„Wesen, die sich selber rekreier'n...“

Kleinkunst großartig 1000 kleine Dinge, Kinderphantasie und Ursprungsmythen
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Schauspieler, Musiker (Käptn Peng), Dichter, Folks-Rapper, Maler, Readymade-Installateur, Performance-Performer – all das ist Robert Gwisdek (Gwisdek? Ja, und Harfouch. SchauspielerInnen-Sohn also auch noch.)

Die Shows (Käptn Peng & die Tentakel von Delphi) sind Pop-Konzerte genauso wie Kunst-Performances, Readymades in Progress, denkt man, wenn man die Jungs auf der Bühne mit Klobürsten, Schaumschlägern, alten Koffern, Schlüsselringen und dergleichen aus dem Marktsegment „1000 kleine Dinge“ hantieren sieht.

Low-Tech-Ästhetik als freundlich-ironisch-hintersinniger Kommentar zum elektronischen Zeitgeist. Unplugged-HipHop. Unplugged? Naja, jedenfalls nicht digital. Leichthändiges Hantieren mit Lebensbanalitäten, Alltagskram, Bildmaterial und Bildungsgut, fröhlich und melancholisch.

Wer seine Rhymes baut wie ein kleiner Junge, der aus Stöckchen, Bröckchen und Steinchen zauberhafte Spielobjekte bastelt, der muss ja ein Schriftsteller sein: Voilà, der erste Roman, Der unsichtbare Apfel, ist soeben erschienen.

Bisher Geheimtip, wird das Ganze (Gwisdek und Käptn Peng) nun wohl durch die Decke gehen. Der Kulturbetrieb auf der Suche nach frischem Blut ist wieder fündig geworden. Hypes nerven ja immer, aber es gibt schlimmere.

Also, hingehen, ist bestimmt keine verlorene Zeit!

Und hier der versprochene neue Schöpfungsgeschichte:

Robert Gwisdek, Der unsichtbare Apfel, Kiwi-Taschenbuch, 2014

Käptn Peng & die Tentakel von Delphi, Expedition ins O, Kreismusik (Soulfood), 2013

09:47 12.03.2014
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Geschrieben von

goedzak

I'm a-leaving' tomorrow, but I could leave today. (Bob Dylan)
goedzak

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