RE: Mehr ein Vertrauensbeweis | 31.10.2013 | 06:38

Moin, liebe(r) Apatit,

zur Ergänzung, letztlich gefällt mit der Artikel in der SZ eigentlich besser, oder der in der FAZ (1 und 2) . Nach den erneuten Berichten über das Abgreifen bei Google und Yahoo, was allerdings so neu gar nicht ist, wimmelt es natürlich von weiteren Artikeln, ich verzichte mal auf das Verlinken.

Beste Grüße

Grabert

RE: Wer ist hier gefährlich? | 31.10.2013 | 00:20

Moin, liebe Irma Kreiten,

kurz gefasst, bin ich mir unschlüssig, ob ich da so viel zur Aufklärung beitragen kann, Auch möchte ich bezweifeln, dass hier der richtige Ort ist, dies zu tun. Schwierig wird es auch dadurch, dass ich hier nicht für mich spreche (besser: schreibe). Es ist also alles mit einer gewissen Vorsicht zu nehmen. Niemand wird vermutlich über Vor- oder Nachteile nachdenken, die meisten ablehnenden Äußerungen dürften darauf fußen, dass der Schreiber einfach mit dem Thema in Ruhe gelassen werden möchte. Die Motive, auch das ist reine Spekulation, dürften wohl hauptsächlich damit zu tun haben, dass es oft originär um ganz Themen ging, auf die sich die Leute eingestellt hatten. Bei Redaktionen kommt noch hinzu, dass es dort primär darum geht, Inhalte zu transportieren, von denen die Redaktion ein breites Interesse vermutet. Die Tscherkessen dürften nicht dazu gehören.

Wenn Sie hierüber vertiefend diskutieren möchten, schlage ich vor, dies auf einem anderen Kanal zu tun, auch in Ihrem Interesse.

Beste Grüße

Grabert

RE: Wer ist hier gefährlich? | 30.10.2013 | 15:18

Moin, liebe Irma Kreiten,

es ist zu befürchten, dass Ihnen meine Antwort gar nicht gefallen wird. Die Winterspiele 2014 haben mit den Tscherkessen nur marginal etwas zu tun. Sie überbewerten die Angelegenheit dermaßen, dass Sie letztlich überall nur noch anecken und den Leuten damit schrecklich auf den Nerv fallen. Das wird bei der FR-Redaktion nicht anders sein als bei den von Ihnen zitierten Facebook-Seiten. Leider kapern Sie andere Diskussionen zu Gunsten Ihres zentralen Themas immer wieder und sind anschließend über die Reaktionen dort erbost. Löschungen, wie bei der FR, und schroffe Antworten, wie bei Tobias Pflüger, sind die logische Konsequenz.

Die zurückhaltende Berichterstattung in den Medien ist sicher keiner internen Zensur geschuldet, sie ist Folge des Umstands, dass die Tscherkessen in der heutigen Nachrichtenflut kaum auf Interesse stroßen. Zunächst einmal sollte man erwähnen, dass der Genozid an den Tscherkessen im letzten Drittel des 19. Jh. stattfand. Einziger Zusammenhang mit dem heutigen Sochi ist, dass ein Massengrab bei den Bauarbeiten für die Sportanlagen gefunden wurde. Es mag auch sein, dass man in Russland nicht gerade taktvoll mit dieser historischen Grabungsstätte umging. Das Massengrab, von dem ein von Ihnen zitierter Artikel der österreichischen Zeitung Der Standard berichtet hat, war offensichtlich bis zu seiner zufälligen Entdeckung bei den Bauarbeiten unbekannt.

Der Ausbruch des 1. Weltkriegs ist im nächsten Jahr 100 Jahre her, es gibt immer noch viele nie geborgene Gefallene vornehmlich an der Westfront, aber auch am Isonzo oder den Dolomiten. Gerade bei Ypern und Passendale oder an der Somme werden bei Bauarbeiten immer wieder Skelette ausgegraben. Die Überreste werden geborgen und später (soweit möglich) auf einem Soldatenfriedhof beigesetzt.

