CORRECT!V korrigiert

Berlin Die bisher unbekannte Rechercheorganisation CORRECT!V behauptet, eine „dichte Beweiskette“ zum MH-17-Abschuss vorzulegen. Hier wird die Dichtigkeit der Argumente geprüft.
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In eigener Sache

In diesem Artikel werde ich mehrfach die Expertise der Journalisten von CORRECT!V und ihrer Quellen scharf in Zweifel ziehen. Der Leser hat wohl Anspruch, vorab zu erfahren, auf welche eigene Expertise ich mich dabei stütze. Ich wurde von Ende August 1984 bis August 1985 an der Offiziershochschule Löbau zum Offizier auf Zeit der Truppenluftabwehr ausgebildet. Die Ausbildung bezog sich hauptsächlich auf die 23-mm-Vierlings-Selbsfahrlafette „Schilka“ mit integriertem Radar. Neben Radarelektronik, Panzertechnik und einer Panzerfahrausbildung lernten wir etwas über das Zusammenwirken von Panzer- und motorisierten Infanterieverbänden mit Truppenluftabwehrbatterien, wobei das Gesamtsystem auch Batterien des Boden-Luft-Raketen-Systems KUB enthielt, das der Vorgänger von BUK ist. Mit der „Schilka“ habe ich auf dem Truppenübungsplatz Zingst mehrfach selbst geschossen, mit optischem Visier auf Kampfhubschrauberscheiben und einen von einem Flugzeug gezogenen Luftsack und mit Hilfe des integrierten Radars auf die Spiegelung einer MiG, die für uns Zieldarstellung flog. Bei einer Waffenschau habe ich den Abschuss einer tragbaren Boden-Luft-Rakete „Strela“ mit Infrarot-Zielsucher auf eine enstprechend präparierte Kampfhubschrauberscheibe gesehen (es war ein Treffer). Während der Ausbildung wurden uns mehrfach Teile von Luftzielen gezeigt, die von 23-mm-Munition oder Boden-Luft-Raketen getroffen worden waren.

Aufgrund meiner Ausbildungsergebnisse verblieb ich an der Offiziershochschule und wurde von Ende August 1985 bis August 1986 als Zugführer in der Batterie zur Sicherstellung der Gefechtsausbildung der Sektion Truppenluftabwehr eingesetzt. Unmittelbar war ich für vier „Schilka“, einen mit kurzreichweitigen Boden-Luft-Raketen bestückten Schützenpanzerwagen und einen Kommando-LKW zur Zielzuweisung verantwortlich. In Vertretung und bei gemeinsamen Übungen habe ich auch mit dem Zug des KUB-Systems (zwei Abschussrampen und eine Radarstation) gearbeitet. Ich weiß, worauf man achtet, wenn man ein solches System im Gelände aufstellt.

Ab September 1986 war ich dem Ausbildungskabinett der Sektion Truppenluftabwehr zugeordnet, in dem unter Anderem eine Laborversion des KUB-Radars stand. Sehr bald übernahm ich die Leitung des neu aufzubauenden Computerkabinetts der Sektion, die ich bis zu meiner planmäßigen Entlassung Ende August 1988 inne hatte. Als Leiter des Computerkabinetts war ein großer Teil meiner Arbeitszeit mit der Programmierung eines Radarsimulators ausgefüllt, der sich unter anderem an der KUB-Radar-Station orientierte- soweit sich die mit zwei KC 85/3-Computern (8 bit-Prozessor, 1,75 MHz Takrate) simulieren ließ. Für dieses Projekt habe ich mich recht eingehend mit Einsatzszenarien von Boden-Luft-Raketensystemen mit der Reichweite des BUK-Systems befasst und natürlich damit, was man auf einem enstprechenden Radar sehen kann, was nicht und wie man damit umgeht.

Wichtig ist noch zu wissen, dass sich BUK in zwei wesentlichen Punkten von KUB unterscheidet. Erstens hat es, zumindest in einigen Versionen, eine modernere Radarstation, deren Konzept wir damals an der Offiziershochschule schon mit den älteren Ausbildungsoffizieren diskutiert haben, denen das System bei Besuchen in der Sowjetunion gezeigt worden war. Zweitens haben die Abschussrampen jeweils ein eigenes Radar, allerdings nicht zur Zielsuche und -zuweisung, sondern nur zum „Beleuchten“ des Ziels, damit der Radarsuchkopf der Rakete dieses finden kann. Die Radarstation ist also unabdingbar.

