goedzak

Wenn ich gar zu glücklich wär' / Hätt' ich Heimweh nach dem Traurigsein. (F. Hollaender)
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RE: Dreadlocks und kulturelle Aneignung: Falsche Frisuren und fiele andere Vehler | 31.03.2022 | 13:56

Was sagt der Artikel zum brisanten Thema "kulturelle Aneignung"? Nüscht. - Nachdenkend, warum er veröffentlicht wurde, schleicht sich eine Art Verschwörungs"narrativ" in mein Hirn. Taktische Überlegung der Redaktion oder der Herausgeberschaft: Wir müssen den Beohnern des dFC-Terrariums in regelmäßigen Abständen etwas vorwerfen, dass sie schlucken und in der immergleichen Form als Stoffwechselprodukt ("Kommentar") ausscheiden können. - Andere Variante: Die Gleichförmigkeit der Äußerungen könnte ein Indiz dafür sein, dass die dFC in Wirklichkeit eine Kommentar-Bot ist.

RE: Krieg ums Narrativ | 30.03.2022 | 13:00

Wichtiger und bei diesem Thema dringend notwendiger Hinweis!

RE: Seelenmord: Wie wir Ostler uns von Putin betrogen fühlen | 29.03.2022 | 10:46

Und noch zu einem anderen Detail der Geschichtssicht in diesem Artikel:

Die Bodenreform ist nur in dem Sinne "die einzige große gesellschaftliche Reform im Osten, die Bestand hat", dass sie gesetzlich-juristisch nicht auf den Stand davor zurückgeführt wurde. Geschichte aber, und konkrete Geschichte sowieso, ist eine stetiger Veränderungsprozess. Nichts hat Bestand. Aus den neuen Kleinbauern wurden unter den bekannten Umständen Gensossenschaftsmitglieder. Aus den am Anfang misswirtschaftenden LPGen wurden in den 1970er hier gut, dort mäßig funktionierende Agrarbetriebe, z.B. mit gern genommenen Sozialleistungen für die Mitglieder. Nach der "Wende" hat hier eine Art kleine kleptokratische Reform stattgefunden. Die LPGen wurden sehr oft vom alten Führungspersonal übernommen, die Mitglieder manchmal fair ausgezahlt, allermeist aber nicht (erinnert an die "Gutscheine", in die Jelzin das sowjetische Volksvermögen auflöste und die dann von den Leuten aus Not billig verscherbelt wurden - an die späteren Oligarchen). Heute sind die Agrar e.G.'s sanierte Akteure im eu-kapitalistischen Agrarmarkt. Die Bodenreform-Landeigner haben zu billig verkauft oder verpachten an neue Agrar-Akteure (aka Großbauern), die sich Land günstig zusammenkauften. Seit einigen Jahren geht immer mehr solches Bodenreform-Land an Windkraft-, Solar- und Biogas-Unternehmen. Die paar wenigen Post-Bodenreform-Kleinbauern, die es noch gibt, haben keine guten Aussichten. Öko-Strom bringt mehr als Bio-Gemüse. - Wie gesagt, nichts hat Bestand.

RE: Seelenmord: Wie wir Ostler uns von Putin betrogen fühlen | 29.03.2022 | 10:14

"Wir glaubten uns in diesem eher melancholischen Bewusstsein vereint mit der untergegangenen Sowjetunion. Die Verlierer der Geschichte unter sich. Und nun das: ein neues imperial auftrumpfendes Russland. Eines, das sich um das „Nein“ in Jewtuschenkos Gedicht Meinst du, die Russen wollen Krieg? nicht schert. Müssen wir jetzt unsere ostdeutsche Seelengeschichte umschreiben, wir, die wir uns nicht selten als halbe Russen fühlten?"

"Und nun das"?!!! Und "umschreiben"?!!! - Wie kann man sowas fragen? Ich fürchte, letztlich steckt auch hinter diesem Text eine nationalkulturalistische Denke, die ansonsten derzeit fast konkurrenzlos allen Kommentaren zur Situation zugrunde liegt. Wie sie schon seit Beginn der Ukraine-Krise sowohl bei Putin-Verstehern wie bei Putin-Hassern zu finden war. Vom Zarenreich über Lenin und dem "sowjetischen Großreich" (eine genau in das Konzept passende Wortwahl - ich empfehle, was das "Großreich" angeht, dann doch eher den Rudolf-Walther-Text hier) bis kurz vor Gorbatschow - alles eine Soße. Die einen mögens, die anderen nicht. Und jetzt müssen wir alle zusammenstehen gegen die wiedererstarkte großrussische aggressive Irrationalität. Naja, oder die armen Russen gegen die böse amerikanische Verwestlichung in Schutz nehmen. Oder doch wenigstens zweifeln, ob "unsere" bisherige Russophilie nicht ein Irrtum war.

