golowind

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RE: „Bloß nicht in Verdacht geraten“ | 04.10.2018 | 22:26

Danke für das Gespräch. Wie Maxi Leinkauf gehöre ich zur "Dritten Generation Ost" und sie spricht mir aus der Seele. Drei Gedanken noch dazu.

Was ich, erstens, so krass finde für die Zweite (teilweise auch Erste) Generation Ost ist die Erfahrung, dass mit einem Schlag alles, was man bisher im Leben getan/erfahren/geglaubt, wofür man gekämpft, gelitten, gelebt hat, falsch oder umsonst/sinnlos gewesen sein soll. Und genau das ist wahrscheinlich das, was in der Bundesrepublik Geborene und Aufgewachsene (aufgrund der Umstände, nicht aus eigener Schuld) nicht verstehen können. Wenn du ständig hörst oder zu spüren bekommst, dein bisheriges Leben, deine persönlichen Wahrheiten und deine (z.B. auch wissenschaftlichen) Leistungen seien nichts wert, dann hat das psychische Folgen.

Was ich zweitens total spannend finde, ist die Frage des Geldes. Mein Vater hat relativ früh nach der Wende gesagt: "Jetzt denken alle nur noch ans Geld." Zuerst habe ich das als eine Art Nostalgie abgetan, aber inzwischen frage ich mich wirklich immer wieder, wie sehr unsere Mentalität und unser Handeln eigentlich vom Geld oder Ans-Geld-Denken korrumpiert/manipuliert sind, ob das in der DDR eigtl. anders war und, wenn ja, was diese Veränderung mit Menschen macht?

Und drittens möchte ich darauf hinweisen, dass 70% der AfD-Wähler der letzten Bundestagswahl in den alten Bundesländern leben. Es könnte sein, dass viele rechtsgesinnte Ostdeutsche ihre Meinung einfach offensiver, offener zur Schau stellen als dies Westdeutsche tun.

RE: Halb lustig, halb stolz | 14.09.2016 | 21:25

Danke, Herr Jäger, für diesen überraschenden und erfrischenden Artikel in all der mistigen politischen Gesamtlage. Mir geht es nämlich mit Dvorak fast genauso wie Ihnen (mit der 9. ist es nicht ganz so schlimm) und habe gleich die CD 3 aus der Gesamtausgabe geholt (Suitner), um sie seit langem mal wieder (bewusst) zu hören. Nur bei der "philosophischen" Frage bin ich ein bisschen ins Trudeln gekommen: für mich als Hörer ist sie nicht (mehr) relevant, da scheint mir der ästhetische Gesamteindruck wichtiger, also dass er gefühlsmäßig stimmig ist. Aber für den Dirigenten/Interpreten ist das vielleicht was anderes.

RE: Bob Dylan | 24.05.2016 | 23:54

Mein lieber Herr Dannemann,

wie sehr bereue ich es inzwischen, dass ich in den letzten Jahren am RGE nicht öfter bzw. tiefgründiger mit Ihnen über D. gesprochen habe. Mit "Not dark yet" und "A hard rain's a-gonna fall" geht es mir z.B. wie Ihnen. Ihr Text zwingt mich geradezu, einige Alben neu zu hören. Vielen Dank für die ausgelegten Fährten! Mit besten Grüßen T.

RE: Kein Cent für illegalen Dreck | 02.03.2016 | 18:31

Danke für diesen anscheinend sehr gut recherchierten und mich erschütternden Artikel. Das ist für mich sehr guter Journalismus. Es ist wahrscheinlich auch diese "Nahaufnahme", die mich als ehemaligen Potsdamer Studenten so betroffen macht. Wir brauchen gar nicht so oft nach Neapel oder in andere Länder des Südens schauen, sondern müssen erstmal bei uns kehren.

