RE: Wer ist hier gefährlich? | 01.11.2013 | 12:31

Moin, lieber JR,

richtig traurig finde ich, dass mich das Thema eigentlich schon interessiert hätte. Und ebenso, dass ich einige Sache durchaus so wie Irma Kreiten sehe. Ich selbst befasse mich ja auch mit einem Problem, eigentlich einem Skandal, was nicht wirklich geeignet ist für die Publikumsmedien. Statt, wie ich es mit dem "anderen Kanal" angeboten habe, hierüber auch in einer Form zu diskutieren, wie es in Leserkommentaren nicht möglich ist, schon zum gegenseitigen Schutz der Persönlichkeitsrechte. Statt dessen sah ich mich plötzlich wilden Beschimpfungen ausgesetzt.

Ich habe dieses Angebot zurückgezogen, nachdem hier der Ton immer aggressiver wurde, inhaltlich habe ich auch weiterhin vollstes Verständnis. Und damit möchte ich diese unerfreuliche Metadiskussion von meiner Seite nun wirklich beenden. Es ist zu viel Porzellan zerschlagen worden, um die Diskussion in der Sache aufzunehmen oder sich über geschicktere Weg der Kommunikation direkt auszutauschen.

Beste Grüße

Grabert

RE: Wer ist hier gefährlich? | 01.11.2013 | 01:36

Moin, liebe Irma Kreiten,

an einer Fortführung einer Diskussion zu dem von Ihnen eingebrachten Thema besteht meinerseits nun nicht mehr das geringste Interesse. Wenn mich nicht alles täuscht, haben Sie hier fünf (ich habe es nicht wirklich gezählt) von Ihren acht Beiträgen zum Thema verfasst. Dabei hat für mein Empfinden keinerlei Zensur stattgefunden, deren Befürwortung Sie mir hier auch noch vorwerfen. Diesen, wie die zahlreichen anderen gegen mich erhobenen Vorwürfe, möchte ich nicht weiter kommentieren, dafür erachte ich diese für zu abwegig.

Abschließend möchte ich darum bitten, mich fortan nicht mehr mit solchen Kommentaren zu behelligen; insbesondere auch, weil Sie hier von mir eine nie verweigerte Höflichkeit einfordern, die Sie mir mit Ihren letzten beiden Kommentaren aber selber nicht entgegen bringen. Ich stelle hierin, wie ich Ihren Blogs entnehmen konnte, aber keinen Einzelfall dar, so dass es aus meiner Sicht keinen Sinn macht, hierauf weiter einzugehen. Unnötige gegenseitige Anfeindungen wären die Folge.

Ihrem Vorhaben wünsche ich dennoch ein gutes Gelingen.

Beste Grüße

Grabert

RE: Lucke im System | 31.10.2013 | 23:17

Moin, lieber Konfuzikuntz,

es wäre schön, ich hätte nicht immer dieses dumme Gefühl im Hinterkopf, von Ihnen für meine Sicht verhöhnt zu werden. Lebt der politische Diskurs nicht davon, dass man unterschiedliche Positionen gegenüber stellt?

Es ist auch mehr als eine Geschmacksfrage, wenn man sich mit dem befasst, was die AfD als Botschaft vermitteln möchte. Und ich nenne es daher auch populistisch, weil die Partei antritt mit dem Claim "Mut zur Wahrheit!" und die wichtigsten Kernaussagen in verklausulierten Sätzen recht euphemistisch umschreibt. Ja weitergehend der Spiritus rector der Partei, der mir oft den Eindruck eines Alleinunterhalters macht (noch eine Parallele zu Wilders), alle Leute aus seiner Partei zurück pfeift und dann mehr oder minder halbherzige Dementies nachreicht, wenn andere Parteimitglieder einmal den eingeforderten Mut aufgebracht haben und Klartext von sich gaben. Ich habe, ganz entgegen Ihrer Vermutung, überhaupt nichts dagegen, die AfD brächte ganz einfach den Mut auf, zu verkünden: "Ja, wir wollen die EU auflösen!" Das wäre ehrlich, dann kann man offen damit umgehen, man kann sich dann klar für oder gegen die EU positionieren.

