir uns immer noch , wenn ich etwa an den Bankensektor denke. Ups, wollen die noch mehr Geld?

Bald ist eine Fitnesskur angesagt, damit der Standort wieder seine geschwächten Muskeln aufbaut. Heißt dass nun, dass die noch mehr Kohle wollen oder sollen wir die Löhne weiter senken helfen, damit für den Export die Gewinnmargen weiter steigen?

Im empfehle dem Patienten, künftig Exzesse zu vermeiden und sich nicht auf die falschen Partys zu begeben.Also das hat er nun wirklich schön umschrieben. Hätte ich nicht besser machen können.

Exzesse vermeiden heißt ja wohl, nicht so dolle zu spekulieren und nicht auf die falschen Partys zu gehen , dass sie nicht mehr so oft mit faulen windigen Kreditpapieren handeln wollen. Sehr vernüftig!Schön lässig formuliert, mein Lieber!

Die nächste Frage: Erwarten Sie Rückschläge bei der Genesung? beantwortete er folgendermaßen:

Das nächste halbe Jahr ist kritisch, geht es gut, wird die Würtschaft über den Berg sein. Aber damit sind nicht alle Probleme gelöst. Die Arbeitslosgikeit wird steigen, aber das reißt uns nicht in den Abgrund

.Ganz meine Meinung, das bischen Arbeitslosgikeit haben wir doch bisher bestens gemanagt. Die Arbeitslosen glauben ja schon fast alle, dass sie selbst Schuld sind an ihrer Arbeitslosigkeit. Und die positive Wirkung auf die Arbeitsplatzbesitzer ist ja evident. Wer nicht spurt ist als nächster dran.

Was denn das Arbeitsprogramm für 2010 sei, beantwortete er : Je mehr die Krise ausläuft, desto stärker rücken Standortentscheidungen in den Vordergrund. Nach Jahren schwacher Indvestitionstätigkeit wird es darum gehen, den Unternehmen Anreize für Beschäftigung in Deutschland zu geben – etwa durch ein einfaches, inovationsorientiertes Steuersystem und einen weiterhin flexiblen Arbeitsmarkt mit hoch qualitativem Angebot.

Also ein einfaches, inovationsorientiertes Steuersystem klingt einfach klasse, fast zum Verlieben. Wer wollte denn dagegen sein? Das das bedeutet, dass wir leider nur die Steuern für die Unternehmen und die Unternehmer senken dürfen, damit die dann endlich – nach wievielen Jahrzehnten eigentlich? - mehr Arbeitskräfte einstellen, dass lässt sich verkaufen. Ja das ist inovative PR. Tja, und ein Gourmet lechzt nach hoch qualitativen Angeboten. Mit Dutzendware-Arbeitskräften geben wir uns nicht zufrieden. Ja, ja Qualität muss sein. Ein Schleckermäulchen ist unser Top-Ökonom oder soll ich besser sagen ein Top-PR-Mann?

Auch die langfristige Wachstumvorsorge durch Bildungs-, Klima-, und Resourcenpolitik wird wichtiger.Na ja, die Klimapolitik lassen wir mal momentan etwas im Hintergrund, aber Bildungs- und -Resourcenpolitik ist gut. Elitebildung ist doch unser Steckenpferd und an der Rohstoffversorgung und -sicherung arbeiten wir ja weltweit. Wozu brauchen wir denn sonst unsere weltweit interventionsfähige Bundeswehr. In Afghanistan üben wir ja noch. Da dürfen doch auch mal Fehler unterlaufen. Sollte man nicht so eng sehen.

Zur vorletzten Frage: Hat der Schock der Wirtschaftskrise eigentlich das Vertrauen in die Wirtschaftsordnung erschüttert? Sagte er: Die Grundfesten sind nicht erschüttert, sogar im Gegenteil mit Blick auf Ordnungsfragen der Marktwirtschaft eher gestärkt. Zweifel an der Robustheit des bisherigen Finanzsystems sind allerdings gerechtigt. Auch mich haben

13:06 05.01.2010
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Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
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goch

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