Die Ausgangslage

Vor der CORRECT!V-Recherche waren zwei konkurrierende ernst zu nehmende Theorien im Umlauf, der Abschuss durch eine Boden-Luft-Rakete BUK und der Abschuss von einem Flugzeug aus mittels einer 30-mm-Bordkanone und/oder einer Luft-Luft-Rakete, vermutlich vom Typ P3 oder R60. Die Russische Ingenieursvereinigung hatte beide Theorien analysiert und war in ihrem Bericht zu dem Schluss gekommen, die BUK-Theorie sei hochgradig unwahrscheinlich und die Flugzeug-Theorie stimme mit der vorliegenden Evidenz überein. Gegen die Flugzeug-Theorie wurde verschiedentlich vorgebracht, Russland habe von einer Su-25 geredet und die könne die erforderliche Höhe nicht erreichen. Allerdings hat die Ukraine ihre Su-25 modernisiert (Su-25M1), wobei auch die Triebwerke durch den Typ R-195 ersetzt wurden. Der Rüstungsbetrieb, der die Umrüstung durchgeführt hat, gibt eine Gipfelhöhe für die Su-25M1 an, die zum Abschuss einer Boeing-777 ausreichend wäre. Einen Tag vor dem Abschuss von MH-17 hatte die Ukraine eine Su-25M1 in diesem Gebiet verloren und den Abschuss einer russischen Luft-Luft-Rakete zugeschrieben.

Auf den russischen Bericht in seiner Gesamtheit geht die CORRECT!V-Recherche nicht ein, sie versucht aber, Zweifel an der Flugzeug-Theorie zu nähren. Was ist dran an den Argumenten, es könne kein Kampfflugzeug gewesen sein?

Die ominösen Herren Smid und Horlings

CORRECT!V behauptet, eine Quelle zu haben, die „einer der besten Kenner der russischen Luftkriegsführung“ sei. Vorsichtshalber wird das innerhalb von sieben Sätzen zweimal betont. Diese Quelle wird Rupert Smid genannt, was allerdings nicht der richtige Name sei, denn den dürfe Smid nicht nennen, weil sein Arbeitgeber nicht in den Fall verwickelt werden möchte. Smid behauptet unter anderem, MH-17 sei von Objekten hoher Energie von vorn und oben getroffen worden, während Kampfpiloten feindliche Flugzeuge vom Heck angreifen würden. Bilder von Wrackteilen legen eher nahe, dass MH-17 von der linken Seite her getroffen wurde. Ist das bei einem Kampfflugzeug-Angriff unmöglich? Kampfflugzeuge greifen bewaffnete Gegner von hinten an, weil deren Schussfeld nach vorn orientiert ist. Ein Angriff von vorn ist auch wegen der hohen Relativgeschwindigkeit ungünstig, welche die Trefferwahrscheinlichkeit verringert. Gegen einen Angriff auf eine unbewaffnete Zivilmaschine oder ein unbewaffnetes großes Transportflugzeug von der Seite aus spricht aus taktischer Sicht nichts. Es ist etwas komplizierter, aber machbar. Weil die Höchstgeschwindigkeit der Su-25M1 nicht weit oberhalb der Reisegeschwindigkeit der Boeing-777 liegt, kann ein Angriff von der Seite her sogar sinnvoller sein.

Eine weitere Quelle ist Harry Horlings, vorgeblich ein ehemaliger niederländischer Kampfjet-Pilot, ausgebildet von der US Air Force. Der behauptet, eine „Rakete mit solcher Explosionskraft könne nur vom Boden aus abgefeuert werden“, ohne dass irgendwo im Artikel von CORRECT!V spezifiziert würde, was eigentlich mit dieser Explosionskraft gemeint sei. Sicher ist: die auf den öffentlich zugänglichen Bildern sichtbaren Schäden sind konsistent mit 30-mm-Munition und teilweise mit Splittern einer Luft-Luft-Rakete.

Herr Horlings macht noch eine weitere Aussage, bei der es mich sehr erstaunt, dass sie von den CORRECT!V-Journalisten nicht hinterfragt wurde. MH17 sei in Richtung der russischen Grenze geflogen, die nur 40 km vom Abschussort entfernt sei. Ein attackierendes Flugzeug hätte bei dieser Höhe und Fluggeschwindigkeit durch den russischen Luftraum fliegen müssen. Das ist nicht nur falsch, es ist grob falsch. Die Su-25M1 ist ein kleines, wendiges Unterschallflugzeug. Sie fliegt maximal 980 km/h schnell. Selbst bei ihrer Höchsgeschwindigkeit hätte sie etwa zweieinhalb Minuten bis zur Grenze gebraucht, sehr, sehr, sehr viel Zeit zum Abdrehen. Man kann das auch für ein Überschalljagdflugzeug durchrechnen, es kommt immer das Gleiche heraus: nicht das geringste Problem, abzudrehen.

