Ein Déjà-vu in puncto Parlaments-TV

MEDIENTAGEBUCH Beim Aussortieren alter Papiere fiel mir dieser Tage ein Kommentar in die Hände, den ich im Mai 1972 im "Spiegel" über das Fernsehen im parlamentarischen System geschrieben habe. Wochenlang hatte sich damals die Auseinandersetzung hingezogen, ob die CDU/CSU-Fraktion, von Rainer (Hamlet) Barzel geführt, den Ostverträgen der Regierung Willy Brandts zustimmen würde oder nicht. Das Fernsehen beherrschte die politische Szene und vermittelte den Irrtum, Augenschein bedeute Einsicht.
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Beim Aussortieren alter Papiere fiel mir dieser Tage ein Kommentar in die Hände, den ich im Mai 1972 im "Spiegel" über das Fernsehen im parlamentarischen System geschrieben habe. Wochenlang hatte sich damals die Auseinandersetzung hingezogen, ob die CDU/CSU-Fraktion, von Rainer (Hamlet) Barzel geführt, den Ostverträgen der Regierung Willy Brandts zustimmen würde oder nicht. Das Fernsehen beherrschte die politische Szene und vermittelte den Irrtum, Augenschein bedeute Einsicht.

Im Blick auf die Fernsehkameras, die jüngst zur vermeintlichen Aufhellung der Spendenaffäre der CDU vor möglichst allen Türen und in allen Gängen zu Klumpen geballt waren, wird hier nochmals der Kommentar von 1972 veröffentlicht - ein 28 Jahre altes Medientagebuch