Ich habe alle Filme und Theateraufführungen gesehen, alle Roman gelesen, von all den Wissenschaftlern gehört, die in diesem Text erwähnt werden. Und das Wort "Deutschland" wird sich bis an mein Ende auf meiner Zunge immer fremd anfühlen. Aber dem hier gezeichneten "Wir" fühle ich mich nicht zugehörig. Putin kann mich mal, konnte er schon immer. Mein armes Seelchen kann er nicht antasten.

RE: Seelenmord: Wie wir Ostler uns von Putin betrogen fühlen | 29.03.2022 | 09:47

Ein paar Sätze noch eingeschoben zwischen "...zurück zur geopolitischen "Strategie" von 1914 gekommen." und "Der ukrainische Staat...":

Und auch das hat als national-egomane Entwicklung schon lange vorher begonnen. Mit dem Gründungsmythos-Nationalismus in Polen und im ganzen Osten, mit der politischen Strategie, mit der auf die Jugoslawien-Krise eingegangen wurde, schließlich mit der Entwicklung, die zum Brexit führte.

RE: Seelenmord: Wie wir Ostler uns von Putin betrogen fühlen | 29.03.2022 | 09:42

"Wie wir Ostler uns vom Westen betrogen fühlen" - Wirklich? Ist doch alles genau so gekommen, wie es absehbar war. Sogar, dass nun ein "Iron Dome" kommen soll, ist seit SDI (1980er) nicht verwunderlich. Dass die Agenda 2010 und ihre Folgen kommen würden - die globalkapitalistische Abkehr vom Keynesianismus, war seit den frühen Siebzigern zu beobachten. Dafür brauchten die Thatchers und Reagans Kumpane wie Pinochet, einem Vorgänger der Bolsonaros, Erdogans und Trumps. Die Post-Nine-Eleven-Politik war eine Kiste Sargnägel für die Völkerbund-Vereinte-Nationen-Utopie.

Und jetzt sind die führenden Nationen (!) des Globalkapitalismus (man darf auch wieder "Imperialismus" sagen, habt Ihr das mitbekommen - naja, nur zu Russland...) endgültig zurück zur geopolitischen "Strategie" von 1914 gekommen. Der ukrainische Staat ist ein erstes (williges), seine Bürger die ersten unfreiwilligen Opfer dieser Geopolitik zwischen den imperialistischen Mächten in West und Ost.

Wer sich unter diesen Umständen "betrogen" fühlt, wollte betrogen werden und ist am Betrug mitschuld.

RE: Der Freispruch der singulären Frau | 23.03.2022 | 14:21

Das werde ich lesen. Eben wegen des nicht-singulären Anliegens. Mit Gruß von einer anderen singulären "weißen 'Hete'“.

"Hete" - ein generisches Femininum :-)

RE: Lukas Hermsmeier über den Linksrutsch in den USA: Feindliches Gebiet für Amazon | 23.03.2022 | 14:05

Ja. Und der Freie Deutsche Gewerkschjaftsbund unter Harry Tisch war auch nicht gerade ein leuchtendes Beispiel für revolutionäre Gewerkschaften. Oder der Jimmy-Hoffa-Unionismus seinerzeit. Als Union von Lohnabhängigen und deren Interessenvertretung prinzipiell (!) progressiv.

RE: HET BOЙHE - Nein zum Krieg! | 23.03.2022 | 13:56

Kann man nur zustimmen. Ein anti-militaristisches Bündnis. Es gibt zuwenig Bündnis und zuviel partikularen Zoff auf der linken Seite von der Mittellinie.

RE: Die Grünen sind keine Umweltpartei mehr | 23.03.2022 | 13:46

"Die Grünen sind nicht die Einzigen, die jetzt verrückt spielen. Man muß es benennen, bei ihnen und allen anderen, aber kann nicht schon gleich endgültige Schlüsse ziehen." - Natürlich nicht. Wenn man den Grünen sagt, ihr macht jetzt schwere Fehler, dann ist das auch eine Art Anerkennung bzw. offenbart einen rest Hoffnung, die man in sie setzen kann/konnte. Der AfD sage ich das nicht. Die sind, was sie sind, eben Faschisten, und machen in diesem Sinne alles richtig. Zur FDP wäre ähnliches zu sagen - neo-liberal, gelegentlich mit national-liberalen Tendenzen. Die handeln in ihrem ureigenen Interesse "richtig". Die Grünen nicht.