Die jetzige Haltung der AfD zu Europa, genauer gesagt: zur EU, halte ist deswegen für ebenso wenig ehrlich wie die Schuldzuweisung an das Europaparlament, wie ich es ja schon beschrieb. Ich nehme hier eine deutlich andere Position ein, was mich noch nicht zu einem Befürworter der Merkelschen EU-Politik macht und auch nicht vom Erfolg der Europapolitik der möglichen Großen Koalition überzeugt.
Ja, auch ich sehe große Mängel im Konstrukt der EU, geschuldet ist erster Linie dem Entstehen aus der überschaubaren Montanunion und den Wachsen im Umfang, ohne gleichzeitig die nötigen Steuerungs- und Kontrollmechanismen mit entstehen zu lassen, wie ein vollwertiges EU-Parlament und den Ersatz der Kommission durch eine funktionsfähige Regierung, wie immer man sie dann nennen mag. Die Lösung kann für mich nicht sein, in ein nationalstaatliches Modell des auslaufenden 19. Jh. zurück zu fallen, das bereits bewiesen hat, keine gute Lösung gewesen zu sein.
Beste Grüße
Grabert

RE: Gefahr aus dem Tal | 31.10.2013 | 22:13

Moin, liebe(r) Miauxx,

da bin ich beim Schreiben wieder einmal einer meiner Standardeinleitungen erlegen, Sie haben natürlich vollkommen Recht, er irrt nicht. Schönen Dank für den Link, optisch zwar nicht mein Ding, aber der Inhalt gleicht es aus.

Beste Grüße

Grabert

RE: Wer ist hier gefährlich? | 31.10.2013 | 11:33

Moin, liebe Rechercheuse,

nun ändern die Briten also ihr Mediengesetz, Auslöser ist aber die Kaltschnäuzigkeit der Murdock-Presse mit dem Abhörskandal, bei dem Revolverjournalisten auch unbescholtene Bürger zum Zwecke der Erhaschung von Sensationen bespitzelten. Die zeitliche Koinzidenz ist schon verblüffend.

Ungarn schwappt über. Aber ich betrachte es aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Letztlich hat die freie Presse auch durch Murdock einen schweren Schaden erlitten. Die Schlapphüte könnten jetzt davon profitieren.

Beste Grüße

Grabert

RE: Wer ist hier gefährlich? | 31.10.2013 | 10:51

Moin, liebe Betül Kisal,

genau diese Art von Kommunikation ist es, die auch Frau Kreiten immer wieder gegen Wände rennen lässt. Ihren Vorwurf, ich würde sie hier angreifen, weise ich als absurd und überzogen zurück. In meiner ersten Antwort auf Frau Kreiten habe ich auf das Kapern von Diskussionen hingewiesen. In diesem Thread geht es doch vorrangig um die NSA-Affäre, um Snowden, den Guardian, Pressefreiheit und Cameron.

Das alles hat mit den Tscherkessen und dem Völkermord direkt nichts zu tun. Es steht Ihnen doch frei, einen eigenen Thread zu starten, in dem dies zum Thema gemacht wird, hier wollte ich es eigentlich nicht vertieft behandeln, unabhängig davon, dass Ihre Beschimpfung mir wirklich jede Lust raubt, mich damit zu befassen. Der Grundfehler, den ich auch gegenüber Frau Kreiten ansprach, ist der dauernde Versuch, allen möglichen Leuten Diskussionen aufdrängen (aufzwingen) zu wollen, die sie nicht führen wollen. Statt sich so Verbündete für Ihr Anliegen zu sichern, bringen Sie die Leute gegen sich auf, die dann folgerichtig erbost auf Ihre Anfeindungen reagieren.