Und natürlich weiß das jeder wirkliche Kampfpilot. Solche Abschätzungen sind das Einmaleins und man vergisst das nie wieder. Falls Harry Horlings echt ist und wir den Journalisten Ehrlichkeit unterstellen, dann haben sie sich von Harry Horlings linken lassen und er hat sie bewusst getäuscht. Dann stellt sich die Frage, wer den Journalisten von CORRECT!V diese Quelle „zugespielt“ hat. Diese Frage können sie nur selbst beantworten.

Horlings behauptet weiter, das aktive Radar der BUK sei nicht in der Lage, einen Militärjet von einer Passagiermaschine zu unterscheiden und bezieht das auf die Freund-Feind-Kennung. Nun ist es so, dass man selbst auf dem Schirm einer einfacheren Radarstation sehr klar unterscheiden kann, ob man es mit einem Ziel von der Größe eines Kampfjets oder einer Boeing-777 zu tun hat. Wer mit dem recht komplexen BUK-System ein Ziel abschießen kann, kann sicher auch das. Es ist wieder das Einmaleins und Flugzeugerkennung ist eines der wichtigsten Themen der Truppenluftabwehr. Verwechseln kann man auf dem Radarschirm eine Boeing-777 mit einer Transportmaschine IL-76, keinesfalls aber mit einer Su-25 oder einer MiG.

Kein russischer Panzer ohne BUK?

Ich habe herzlich gelacht. „Russische Panzereinheiten bewegen sich nur, wenn sie von BUKs begleitet werden.“ sagt Smid. Wenn wir über ein ganzes Panzerregiment oder gar eine Division reden, die Angriffe der gegnerischen Luftwaffe erwarten müssen, trifft das sicher in dieser oder ähnlicher Form zu. Die BUK-Batterien sind allerdings dünn gesät, können sich nicht fortwährend mit den Panzern bewegen und sind Teil eines größeren Systems. Sie kümmern sich um die Ziele, um die sich billigere und kurzreichweitigere Luftabwehrsysteme nicht kümmern können. Wir können höchstens annehmen, dass kleinere russische Panzereinheiten in der Ukraine gewesen sind, die dann sehr lokale Aufgaben erfüllt hätten. Von einem ganzen Regiment hätte die NATO-Aufklärung mit Sicherheit Bilder, die genüsslich präsentiert worden wären.

Hätte jemand drei veraltete T-54 (und über diese Größenordung und Modernität der Panzer reden wir nach allen Bildern von Panzern ohne Hoheitszeichen, die es aus der Ukraine gibt) mit einer viel moderneren, teureren und durch Anti-Radar-Raketen gefährdeten BUK-Einheit und ihrer hochspezialisierten Mannschaft geschützt? Tut mir leid, das ist nun wirklich meine Expertise und es wäre ein grober militärischer Fehler gewesen. Diese Panzer hätte man mit „Strela“-Raketen geschützt und genau mit der „Strela“ haben die Separatisten ja auch sehr erfolgreich gegen Kampfhubschrauber und mindestens gegen die AN-26 operiert. Gegen ein angreifendes Erdkampfflugzeug wie die Su-25M1 ist die „Strela“ ebenfalls eine effektive Waffe.

Niemand hat hier etwas gesehen, dort schon, aber nicht gleich

Die Journalisten von CORRECT!V gehen auch der nach dem Bericht der Russischen Ingenieursvereinigung eher irrelevanten Theorie nach, MH-17 sei von ukrainischen BUK-Raketen aus dem Raum Zaroshchens'ke abgeschossen worden. Dort hat niemand etwas gesehen. Das kann schon sein, allerdings müssen wir den Journalisten vertrauen. Namen von Zeugen können nicht genannt werden, weil sie Angst vor den Separatisten hätten. Auch das kann sein. Nur ist es dann eben keine belastbare Information, die man gegenrecherchieren könnte. Seltsamerweise können die Journalisten aber, auch wenn sie keine Namen von Zeugen nennen dürfen, ein Foto mit drei Dorfbewohnern von Zaroshchens‘ke und ihrem Hund veröffentlichen.

