NSU-Komplex:Pressezensur aus Staatsräson ?

Verfassungsschutz Zensierte Berichterstattung, geschasste Journalisten, beeinflusste Medienvertreter.Versucht der Staat die Wahrheit im NSU-Komplex zu vertuschen ?
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Die Kündigung des ehemaligen Kontext Journalisten Thomas Moser, seine nicht veröffentlichten Artikel und die von Hans-Christian Ströbele geäußerte Kritik, daß Beiträge von Journalisten mit Berichten zum NSU-Komplex nicht gesendet oder solche nicht gedruckt wurden, sind dokumentierte Angriffe auf die Pressefreiheit im Kontext des womöglich größten bundesdeutschen Geheimdienstskandals.

Die Behörden vertuschen etwas, erklärte Eva Högl, Obfrau der SPD im NSU-Untersuchungsausschuss. Die Verstrickungen von V-Leuten und Schlapphüten im Umfeld des NSU, die behinderten polizeilichen Ermittlungen, geschredderte, geschwärzte und zurückgehaltene Akten sollten Ansporn für jeden investigativ tätigen Journalisten sein. Leider fügen sich jedoch die meisten Lohnschreiber der offiziellen Leseart und versehen alle Ungereimtheiten und offen Fragen mit dem negativ konnotierten Begriff Verschwörungstheorie.

Dass es auch anders geht, beweisen die Recherchen des ehemaligen Kontext Autors Thomas Moser. Seiner investigativen Arbeit ist es zu verdanken, dass mittlerweile sogar ZDF Autoren wie Elmar Theweßen Zweifel am Ermittlungsstand im Fall des Polizistenmordes von Heilbronn äußern und die These der Bundesanwaltschaft, der NSU bestehe nur aus drei Peronen, in Frage stellen.

Möglicherweise ist nun ein weiterer renommierter Journalist aufgrund seiner kritischen NSU Recherchen von den Verantwortlichen der Kontext Wochenzeitung gekündigt worden, wie Thomas Moser erklärte. Der Kollege (Name dem Autoren bekannt) dementiert dies allerdings. Wie von Moser zu erfahren ist, sind die treibenden Kräfte hinter diesem mutmaßlichen Rausschmiss erneut der “Redaktionsmanager” Jürgen Bartle (Ex-Manager im Stuttgarter Zeitungshaus und Ehrenkommissar der Stuttgarter Mordkommission) sowie Rainer Stieber, zweiter Vorsitzender des Kontextvereins. Stieber hatte Moser gegenüber erklärt, er sei Nachrichtenoffizier im Sichheitsbereich der Bundeswehr gewesen, was dem MAD entspräche. Darüberhinaus hatte Moser zufällig erfahren, daß Stieber Verfassungsschutz-Kontakte hat und daß ihm von dort erzählt worden sei, Kontext liege mit ihrer NSU-Berichterstattung richtig. Diese Information wurde innerhalb der Kontext Redaktion nicht thematisiert und Stieber verweigerte hierzu ein Gespräch mit Moser, wie dieser berichtet. Zwei Tage später erfolgte schließlich der Rausschmiss von Thomas Moser.

Infos:Thomas Moser
17:24 17.02.2014
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