Zeit Online: Zensur wir bei Putin

Hybrider Krieg Der Transatlantik Troll und Zeit Autor Matthias Naß erklärt die hybride Kriegsführung in der digitalisierten Welt! Die NATO braucht ein neues Konzept.
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Zeit Online: Zensur wir bei Putin

http://i61.tinypic.com/345xzs6.png Am 12.März 2015 hat Zeit Autor Matthias Naß ein neues Gesicht des Krieges entdeckt:

" Nato: Das neue Gesicht des Krieges. Mit Putins Aggression in der Ukraine hatte die Nato nicht gerechnet. Russlands Kriegsführung ist nicht neu – die Regeln aber sind es. Die Nato sucht eine Gegenstrategie."

Nein, mit dieser "Aggression" vor Russlands Haustür konnte das US-dominierte Friedensbündnis niemals rechnen und die Suche nach "neuen" Strategien ist für die Existenzberechtigung der NATO nie von Nachteil. Beim Tee mit einem anonymen Militärstrategen wäre es Investigativ Journalist Naß fast gelungen streng geheime Papiere einzusehen:

"Von seinem Schreibtisch im Brüsseler Hauptquartier der Nato nimmt der Drei-Sterne-General ein knapp vierzig Seiten dickes Papier. Der General blättert darin und erläutert einige der wesentlichen Punkte, um die es geht. Aus der Hand gibt er das Papier nicht. Streng geheim! Es ist das vielleicht sensibelste Konzept, das derzeit in der westlichen Allianz zirkuliert.(...) Die Aufgabe, die den militärischen Vordenkern diesseits und jenseits des Atlantiks gestellt war: Wie soll der Westen auf die hybride Kriegsführung reagieren, mit der Russland vor einem Jahr erst die Krim annektiert und dann die Ostukraine destabilisiert hat? (...) Hybride Kriegsführung – das ist die Verbindung von verdeckten und offenen Operationen, von diplomatischem Druck und wirtschaftlichem Zwang, von Desinformation und Cyberattacken, das ist der Stopp von Gaslieferungen und das Hochfahren von Propagandasendern. Es ist das Ineinandergreifen von militärischen und zivilen Mitteln. Es ist, mit einem Wort, das Verwischen von Krieg und Nichtkrieg."

Hybride Kriegsführung! Bereits 2014 warnte Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove im "Welt"-Gespräch vor dieser heimtückischen Variante:

"Unser großes Problem ist in der Tat eine neue Art der Kriegsführung. Daran arbeiten wir. Ganz ehrlich, das Wichtigste ist, dass die Nato-Nationen auf die sogenannten grünen Männchen vorbereitet sind."

Die Äußerungen des Obersten Alliierten Befehlshabers Europas stoßen bei den Bündnispartnern nicht immer auf Gegenliebe:

"General Philip Breedlove wird nach SPIEGEL-Informationen aus den Hauptstädten vorgeworfen, die militärische Rolle Russlands in der Ostukraine seit Ausbruch der Krise übertrieben dargestellt zu haben. Im Kanzleramt ist sogar von "gefährlicher Propaganda" die Rede. Außenminister Frank-Walter Steinmeier intervenierte deswegen persönlich bei Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg." (SPON 7.3.2015)

Im weiteren Verlauf des Zeit Artikels verlinkt Autor Naß wie selbstverständlich auf die Internetseite der NATO und beschreibt gleichzeitig die Grauzonen des Krieges, staatliche Propaganda und Desinformation als rein russisches Phänomen:

