Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Habt Ihr das gewusst? Eva war bereits Adams zweite Frau, er war vorher mit einer gewissen Lilith liiert. Über die Frau weiß Mann so gut wie gar nichts. Erst seit es das Internet gibt, ist einiges durchgesickert:

Am Anfang schuf Gott Adam und Lilith aus dem Staub der Erde und blies ihnen den Lebensatem ein. Da sie beide gleich erschaffen worden waren, waren sie einander in jeder Hinsicht gleichgestellt. Adam, als Mann, passte dies nicht, und er verlangte von Lilith, dass sie sich ihm unterordne. Lilith weigerte sich, rief Gottes heiligen Namen an und flog weg. Sofort beklagte sich Adam darüber bei Gott. Gott schickte drei Boten zu Lilith, um sie zur Rückkehr zu Adam aufzufordern. Sonst werde sie bestraft. Lilith aber wollte nicht mit einem Mann zusammenleben, der sie nicht als Gleichgestellte behandelte, und sie beschloss, dort zu bleiben, wo sie war. Als Ersatz für Lilith „baute" (...) Gott für Adam eine zweite Frau aus Adams Seite: Eva, die nun nicht mehr gleich wie Adam „erschaffen" (...), sondern als „eine Hilfe ihm gegenüber" „gebaut" wurde.

(...)

Adam und Eva waren zunächst glücklich miteinander. Mit der Zeit aber verspürte Eva gelegentlich Fähigkeiten in sich, die unentwickelt blieben, und Adam begann sich mit der angepassten Eva zu langweilen. Immer häufiger träumte er von Lilith, und eines Tages überstieg Adam, als Eva gerade am Kochen war, die Mauer des Gartens Eden, um Lilith zu suchen. Er dachte, ihr fehle sicher der Mann, sodass er sie leicht zu seiner Nebenfrau machen könnte. Als er Lilith fand, war sie gerade mit dem Studium der Tora beschäftigt – nicht unserer Tora aus Tinte und Pergament, sondern der mit schwarzem Feuer auf weisses Feuer geschriebenen Ur-Tora, die auf Gottes Knie ruht. Auch Adam studierte gelegentlich die Ur-Tora, und er gab vom Gelernten an Eva das weiter, was ihn für sie gut dünkte und ihm nützte. Lilith freute sich über Adams Besuch, da sie hoffte, mit ihm zusammen die Tora studieren zu können. Aber es störte Adam, dass sie gleich viel oder teilweise noch mehr wusste als er, und er weigerte sich, mit ihr zu lernen. Stattdessen versuchte er, Lilith zu seiner Nebenfrau zu machen. Als ihm dies nicht gelang, kehrte er zu Eva zurück. Nun begann er immer intensiver von Liliths unerreichbarer Schönheit zu träumen. Eva aber erzählte er (indem er die Situation umkehrte), dass Lilith nachts zu ihm geflogen komme, um ihn zu verführen. Sie sei eine Dämonin und mit dem Satan liiert.

(Quelle)


https://lh4.googleusercontent.com/_KzT7aueQ9sM/Tbw3yV1SFQI/AAAAAAAABFk/ZX7-pSMumfU/s800/lilith_NortreDame.jpg

Na ja, das sind so Geschichten, feministisch-jüdische Theologie und so weiter. Nehmen wir’s mal als Fabel, Märchen, Mythos. Mit dem wahren Leben hat das ja nicht viel zu tun.

Und zum Glück gibt es hier in der Community keine Lilith, keine Megären, Furien, Erinyen, die zuviel wissen, die ihre Gedanken nicht im Zweifingersystem tippen, die nicht vergessen, Ruhe geben, stillhalten, nett sein können, die keine Lust haben, eine„moderne Eva“ zu sein: „emanzipiert, aber weiblich“, „gebildet, aber sexy“, die „weiß, was sie will“, d.h., die will, was sie soll, oder, die weiß, wann sie soll, was sie will.

Die zuviel weiß, lebt gefährlich. Wenn sie nervt, frech ist, unduldsam, streitlustig, unbeugsam, maßlos selbstbewusst, lebenserfahren, verletzt und verletzend, respektlos, heldenverachtend, anti-autoritär, hätte sie hier nichts zu lachen. Würde Betonfeministin, Gottesanbeterin, Hexe genannt werden, verbal angespuckt von Idioten, die alles daran setzen, sich nie, nie, nie in ihrem Leben ihre Idiotie eingestehen zu müssen.

Würde, ob sie will oder nicht, Aufruhr, Unruhe, Furor, Randale, shitstorms, nein, nicht verursachen, sondern für solche als Anlass genommen werden. Würde ständig ‚gemeldet’, denunziert, diffamiert werden.

Da das aber einem gedeihlichen Community-Leben ziemlich abträglich wäre, würden nicht nur die Kläffer, Hetzer, Populisten, Inquisiteure und Erziehungsvergewaltiger verwarnt, deaktiviert, verbannt werden, sondern „um des lieben Friedens willen“, aus „Gerechtigkeit“, „Ausgewogenheit“ auch mal wieder unsere Lilith.


Und dann würde einem womöglich die Lust vergehen, noch ein aktivierter Nutzer zu sein.


18:43 30.04.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

goedzak

Wenn ich gar zu glücklich wär' / Hätt' ich Heimweh nach dem Traurigsein. (F. Hollaender)
goedzak

Kommentare 28