Vor Ende der Spiele in Sochi, die ich aus vielen anderen Gründen kritisch sehe, werden die dortigen Verantwortlichen mit Sicherheit kein Ohr für die Problematik haben, die für Sie ein zentrales Thema Ihres Lebens ist. Ich hoffe, ich bin nicht zu indiskret, wenn ich anspreche, dass Ihr Schwerpunkt der Forschungsarbeit bei dem Themenkomplex liegt, der in der breiten Masse der Leserschaft vieler Zeitungen wohl auf kaum mehr Interesse stößt als einem vielleicht 20-Zeiler unter "Buntes aus aller Welt", in der FAZ vielleicht etwas ausführlicher im Feuilleton.

Sie würden Ihrem verständlichen Anliegen vermutlich mehr dienen, wenn Sie es etwas zurück nehmen würden.

Beste Grüße

Grabert

RE: Mehr ein Vertrauensbeweis | 30.10.2013 | 09:17

Moin, liebe(r) Apatit,

die Position von Alexander ist schon recht zynisch, aber alleine auf die USA zu schauen, ist wahrscheinlich wirklich nicht zielführend. Wichtige Leitungen in die USA führen über britischen Boden, die Briten gehören auch zu den sog. Five Eyes (USA, Kanada, UK, Australien, Neuseeland), die spätestens seit Echelon bekannt sein müssten.

Welche Rolle hier die Dienste anderer europäischer Staaten, die nicht wie die Briten, zu den Five Eyes zählen, in vorauseilendem Gehorsam zuarbeiten, kann man nur spekulieren. In der FR von heute ist ein bezeichnender Artikel zu den jüngsten Äußerungen Alexanders.

Beste Grüße

Grabert

RE: Lucke im System | 30.10.2013 | 08:45

Moin, lieber Konfuzikuntz,

Michael Seckler fragt sich allen Ernstes, ob "uns die Populisten gut getan" hätten. Nein, ganz sicher nicht, oder hat Wilders den Niederlanden gut getan? Tut Vlaams Belang Belgien gut? Wohl kaum. Auch wenn Merkels Europapolitik eher suboptimal ist, so wie die vieler anderer europäischer Regierungen auch, eine gegen die europäische Einigung gerichtete Politik ist sicher alles andere als zielführend. Immer mehr essenzielle Entscheidungen und Richtungsweisungen lassen sich nur noch auf europäischer Ebene lösen. Und das nicht, weil der Moloch Brüssel die Dinge an sich reißt, sondern weil sich sonst kein europäisches Land gegen das neu entstehende System der kommenden Supermächte bestehen können wird, also gegen die (sinkenden) USA, das (sich konsolidierende) Russland und das (aufstrebende) China, bleiben noch die übrigen BRIC-Staaten Brasilien und Indien. Richtig, Europa taucht hier gar nicht mehr wirklich auf, weil uneinig und mit nationalen Partikularinteressen befasst. Auch die AfD hat sich so positioniert, selbst wenn Lucke dies verneint, andere führende AfD-Mitglieder sind da in der Vergangenheit schon deutlicher geworden. Deutschland, nur so als kleiner Wink, hat isoliert betrachtet, die Bedeutung von Kalifornien, wirtschaftlich, politisch, geographisch und auf die Bevölkerung bezogen.

Beste Grüße

Grabert

RE: Wer ist hier gefährlich? | 30.10.2013 | 08:03

Moin, liebe Rechercheuse,

nein, wir leben wohl nicht in einer Zeit vor dem Sturm, das Unwetter hat längst begonnen. Es wird aus Bequemlichkeit ignoriert. Die ganze mobile Kommunikation, hier als ein Beispiel genommen, ist unsicher. Das trifft insbesondere auf die Organizer, Tablet-Rechner und Smart-Phones zu. Jeder kann dies inzwischen wissen, dennoch zieht kaum jemand daraus die Konsequenz. Und dabei sind die Geheimdienste, von welcher Seite auch immer, nur ein Teil des Problems. Der kommerzielle Aspekt wird vollkommen ausgeblendet. Aber das führt hier und jetzt zu weit, ich will mich kurz fassen. Nun also zu dem anderen Exkurs:

Zu meinem großen Bedauern, ich weiß nicht, in welche Zukunft die SPD steuert, denn ich bin kein Mitglied, auch wenn es einige Kontakte in die Partei gibt, die gibt es aber auch zu anderen Parteien, wenn auch weniger eng. Ich möchte das hier aber nicht weiter ausbreiten.

