Barbie zu Guttenberg:Nachfolgerin der Soldatenhure ?

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Ken und Barbie und ihr Kumpel J.B. waren an der Front und nicht alle fanden das gut. Christiane Peitz hat sich in der ZEIT gefragt, warum "Gattin und Mutter" Guttenberg mit ins Kriegsgebiet musste und führt uns ein in die kleine Geschichte der Truppenbetreuung:

" Xavier Naidoo war da, Peter Maffay, Gunter Gabriel, die Coverband Pink Mail und ein Esslinger Polizeiorchester. Bisher war vom Entertainment für Bundeswehrsoldaten im Ausland wenig zu hören. Und nun kommt Stephanie zu Guttenberg.(...) Die Show für die Truppen ist so alt, wie es Truppen gibt. Wer Krieg führt, braucht nicht nur moralische Unterstützung, sondern auch Spaß: als Ablenkungsmanöver vom harten Soldatenjob und als Vorzeichen eben jener Zivilität, die im Krieg nicht selten verteidigt wird. Wer Militäreinsätze organisiert, muss folglich für den moralischen Rückhalt sorgen, für die seelische Erbauung und den erotischen Ausgleich. Party als psychologische Kriegsführung, ein Stück Normalität mitten im permanenten Ausnahmezustand. Auch Soldaten sind Menschen. Seit altersher gab es die mitreisenden Priester, die Soldatenhure, die Drogen, die Feldpost. Heutzutage sollen nicht nur Armeesender ("Good Morning Vietnam") die Kampfkraft stärken, sondern auch Promis, Präsidenten und Politikstars ebenso wie Showgrößen aus Film, Pop und Fernsehen."

Soweit ich weiß, ist Frau zu Guttenberg keine Sängerin sondern Gattin des Verteidigungsministers und wollte in Afghanistan weder für Unterhaltungseinlagen noch für erotischen Ausgleich sorgen. Für Parties im Vorzeichen jener Zivilität, die im Krieg mutmaßlich verteidigt wird sind eher private contractors wie DynCorp International oder ArmorGroup North America zuständig. Oder bezog sich jene Zivilität auf die vertuschte Ermordung von Schwangeren und Teenagern, das Massaker an Zivilisten in Kunduz , den verdeckten Schattenkrieg der USA und die Drogengeschäfte korrupter afghanischer Politiker ?

Auch J.B. Kerner ist weder Showgröße noch Priester, sondern ein BWL'er ohne Abschluss mit dem Spezialgebiet Fußball, der mittlerweile im Dienste eines unter Kartellverdacht stehenden Privatfernsehsenders steht und dem Verteidigungsminister in Afghanistan vermutlich zahlreiche Steilvorlagen für seine Kriegsrhetorik geliefert hat.

http://d.yimg.com/i/xp/dpa/20101213/13/2861591508.jpg

Bild:dpa

Die Show für die Heimatfront ist so alt, wie es Kriege gibt.

21:22 14.12.2010
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sachichma | Community
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katharina-n- | Community
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