Gerade mit Rücksicht auf Persönlichkeitrecht hatte ich angeboten, dass ich mit Frau Kreiten die von ihr vertieft nachgeschobene Frage auf anderem Wege als einer öffentlich zugänglichen Seite behandle. Die Absurdität Ihrer persönlichen Anfeindungen gegen mich ist daher kaum noch zu überbieten. Eine im Ton angemessene Entschuldigung Ihrerseits erwarte ich.

Beste Grüße

Grabert

RE: Lucke im System | 31.10.2013 | 09:23

Moin nochmals,

eines hatte ich vor Schreck ganz vergessen anzusprechen, der erste von mir zitierte Satz mit den "Wir wollen in Freundschaft [...]" besagt alles andere als stabile nachbarschaftliche Beziehungen. Wir lernen ja gerade wieder, wie schwach die Aussage von befreundeten Staaten real ist. Ich denke, das ist inzwischen deutlich geworden, etwas wenige als diese Maximalsicht der AfD sind bereits zwischenstaatliche Verstimmungen und Spannungen. Spannungen die am Anfang des 20. Jh. mit genau dem gleichen Wettbewerbsanspruchs von Cameron und der AfD letztlich im Ausprobieren des Schliefenplans endete. Bedenken Sie, die seinerzeit federführenden Monarchen waren verwandt und hatten zeitweise ein gutes, vielleicht herzliches Verhältnis zueinander. Ich weiß, das ist jetzt schon etwas boshaft formuliert. Nehmen Sie es bitte als Anregung, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass keiner in der AfD Spannungen zwischen den jetzigen EU-Staaten herauf beschwören möchte.

Beste Grüße

Grabert

RE: Lucke im System | 31.10.2013 | 09:11

Moin, lieber Konfuzikuntz,

ich will versuchen, Ihnen angemessen zu antworten, stütze mich dabei auch auf Kernaussagen der AfD (im O-Ton). Zunächst kommen alle populistischen Parteien, die AfD zähle ich jetzt einfach einmal dazu, nicht ohne eine bestimmte euphemistische Art der Formulierungen aus, denen man vordergründig ohne all zu viele Vorbehalte zustimmen würde.

So stand zur Europapolitik im Wahlprogramm zur Bundestagswahl u.a. der folgende Satz: "Wir bejahen ein Europa souveräner Staaten mit einem gemeinsamen Binnenmarkt. Wir wollen in Freundschaft und guter Nachbarschaft zusammenleben", dem sicher fast jeder zustimmen würde. Warum auch nicht?

Streng genommen steht da aber die Auflösung der EU! Es ist ein Zustand, der mit wenigen Abstrichen bereits an der Schwelle vom 19. auf das 20. Jahrhundert galt, sieht man einmal von den damaligen Zollschranken ab. Der berühmte Werbespruch "Made in Germany" rührt auch aus dieser Zeit, der im Ursprung nicht als Werbung gedacht war, viel mehr als Warnung vor deutschen Waren, die den britischen Markt überschwemmten. Das heutige "Buy british" wirkt da nicht viel anders.

Das wird verstärkt durch den Punkt "Das europäische Parlament hat bei der Kontrolle Brüssels versagt. Wir unterstützen nachdrücklich die Positionen David Camerons, die EU durch mehr Wettbewerb und Eigenverantwortung zu verschlanken". In diesem Satz steckt neben einer dicken Unwahrheit (um es nicht "Lüge" nennen zu müssen) und die Betonung der Aushebelung der EU, wie ich sie oben beschrieben habe.

Die Unwahrheit ist die dreiste Behauptung, das EU-Parlament habe versagt, real wurden dem Parlament gezielt alle möglichen Kontroll- und Einflussmöglichkeiten bewusst vorenthalten, selbst beim berühmten Lissabon-Vertrag, der dem Parlament nun einige Möglichkeiten mehr zugesteht.

Ganz vorne weg sind es die EU-Gegner, vor allem aber nicht nur die Briten, die dem Parlament die nötigen Rechte versagen. Camerons Position zu stärken, bedeutet genau diese Demontage von Innen mit aller Kraft zu stützen.