Die Basis der SPD ist nur schwer einzuschätzen, was viele Leute gerne vergessen, diese Basis ist keine homogene Masse, es sind ganz unterschiedliche Strömungen, die sich eben auch in den unterschiedlichen Flügeln der Partei abbilden. Darauf versuche ich immer hinzuweisen, wenn es um die Zusammenarbeit mit der Partei DIE LINKE geht, immer mit heftigem Gegenwind von links.

Ich hatte bereits mehrfach Einblick in parlamentarische Arbeit, in gewisser Weise mehr, als mir lieb ist. Ja, mit den derzeitigen Führungskräften der SPD sehe ich für diese Partei in keine sonderlich erfolgreiche Legislaturperiode. Statt, wie die Truppe um Gabriel und Nahles, das fast schon devot wirkende Anbiedern an die CDU/CSU zu betreiben, wäre mir eine Minderheitsregierung Merkel deutlich lieber. Dann wäre es einfacher, sich für die nächste Wahl deutlicher zu positionieren. Aber auch das führt jetzt zu weit.

Das Modell Snowden (oder exemplarisch auch Asange) hat wahrscheinlich schon ausgedient. Andere Wege werden folgen müssen, und hier schließt sich dann wieder der Kreis zur exakten Quellenarbeit, an deren Mangel nicht zuletzt auch WikiLeaks scheiterte. Es ist der Umgang mit Quellen, wie ich ihn weiter oben in meinem vorhergehenden Kommentar ansprach.

Ganz wichtige Quellen sind hier überhaupt noch gar nicht ins Feld geführt worden, sie stammen aus der Mitte der der 1970er Jahre, sind aber wohl recht bezeichnend für die Vorgänge, die uns in Sachen "Dienste" gerade umtreiben. Da ist zum einen der Bericht des Church Committee, benannt nach dem Senator Frank Church (D, Idaho). Und zum anderen das Gegenstück, der Bericht der Rockefeller Commission, die im Auftrag des US-Präsidenten Ford tätig war.

Dies ließe sich vermutlich alles lückenlos auch auf Gen. Alexander herunterbrechen, mir fehlt allerdings momentan wirklich die Zeit dazu.

Abschließend noch ein Satz zum Spiegel, der in meinen Augen spätestens seit Aufkommen des Focus letztlich "focussiert" wurde; nicht der Spiegel hat den Focus, auf ein höheres Niveau gehoben, der Focus hat den Spiegel ein Stück weit in Richtung (achtung, böse Worte) Bunte und Quick herunter gezogen, auch wenn Markwort für keines dieser Blätter je die Verantwortung trug. Aust (Spiegel) entstammt den Sankt-Pauli-Nachrichten, Markwort (Focus) dem Gong. Leyendecker tat wohl gut daran, 1997 vom Spiegel zur Süddeutschen zu wechseln.

Beste Grüße

Grabert

RE: Deutschland und die Überwachung | 30.10.2013 | 07:06

Moin, liebe(r) Miauxx,

die Sicht auf Jefferson fußt auf einem konkreten Ereignis, dem Louisiana Purchase von 1801. Hier brach Jefferson die Verfassung, wenn auch recht elegant. Aber das möchte ich, so es die Zeit erlaubt, an anderer Stelle, wo es eher passt, genauer ausführen, auch mit Bezug zur US-Verfassung.

Bei der Sache mit Snowden und dem "sicheren Hafen" habe ich mir in der Tat noch keine abschließende Meinung gebildet. Ihre Sicht ist durchaus nachvollziehbar. Ich würde mir einen Vorstoß beim BVerfG wünschen, der die Rollen besser absteckt, weiß allerdings derzeit auch nicht, wie dies vorgetragen werden kann und von wem.

Es scheint auch durchaus davon abzuhängen, wie weit die US-Seite es versteht, die europäischen Verbündeten gegen sich aufzubringen. Vielleicht sollte man hier auch statt der US-Seite lieber gleich an die "Five Eyes" denken, den Camaron hat ja für die britische Regierung schon die Front abgesteckt, immerhin war es sein Nachrichtendienst, der beim G8-Gipfel in Nordirland lauschte.

Haben Sie aber etwas Nachsicht, ich verfolge die Sache momentan mit weniger als halber Kraft.

