Räuber oder Prinz?

D.A.F. minus 1 So eine Todesmeldung stimmt melancholisch, wo man sie doch ironisch kommentieren sollte, um dem teuren Toten gerecht zu werden
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Gabi Delgado-López ist tot. Um 1980 haben er und Robert Görl nicht nur mich, hmm, befremdet mit D.A.F ("deutsch-amerikanische Freundschaft"?!!) und "Tanz den Mussolini" (Mussolini?!! ). Ich war mehr mit The Clash ("Spanish Bombs"): "...Fredrico Lorca is dead and gone / Bullet holes in the cemetery walls...".

Inzwischen bin ich 'n büschen älter, erwachsener, klüger, lebenserfahrener, attraktiver. Was soviel heißt wie: Ich brauche keine subkulturellen Kasperpuppen mehr, um mein Selbstbewusstsein übers Wochenende zu retten. Aber ich verstehe nun auch sehr gut, dass es richtig war, den etablierten, saturierten und bierernsten Hippies in die vegane Suppe zu spucken. Ein retrospektives Danke dafür, Gabi.

Es gibt zwei Arten von subkultureller Popmusik. Die eine ist Attitüde. Die andere ist Musik. Oder: Die eine ist melancholisch, die andere zornig. Ich neige zur letzteren Sorte. D.A.F. war was für die anderen.

Mit den Sleaford Mods kann man kollektiv Steine schmeißen. Mit D.A.F. konnte jede(r) ganz für sich die Depression mit Ironie päppeln.

D.A.F.. Okay. Aber immer noch viel besser als Kraftwerk.

17:30 24.03.2020
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Geschrieben von

goedzak

I'm a-leaving' tomorrow, but I could leave today. (Bob Dylan)
goedzak

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