Und hier unterscheidet sich die AfD leider weder vom Vlaams Belang, die zusätzlich noch Belgien spalten möchten, und der PVV von Wilders, die mit der Freiheit in Namen nicht jene Freiheit meinen, die ich darunter verstehen möchte. Der deutsche Ableger der PVV, die Partei Die Freiheit, versucht ja nicht ohne Grund, massive in die AfD einzufließen. Man findet bei dieser erfolglos gebliebenen Partei ganz ähnliche Denkansätze, teilweise ähnliche Formulierungen.

So, ich denke, für den Moment ist dies genug.

Beste Grüße

Grabert

RE: Gefahr aus dem Tal | 31.10.2013 | 08:10

Moin, lieber Tlacuache,

dieser Eigentore wird man aber besser Herr.

Beste Grüße

Grabert

RE: Gefahr aus dem Tal | 31.10.2013 | 07:21

Moin,

da irrt Evgeny Morozov leider in einem entscheidenden Punkt, nicht das Mitlesen der NSA ist das Hauptproblem, die Hoheit über unsere Lesegewohnheiten durch Amazon, Yahoo, Google, Apple, Microsoft (letztere erstaunlicherweise noch am moderatesten) etc. ist die größere Gefahr. Über die NSA regen wir uns auf, bei der Hauptgefahr wirken wir fleißig mit.

Aber warum ist die Gefahr durch die privatwirtschaftliche Seite größer und warum ignorieren wir es so beflissentlich? Am Ende nur, weil es nicht die staatliche Überwachung ist? Nein, viel banaler ist es, wir ignorieren es, weil es in, chic und vor allem bequem ist. Es ging ein leister Aufschrei durch die (meist linken) Communities, als Merkel von der "marktkonformen Demokratie" konfabulierte. Leise deswegen, weil die Communities sich längst in dieser "marktkonformen Demokratie" eingerichtet haben, längst marktkonform Daten konsumieren und mit Daten bezahlen. Das tut ja auch nicht weh, auf dem Konto. Es ist aber die Unfreiheit, von der wir nichts wissen (wollen).

Wer ein Buch kauft, der hat es im Regal stehen, kann es aufschlagen, wann immer es gefällt, auf jeder beliebigen Seite, kann ungestraft und unbeobachtet Randnotizen machen. Wer dies überwachen möchte, der muss schon, wie einst die STASI (es gibt ja diesen schönen MfS-Lehrfilm, der es beschreibt), zuhause einbrechen und höchst persönlich schnüffeln. Anders bei allen möglichen Formen der eReader, bei denen oft der Inhalt recht flüchtig zwischengespeichert ist, das Bücherregal hat die eigenen vier Wände verlassen, steht bei den Anbietern, die letztlich darüber entscheiden, ob wir etwas lesen können und dürfen oder eben nicht. Wir haben Angst vor Überwachung und Zensur, wenn der Staat sie ausübt oder auch nur der Verdacht besteht, er könnte. Privatwirtschaftlich läuft das aber längst, wir machen alle (naja fast alle) brav mit. Und das nur, weil die Zensur (ein Wort, das die Communities zusammenzucken lässt) viel subtiler ist, sie verbirgt sich hinter wohlgemeinten Empfehlungen, was andere, die dieses oder jenes gelesen haben, auch interessierte. Ob dies stimmt, ist nicht überprüfbar, das ist aber auch nebensächlich. Gerne lässt man sich diese Entscheidung abnehmen, es ist ja bequem.

Ach ja, ich lese auf Papier, wer mich und meine Bücher nebst Randnotizen und Merkern überwachen will, muss einbrechen; wer mir die Texte wegnehmen möchte, auch! Dafür, auch wenn es schrecklich unmodern ist, überstehen die Bücher und Skripte problemlos jeden Generationswechsel von Lesegeräten, jede neue Softwaregeneration und jede Zugriffssperre.

Beste Grüße

Grabert