Das geheime Tagebuch von Angie6-6-10 Verkehrte Welt

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So, alle ausgeschlafen für die nächste Runde?

Hört, heute spielen wir ein Spiel das heißt „Verkehrte Welt“. Kennt das jeder? Karl-Theodor bemerkt süffisant, dass man solche Spiele in seinen Kreisen bereits im Mittelalter gespielt habe, da hätte man dem gemeinen Volk schon ständig erzählt, dass der König göttlich sei über dem Gesetz stehe, ergänzte er schmunzelnd.

Ja, ja, dachte ich mir, die waren im Einseifen des gemeinen Volkes sicher Weltmeister. Auf jeden Fall besser als die in Frankreich. Bei denen ist das ja irgendwann schief gegangen.

Aber nun Kinder, nun macht doch mal Vorschläge zum Sparen ,ganz ungezwungen ja? Und liefert ne' gute Begründung, wie wir das dem Souverän verkaufen können.

Philipp wirft kurz ein: Hast du schon mit dem Spiel angefangen, du hast Souverän und nicht gemeines Volk gesagt?

Hör auf mit den Spitzfindigkeiten, wies ich ihn zurecht, bring doch mal nen' konstruktiven Vorschlag!

Karl-Theodor ergriff beschwichtigend das Wort: ich geb' euch mal ein Beispiel aus meinem Bereich: Die deutsche Bundeswehr steht in Afghanistan an der Seite der armen Bevölkerung, um deren Verarmung durch Bekämpfung der Anti-Korruption und Förderung der demokratischen Entwicklung voranzubringen. Kapiert, wie das funktioniert?

Also, im Prinzip wie wir fast immer argumentieren.

Jetzt hab' ich's verstanden ruft Brüderle: ich bin dafür , dass wir die Mehrwertsteuer runtersetzen, damit die Armen entlastet werden.So, richtig? Fragt er in die Runde. Alle nicken beifällig. Das wär' ja mal ein Anfang, seufze ich , für Brüderle, denk' ich mir ist das ja schon umwerfend.

Guido zeigt auf und setzt an: ich würde vorschlagen, dass ein dekadenter Arbeitsplatzbesitzer statt für 1,-€ die Stunde das Doppelte bekommen sollte.

Na, ja, von seiner Dekadenz kann er einfach nicht lassen, ist halt ein bisschen stur der Guido.

Wenn wir so weitermachen , sind wir bald fertig mit dem Bundeshaushalt, dann brauchen wir nur noch ein paar eingängige Sprüche, die deutlich machen, wie schwer es uns gefallen ist, diese Grausamkeiten zu beschließen. So nach dem Motto: nur bittere Medizin hilft wirklich, oder so. Ach ja, und warum wir nur den Patienten die bittere Medizin verabreichen,lässt sich ja leicht begründen, seit wann braucht der Onkel Doktor Medizin, der macht die Diagnose und kassiert dafür. Das müsste doch einleuchten, oder?

13:13 06.06.2010
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Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
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