Polit-Fußball auf Kreisklassenniveau

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Auf dem grünen Rasen hat das Spiel schon vor einer geraumen Weile begonnen. Für Schwarz-gelb spielt vorne rechts Guido . Er tänzelt herum voller Tatendrang, aber ihm will nicht viel gelingen.

Seine Pässe sind geprägt von römerischer Dekadenz, zu lässig, überheblich. Sie gehen ins Leere – äh pardon – ins Aus.

Kein Schwarz-gelber Spieler mag sie aufnehmen. Lustlos blickt der Läufer Nebel zu seinem rechten Stürmer.

Auf der linken Seite bietet sich Sabine mit dem unendlich langen unaussprechlichen Namen an, aber an ihr schaut er demonstrativ vorbei. Sieht so Mannschaftsspiel aus?

In der Innenverteidigung fährt ein Rollstuhlfahrer den gegnerischen Stürmer der rot-grün-roten Mannschaft in aussichtsreicher Position um. Der Schiedsrichter ist milde und gibt keinen Strafstoß.

Das ist ja ein populistischer Ausfall, ruft er und lässt weiterspielen.

Im Mittelfeld nimmt nun Angie den Ball an und schaut sich um. Ihre schwarz-gelben Mitspieler sehen sie erwartungsvoll an, aber sie schiebt den Ball nur lustlos zur kämpferisch dreinblickenden Ursula.

Die flankt den Ball in einer mindestlohnangelehnten Bahn, haarscharf über die Harz-IV-Auslinie.

Aus der Harz-IV-Fankurve kommt ein Murren und Buhen auf. Auf den billigen Plätzen herrscht gespanntes Schweigen. Niemanden überzeugt hier das schwarz-gelbe Spiel. Zuviel Effekthascherei, zu wenige konkreten Aktionen, mag sich so mancher denken.

Nun rückt Gelhaar, der Innenverteidigigungsminister weit nach vorne auf. Er handelt wohl nach der Devise: Angriff ist die beste Verteidigung. Er möchte seine stark unter Druck stehende Verteidigung kundig entlasten, aber die rot-grün-roten Angreifer sind ihm gefolgt und setzten ihn mit harten bohrenden Frageattacken so unter Druck, dass er nur noch zurückspielen kann.

Unglücklicher Weise landet der Ball beim rot-grün-roten Gegner, der seine bohrenden Frageattacken auf die Bundesmittelfeldspielerin Angie ausdehnt.

Die Schwarz-gelben scheinen sich nicht auf eine Angriffsstrategie einigen zu können. Sie spielen auf Zeit. Nun ja, bis zur Landtagswahlpause ist es noch weit, und der Gegner nutzt seine Chance und blockiert Steuersenkungsphrasenpässe, bemängelt Mietspieler ala Jürgen als Foul und bietet mit Sozialwohlfühlstellungsspiel wenigstens etwas fürs Auge.

Auf der Trainerbank sitzt Josef und schaut mal missmutig, mal gallig aufs Spielfeld. Er scheint sich noch nicht entschieden zu haben, ob er jemanden auswechseln will und wie er Druck im Spiel aufbauen will. Sein Fanblock buht auch schon , obwohl die Wetten auf das Spiel im vollen Gange sind und mächtig Gewinne abzuwerfen versprechen.

14:48 27.03.2010
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Geschrieben von

goch

Kapitalismus ohne Krise - eine antikapitalistische Forderung?
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goch

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