Beste Grüße

Grabert

RE: Deutschland und die Überwachung | 29.10.2013 | 22:10

Moin, liebe(r) Miauxx,

gerade bei Jefferson und vielleicht auch bei Washington bin ich mir da gar nicht so sicher. Aber gerade die schon recht verstaubte Verfassung könnte momentan das Hauptproblem für Obama sein, denn ein US-Präsident scheint nur auf den ersten Blick so mächtig, wie wir uns es immer gerne vorstellen. Die meisten US-Politiker scheinen aktuell noch gar nicht begriffen zu haben, welchen Keil die USA gerade in die gerne zitierte westliche Welt treiben. Aber sie sind es sicher nicht alleine, auch Cameron hat sich entsprechend verräterisch geäußert.

Bis vor kurzem war ich kritisch, was die Aufnahme Snowdens in Deutschland betrifft, insbesondere bezogen auf die Sicherheit Snowdens, am Ende nicht doch vor einem US-Gericht zu enden. Inzwischen sehe ich es positiver, abhängig davon, wie die weitere Entwicklung sich darstellt.

Beste Grüße

Grabert

RE: Wer ist hier gefährlich? | 29.10.2013 | 21:39

Moin, liebe Rechercheuse,

der Guardian gehört noch zu jenen Medien, die ich wegen ihrer Quellenarbeit schätze, dort geht man verantwortlich mit dem Snowden-Material um. So zumindest mein Eindruck. Ähnlich war es seinerzeit bei Woodward und Bernstein (beide Washington Post) in der Watergate-Affäre.

Ähnlich schätze ich noch die Süddeutsche Zeitung mit Prantl und Leyendecker. In ähnlicher (wenn auch bescheidenerer [?] Rolle), in den Glanzzeiten konnte man auch den Spiegel dazu zählen, Leyendecker stammt ja auch vom Spiegel.

Schlimm wird es, wenn diese Art des Journalismus immer mehr verschwindet und kritische Berichte zunehmend von kritischen, im Sinne zweifelhafter Medien kommen. Gerade hier in der Community werden diese leider auch recht ausgiebig zitiert. Das hat, auch wenn dort der Nerv der Leser, Zuschauer und Zuhörer getroffen wird, bei aller Empörtheit nur wenig mit der oben zitierten Quellenarbeit zu tun.

Cameron ist letztlich auch jemand, der dieser zweifelhaften Entwicklung Vorschub gewährt. Obama, wenn er sich nicht bald eines besseren besinnt, auch!

Gerade bei dem Internet als kritische Informationsquelle, wie smukster es anspricht, finden sich viele Seiten, die meinen Anspruch an die Quellenarbeit nicht im mindesten erfüllen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die parlamentarische Arbeit, die in den letzten Jahren auch immer weiter verflacht ist, in den nächsten vier Jahren nicht noch viel drastischer einbricht, viel Hoffnung habe ich angesichts des Verlaufs der Koalitionsverhandlungen nicht, von deren schrittweisen Erfolgen Gabriel und Nahles im Wechsel täglich konfabulieren. Sie merken nicht einmal, was sie ihrer ohnehin schon gebeutelten Partei zumuten.

Wir gehen, auf wenn ich kein Freund des Revoluzzens bin, offenbar auf unruhige Zeiten zu.

Beste Grüße

Grabert

RE: Snowden von gestern | 29.10.2013 | 08:48

Moin, liebe(r) Apatit,

es ist wohl davon auszugehen, dass diese Schweinereien noch lange nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten. Das Einbestellen des Botschafters halte ich auch nicht für eine ausreichende Reaktion. Da muss mehr folgen, aber zunächst sollten Fakten gesammelt werden. Keinesfalls scheint es aber ratsam, Obama jetzt als den einzigen Übeltäter zu sehen, er ist der US-Präsident, der mit ursprünglich anderer Intention ins Amt kam und nun die Suppe auslöffeln muss, die er sich nicht alleine eingebrockt hat. Ihn abzukanzeln, was viele sicher wünschen, würde in erster Linie bedeuten, die Aufklärung noch zusätzlich zu erschweren. So ist es auch Papandreou ergangen, als er 2011 zurücktrat (zurückgetreten wurde).

Beste Grüße

Grabert