Das geheime Tagebuch von Angie 6-9-10 Integrationsverweigerin Angie

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Na ja, so ein bisschen auf Sarrazins Kurs mitschwimmen, genehmige ich mir .

Kann ich mir nicht verkneifen.

Meine WAZ schreibt sehr schön von der Bild ab:

Merkel will die Versäumnisse ansprechen und Sanktionen gegen Integrationsverweigerer anmahnen. „Es gibt Sanktionen und die müssen greifen. Strenge ist wichtig“, erläuterte Merkel der Bild am Sonntag.

Ich hab' zwar öffentlich gesagt, das Sarrazins Buch nicht hilfreich sei, aber wenn ich's recht bedenke, nützlich ist es schon, um mehr rechte Stimmung zu machen , die dann hoffentlich zu mehr Wählerstimmen führen.

Die brauch' ich ja nun dringend , um die nächsten Landtags-Wahlen zu überstehen. Sonst fehlt mir ja komplett die Basis, um meine Politik weiter durchzudrücken.

Bei weiter fallender Zustimmung zu meiner Politik kann ich mir die Sozialkürzungen im Haushaltsgesetz und die Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke in die Haare schmieren.

Da muss ich schon mal ein bisschen rechtspopulistisch ran. Machen ja sonst meine Männer. Aber , die sind ja zur Zeit abgetaucht wie Koch.

Die erhöhte Gewaltbereitschaft strenggläubiger Muslime dürfe nicht tabuisiert werden.

Ist doch ne geschickte Formulierung von mir. Tabus aufzubrechen ist doch so tolerant. Da mutiert dann meine gewagte Behauptung über die erhöhte Gewaltbereitschaft strenggläubiger Muslimezur unumstößlichen Wahrheit.

Dank meiner Presse werden solche Thesen , obwohl höchst zweifelhaft, man könnte auch etwas brutaler falschen Behauptung, sagen landauf landab verbreitet. So bleiben die schönsten Vorurteile auch bei meinen Wählern hängen. Angst zu schüren und mich als große Problemlöserin darzustellen, macht schon fast Spaß und gehört ja nun wirklich zu den konservativen Grundlagen der Politik.

Lange genug hat mich ein Teil der Presse als zögerlich und unentschlossen dargestellt.

Auch der Satz war doch clever: „Das ist ein großes Problem und wir können offen darüber sprechen, ohne dass der Verdacht der Fremdenfeindlichkeit aufkommt“.

Behaupte ich mal einfach , ohne Argumente, aber mit solchen rhetorischen Figuren kann man gut verschleiern, dass ich das ja doch tue.

Na und das ich mal dem alten Schröder eine Reinwürge hat schon einen gewissen Reiz und zum andern lenke ich doch prima von meiner Mitverantwortung der Versäumnisse in der Integrationspolitik ab. Unter Kohl war ich ja auch schon im Kabinett und wir haben im wesentlichen gebremst.

Deutschland ist kein Einwandererland war damals unsere Parole.Wir wollten die ja eigentlich alle wieder zurückschicken nach wo auch immer.

Der rot-grünen Schröder-Regierung warf sie eine realitätsferne Integrationspolitik vor. Auch danach hätten viele den so genannten Mulit-Kulti-Traum geträumt; Zuwanderer zu wenig in die Pflicht genommen.

Multi-Kulti-Traum finde ich besonders schön formuliert. Damit verbinden ja schon viele realitätsferne Politik. An lieben Vorurteilen anzuknüpfen ist schon wichtig. Nur so funktioniert eine Politik, die nichts erklärt und ihre Interessen lieber im Dunkeln hält.

13:24 06.09.2010
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Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
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goch

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