Ein unlösbares Problem

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Ergänzendes zu: Die Sarrazinierung der Politik von Peter Nowak

Die Islamfeindschaft ist im Kern aus der Terrorismus= politischer Islam entstanden. Bush hat seit 9/11 dieses Feindbild systematisch aufgebaut.

Seit den 90iger Jahren ist dem Westen das Feindbild ausgegangen. Mit dem nicht zu fassenden und nie vollständig auszuschaltenden Terrorismus ist ein neues Feindbild aufgebaut worden, dass ideal für die Politik einer militarisierten Weltmacht ist.

Dies wurde natürlich kritiklos vom Westen aufgenommen und hat eine Phase des Abbaus der demokratischen Rechte mit der Begründung der Sicherheit vor Terroranschlägen eingeleitet, die wir ja ständig weiterverfolgen können.

Von den Otto-Katalogen bis zu der Vorratsdatenspeicherung hatte die politisch herrschende Klasse nun die emotionalisierenden Begründungen für die schon immer gewollte Einschränkung der Bürgerrechte. Keine herrschende Klasse traut der Beherrschten. Ihr Bedürfnis nach vollständiger Kontrolle ist unersättlich eigentlich neurotisch .

Warum die USA und der Westen eine solche Bedrohung brauchen, lässt sich aus dem Wirtschaftssystem ableiten. In besonders aggressiver Weise beschleunigt die neoliberale Wirtschaftspolitik die Kapitalakumulation, die doch nur mit dem Verbrauch der Rohstoffe aller Länder dieser Erde funktionieren kann. Hierauf muss man sich die militärische Option sichern, falls die „friedliche“ Ausbeutung und Erpressung der Rohstoffländer nicht funktioniert.

Im Innern der westlichen Gesellschaften bedeutet eine Renditesteigerung eine Absenkung der Gehälter der mehrwertschaffenden Bevölkerung.

Argumentativ wird das Ganze begründet mit dem globalisierten Wettbewerb oder mit dem Demografieproblem.

Kern dieses Denkens ist: Der Mensch wird also auf seinen wirtschaftlichen Wert reduziert.

Hierbei ist durch die selbstverursachte (Arbeitslose werden immer noch von Unternehmen produziert) Marginalisierung von Bevölkerungsgruppen wahlweise HarzIV-Empfänger diffamiert als Nicht-wertschaffend (faul, antriebslos, schmarotzend, unflexibel) und Deutsche mit Migrationshintergrund, die sich aufgrund der aufgebauten Vorurteile gegen Muslime seit 9/11 hervorragend eignen, um von dem ursächlichen Versagen des kapitalistischen Systems abzulenken menschenwürdige Arbeit für alle zu gewährleisten. Individualisierung und Stigmatisierung eignen sich immer, um gesellschaftliche Probleme nicht als solche erscheinen zu lassen. Und das ist doch die zentrale Aufgabe der Medien, um Herrschaft zu gewährleisten oder?

Stichwortgeber aus der Mitte der Gesellschaft wie beispielsweise Sarrazin spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie spielen eine wichtige Rolle, weil so latente Vorurteile , die durch die eigene prekäre Lage verschärft werden zur Projektion der eigenen hoffnungslosen Lage auf Sündenböcke gerechtfertigt erscheinen. Selbst die oben sehen das so.

Tatsächlich kommt das Gebräu aus Hass auf die Unterklassen, Eugenik und Rassismus von den Stützen der Gesellschaft. , da diese keine rationale Auseinandersetzung über soziale, politische und wirtschaftliche Probleme führen wollen und können, da sie so ja ihre Existenzberechtigung verlören und ihre Privilegien. Der Hass der herrschenden Klasse ist also ein rationaler. Sie können nicht ohne die mehrwertschaffende Bevölkerung akkumulieren, aber sie verbrauchen auch einen teil des Mehrwerts. Ein unlösbares Problem.

19:34 07.09.2010
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Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
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goch

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