Verbrechen und Therapie

Schlüsselerlebnisse Ein Plädoyer für "zweckfreie" Kultur-Projekte. Nicht nur in Gefängnissen
Exklusiv für Abonnent:innen

Hegel äußert in seiner Philosophie des Rechts den Gedanken, dass die Strafe nicht nur an sich gerecht sei, sondern dass der Verbrecher ein Recht auf sie habe. Der Verbrecher hat sehenden Auges und willentlich das Recht negiert, nun negiert die Strafe die Verletzung der Rechtsordnung. Die Strafe ist also Verletzung der Verletzung, Negation der Negation. Die Strafe ehrt im Verbrecher das verantwortliche und vernünftige Wesen. Der Verbrecher hat sich entschieden und wird durch die Strafe als Subjekt mit Willen und Entschlusskraft gewürdigt. Ein unvernünftiges Tier dagegen kann nur gezüchtigt, nicht aber gestraft werden.

Wie hätte Jean Genet, der viele Jahre in französischen Gefängnissen verbracht und sich während der Haft zum Schriftsteller ver