RE: Mein Suchtlesejahr 2013 | 26.12.2013 | 23:43

Dieser Beitrag ist für mich persönlich sehr interessant, weil ich vor ähnlichen Problemen stehe wie der Autor (wobei ich hauptberuflich etwas anderes mache). Seit drei Jahren schreibe ich Rezensionen der gelesenen bzw. gehörten Bücher, die ich aber erstmal nur für mich mache und nicht veröffentliche. So eine Art Resumee des Leseerlebnisses. Und gleichzeitig Rückschau, was ich wann gelesen habe. Ich glaube, als Reflexion ist das grundsätzlich nicht schlecht, vor allem, wenn man viel liest, damit eben nicht das passiert, was Herr Lichtenberg androht. (Übrigens habe ich die "Schatzinsel" gemeinsam mit Freundin als Hörbuch (toll gelesen von Harry Rowohlt) gehört und fand es hervorragend. Hörbücher wären eventuell eine kleine Abwechslung für Herrn Schütz - und seine Frau). Von einigen Viellesern erfährt man wahrscheinlich gar nichts oder nicht viel. Denken Sie z.B. mal an Literaturprofessoren, die sich allerdings auch schon zum Lesen zwingen müssen vor lauter akademischer und bürokratischer Arbeit. Das mit den Amazonrezensionen machte mich auch schon nachdenklich. Aber man kann ja Bücher rezensieren, die man schon vor längerer Zeit (oder gar nicht) gelesen hat, so dass man in Rezensionsbündeln auf entsprechend hohe Zahlen kommt. Es beruhigt mich zu hören, dass auch Ihnen das Abbrechen einer Lektüre schwer fiel. Ohne eine genaue Ahnung Ihrer bisherigen Lektüre zu haben wollte ich am Ende nur noch anmerken, dass wir westlichen Leser wahrscheinlich oft Gefahr laufen, uns auf die westliche Literaturhemisphäre zu begrenzen und dabei ganze Kontinente aus dem Blick verlieren könnten.

RE: Red keinen Stuss | 16.12.2013 | 22:36

als juristische großlaien haben wir nicht ganz verstanden, wie schulfotos und schulzeugnisse in eine personalakte kommen, in die die polizei einsicht hat? darf die polizei meine personalakte bei meinem arbeitgeber einsehen?

RE: Die Stimmung in der Klasse ist sehr gut | 19.08.2013 | 00:17

persönliche theorie zum ort des saisonauftakts: am 18.08.1993 ist die kapellbrücke in luzern ziemlich dolle abgebrannt, praktisch 20. jahrestag (s. wikipedia). kann natürlich auch zufall sein.

RE: "Es ist seitdem nicht mehr viel dazugekommen" | 30.06.2013 | 00:15

sehr interessantes interview, hat mich ebenfalls neugierig u.a. auf das buch gemacht. kleiner hinweis an die journalisten: der maler der "apokalyptischen landschaften" wird im familiennamen mit "d" geschrieben, also ludwig meidner (quelle: wikipedia, jüdisches museum frankfurt).

RE: Schon 'ne schöne Stadt, München | 03.01.2013 | 22:42

@Miauxx u.a. : mir kam die figur des gisbert überhaupt nicht sympathisch vor. nach fünf minuten dachte ich, er wäre der mörder und will nur noch beweise vertuschen bzw. einen alternativtäter finden. da bin ich der inszenierung wohl auf den leim gegangen. so dämlich wie der kann sich doch kein ausgebildeter polizist benehmen. hat mich auch gewundert, wie lange die beiden gestandenen und durchaus selbstbewussten kollegen sich das bieten lassen. (beruhigt mich aber ein bisschen, ich lasse mir auch noch zu viel bieten.)

RE: Wir müssen offen miteinander sprechen | 14.10.2012 | 22:21

lieber herr dell,

seit monaten, wenn nicht jahren, lese ich ihre rezensionen mit vergnügen, und auch die kommentare sind meistens sehr interessant. heute habe ich soviel rotwein intus, dass ich den mut finde, mein comingout zu gestalten.

1) seit jahren dachte ich, uwe barschel wäre in der spd gewesen. das hat sich heute (leicht schockiert, im nachhinein aber wieder nicht verwunderlich) korrigiert.

2) die ansage von fabian, dem sohn von minister von treunau, dass dieser sich aus dem haus scheren solle, fand ich für einen 14?-jährigen ziemlich krass. wie tief muss da die idee der monogamie bei ihm schon verwurzelt sein (liegt bei mir an lektüre des "lobs der offenen beziehung).

3) mit sarah b. hätte ich gern einmal sex.

übrigens sehe ich (*1979) solche handlungsstränge wie die barschel-geschichte für die generation von sarah als recherche-anstoss. die kieler atmosphäre kam sehr gut rüber.

golo