"Es gibt ein Wort in der russischen Militärstrategie, das heißt maskirowka und bedeutet so viel wie: Täuschung, Verschleierung, Desinformation.(...) Unberechenbarkeit wird zur Waffe. Sind wir noch im Frieden, oder befinden wir uns schon im Krieg? Darüber Verwirrung zu stiften, auch das gehört zur hybriden Kriegsführung.Für die westliche Allianz aber ist die Antwort auf diese Frage essenziell. Denn nach Artikel 5 des Nato-Vertrags gilt für alle Mitgliedsstaaten eine Beistandsgarantie. Jeder potenzielle Aggressor soll wissen: Wenn ich ein Land angreife, dann greife ich das ganze Bündnis an. Eine Grauzone darf es nicht geben. Grau ist aber die Farbe der hybriden Kriegsführung. Nicht Schwarz oder Weiß. Artikel 5 markiert die Schwelle zum Krieg. Die Kunst eines Gegners wird es sein, unterhalb dieser Schwelle zu agieren, die Schwierigkeit der Nato, darauf richtig zu antworten. (...) So hat die lettische Regierung in Riga mit finanzieller Hilfe von sechs Nato-Staaten ein Zentrum für Strategische Kommunikation gegründet. Es soll erforschen, wie man Desinformation und Propaganda am besten entgegentreten kann. Denn hierin unterscheidet sich die hybride von der traditionellen Kriegsführung ganz fundamental: Mithilfe des Internets und ganz besonders der Sozialen Medien kann ein Aggressor ein Maß an Verwirrung stiften, wie es in dieser Form bisher nicht möglich war. Die berüchtigten Sankt Petersburger "Trolle", gewissermaßen Leserbriefschreiber im staatlichen Auftrag, fluteten westliche Onlineforen mit ihren Kommentaren und hatten damit Erfolg: Sie säten Zweifel.Für das Thema Strategische Kommunikation fühlt sich aber nicht so sehr die Nato zuständig."

In einer Untersuchung des Journalisten und Medienforschers Uwe Krüger zum Einfluss von Eliten auf Leitmedien wird der Zeit Autor und Bilderberger Naß zu den am stärksten mit den sogenannten Eliten vernetzten Journalisten gerechnet. Der Publizist und ehemalige Kanzleramtsmitarbeiter unter Brandt und Schmidt, Albrecht Müller, zählt ihn deshalb zu den Autoren einer „US-nah organisierten Gleichschaltung wichtiger Leitmedien“. Um Naß und der Leserschaft der Zeit die selektive Analyse im Artikel zu veranschaulichen habe ich mir erlaubt in einem Kommentar eine kurze Passage eines Deutschlandfunk Artikels zu zitieren, der sich dem Buch "Schmutzige Kriege" des US-Autors Jeremy Scahill widmete:

"Der amerikanische Journalist Jeremy Scahill berichtet in seinem aktuellen Buch von Todeslisten, Spezialkommandos und Geheimgefängnissen der USA. Er kommt in "Schmutzige Kriege" zu dem Schluss: Was unter der Regierung Bush begann, wurde unter seinem Nachfolger Obama perfektioniert."

Der Kommentar erhielt zahlreiche Empfehlungen (von Sankt Persburger Trollen) und wurde schließlich mit folgender Begründung gelöscht: "Entfernt, da themenfremd. Die Redaktion/se" http://i57.tinypic.com/2yy145y.pngOffenbar ist es für manche Verantwortliche in der Zeit Redaktion nicht gut auszuhalten, wenn der einseitigen Analyse des "neuen Gesichtes des Krieges" die Scheinheiligkeit der US- und NATO Positionen mittels eines kurzen, absolut nicht themenfremden Zitates vorgehalten wird. Ironischerweise wird eine solche Meinung nicht geduldet, sondern genau mit der Maßnahme unterdrückt, die nicht in freien Demokratien wie der BRD, sondern autoritären Staaten wir Russland verortet werden: Zensur. Leserbriefe im staatlichen Auftrag mögen Realität sein, hüben wie drüben. Genaugenommen ist aber auch der Artikel von Mattthias Naß nichts anders als staatskonformer, eingebetteter Gefälligkeitsjournalismus im Interesse des westlichen Militärbündnisses.

Täuschung, Verschleierung, Desinformation, die Verbindung von verdeckten und offenen Operationen, von diplomatischem Druck und wirtschaftlichem Zwang, von Desinformation und Cyberattacken, das Hochfahren von Propagandasendern, das Ineinandergreifen von militärischen und zivilen Mitteln, das Verwischen von Krieg und Nichtkrieg. Wenn Matthias Naß in den letzten Jahrzehnten nicht in irgendeinem Zauberwald gelebt hat, sollte auch ihm bekannt sein, dass die USA und dass von ihnen dominierte Militärbündnis NATO diese sogenannte hybride Kriegsführung zur Perfektion gebracht haben: Gekaufte Meinung: Pentagon beschäftigt PR-Armee für US-TV

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16:12 15.03.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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