Das geheime Tagebuch von Angie4-4-Musterschüler Norbert

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Das ist doch lieb, wie meine WAZ meinen Norbert hofiert. Da wird mir´s warm ums Herz.

Ja , treue Freunde sind doch was wunderbares.

Die heutige Schlagzeile lautet: Keine Politik mehr auf Pump .

Ganz meine Linie. Meine Langfriststrategie mit der Schuldenbremse soziale Politik zu diffamieren als unseriöse Politik verfolgt mein Norbert superb. Ja mein Klügster bekommt heute mal wieder die Bestnote: sehr gut.

Auf die Frage des Interviewers, ob denn mit Sparen als Thema die Wähler zu begeistern seien antwortet er :

Es geht um viel mehr. Es geht um die Zukunftschancen unserer Kinder und Enkelkinder. NRW braucht wieder einen soliden Haushalt als Grundlage für einen gesundes Wirtschaftswachstum.

Wie taktvoll von dem Interviewer, Norbert nicht darauf aufmerksam zu machen, dass Kraft genau wegen ihrer vorsorgenden Sozialpolitik und Bildungspolitik ja mehr Geld in die Bildung und Prävention steckt.

Schließlich ist die Bildung im Hochtechnologieland Deutschland der einzige Garant für eine Zukunft . Auch nett, dass er nicht thematisiert, dass die Schulden in Bund und Ländern relativ undramatisch wären, wenn wir uns nicht für die Zocker und die kapitalgebundenen Rentenversicherungsfonds so exorbitant neuverschuldet haben.

Gesundes Wirtschaftswachstum klingt richtig öko. Bravo, Norbert, hätte ich nicht besser machen können. Wie das allerdings gehen soll, wenn das Wirtschaftswachstum einbricht und die Arbeitnehmer zu geringe Löhne haben, um die Nachfrage anzukurbeln und wir als Staat uns kaputt gespart haben, umd wegen der Schuldenbremse keine neuen Schulden für Investitionen machen wollen und dürfen, das verrät der Norbert klugerweise nicht und die süsse WAZ fragt da taktvoll nicht nach. Oder fehlt es denen an Denkern? Egal, kommt aufs selbe raus , ob zu dumm oder zu devot.

Na ja, etwas mager ist das Argument von meinem Norbert: Ich halte es für unverantwortlich, dass die rot-grüne Regierung immerhin 38 Millionen Euro vom Bund, die für Kinderbetreuungsplätze bereitgestellt waren, nicht abgerufen hat.

Bei den Summen , die wir versemmelt haben, klingt das doch etwas kleinkariert. Aber er hat wohl keine anderen Argumente.

Klingt erst mal ganz nett seine Antwort auf die Frage: Warum dringen Sie im Wahlkampf bisher nicht wirklich durch mit ihrer Botschaft?

Mein Norbert: Warten wir einmal ab. Frau Krafts Wahlkampf zielt darauf ab, dass sie nicht sagt, was sie nach der Wahl machen will. Ich rede über Inhalte und Zukunftsfragen. NRW liegt bei der Versorgung mit Kita-Plätzen und bei der Verschuldung auf dem letzten Platz der Bundesländer. Die Bürger entscheiden auf der Grundlage, welche Partei für ihre konkreten Lebenssituation die besseren Konzepte hat.

Puh, gut das der Typ nicht nachgefragt hat, welche Inhalte er denn nun wirklich meint?

Die Kita-Plätze hat ja schon mein Jürgen verbaselt auszubauen. Da hat ja die Kraft schon nachgelegt. Und was für Zukunftsfragen meint er denn nun, mein Jürgen?

Etwas dünne. Danke, liebe WAZ, dass ihr nicht nachgehakt habt. Hätte an dem Image meines Norbert gekratzt und ihn doch etwas als Dünnbrettbohrer alt aussehen lassen.

Solide Haushaltspolitik als Zukunftsprogramm ist auch nicht so prickelnd, wenn man bedenkt, dass wir die Haushalte für Steuergeschenke ausgetrocknet haben und mit den Neuschulden für Josef und seine Freunde weitere machen.

Aber ja, meine Strategie ist das ja.

Keine soziale Vorsorge , Abbau des Sozialstaats. Die Argumente dafür sind halt etwas dröge. Aber je öfter man sie wiederholt, desto alternativloser klingen sie.

Meine Sozis sind ja schon über das Stöckchen gesprungen und haben die Schuldenbremse ins Grundgesetz unterstützt.

Eigentlich kann ich es gar nicht mehr erwarten bis zu den Bundestagswahlen 2013. Endlich wieder willfährige Koalitionäre. Peer und Frank, ach, ich vermisse euch. Zur Not geht´s auch mit dem Lila-laune-Bär!

Und dank der tatkräftigen Mithilfe der WAZ und der anderen lieben Massenmedien werden wir das Kind schon schaukeln.

11:31 04.04.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
Schreiber 0 Leser 1
goch

Kommentare 2