Weiter reden die CORRECT!V-Journalisten über den Weg der BUK. Sie hätten alle Fotos aus dem Internet mit der Realität verglichen. Wenn sie schon die weite Reise gemacht haben und an all den Orten gewesen sind, hätte man doch vielleicht erwartet, dass sie diese Behauptung mit eigenen Fotos an den gleichen Orten belegen. Bei einer ganzen Reihe der Fotos, die in einer mit CORRECT!V verbundenen Bellingcat-Untersuchung zusammengetragen sind, wäre das freilich vergebliche Liebesmüh, weil aus diesen Fotos beim besten Willen nicht der Ort wiedererkannt werden kann, an dem sie aufgenommen wurden, oder weil sie so unscharf sind, dass nicht klar ist, ob man eine BUK-Abschussrampe oder vielleicht eher einen Panzer oder eine Artillerie-Selbsfahrlafette sieht, oder weil auf einmal eine Plane dort ist, wo vorher nie eine war. In einigen Fällen wäre es aber sehr wohl sinnvoll gewesen, einen etwas größeren Bildausschnitt zu zeigen als im Originalbild. Interessant ist auch, dass es überhaupt so viele Fotos gibt. Man hätte vielleicht erwartet, dass die Journalisten wenigstens einen der Zeugen finden, die diese Bilder gemacht haben oder dass sie darauf eingehen, wer sie ursprünglich veröffentlicht hat. Auffällig ist auch, dass man zwar Bilder mehrerer BUK-Abschussrampen mit verschiedenen Nummern- und daher von ganz verschiedenen Einheiten- präsentiert bekommt, niemals aber eines der zugehörigen Radarstation.

Nach Meinung von CORRECT!V ist MH-17 mit einer BUK von Snizhne aus abgefeuert worden. Dort befragten sie jemanden, der bereit war, seinen Namen zu sagen, einen der Chefs der pro-russischen Separatisten im Ort. Der allerdings bestreitet, dass je eine BUK-Abschussrampe in Snizhne war. Dort haben einige Leute gehört, wie etwas explodierte (natürlich auch hier keine Namen). Sicher hat man dort in der Nähe am 17. Juli einen lauten Knall gehört und Rauch gesehen, Snizhne liegt ja nur etwa 10 km von der Absturzstelle entfernt. Ein weiterer Zeuge ohne Namen und sein Freund (ebefalls ohne Namen) wollen wissen, es sei dort eine Rakete abgeschossen worden. Wie die Journalisten darauf gekommen sind, gerade bei diesem Mann anzuklopfen, verraten sie uns nicht. Vielleicht haben sie in Snizhne ja an jede Tür geklopft, bis einer sagte, was sie hören wollten. Oder auch nicht. Wir wissen es einfach nicht. Dass es dort auch Leute geben könnte, die gegen die Separatisten sind und deshalb etwas Falsches erzählen, kommt ihnen gar nicht in den Sinn.

Es gibt dann noch ein kleines Problem, nämlich glaubhaft wirkende Zeugen in einem Video von BBC Russia, die am 17. Juli in der Nähe von MH-17 ein Flugzeug gesehen haben wollen, das dann abdrehte. Das Video ist vom 26. Juli und es diskutiert genau die Theorie, die CORRECT!V hier beweisen will und die kurz zuvor der ukrainische Geheimdienst in die Welt gesetzt hatte. Der ukrainische Geheimdienst hatte also vorgeblich den Weg des BUK-Systems schon nach wenigen Tagen aufgeklärt. Das BBC-Team allerdings, das dann ermittelte, verwarf diese Theorie und fand keinen Zeugen, der einen Raketenabschuss beobachtet hatte. In dem BBC-Russia-Video wirken die Zeugen nicht eingeschüchtert und sie haben Gesichter. Das Video wurde übrigens vom BBC sehr schnell zurückgezogen- es entspreche nicht der journalistischen Qualität, die man erwarte. Dennoch darf man davon ausgehen, dass jeder mit MH-17 befasste Journalist dieses Video kennt, zumal es ja anderweitig noch verfügbar ist und man darf erwarten, dass jemand, der etwas anderes behauptet, sich damit auseinandersetzt.

Ist die Beweiskette dicht?

Die Behauptung von CORRECT!V, es gäbe irgendeine Beweiskette, trifft nicht zu. Präsentiert wird ein Gemisch aus offensichtlichen Falschaussagen, Halbwahrheiten, schwachen Indizien und angeblichen Zeugenaussagen, die sich nicht gegenrecherchieren lassen. Auf lange bekannte Gegenargumente wird nicht eingegangen.

Das hat in etwa die gleiche Qualität wie der Bericht der Komsomolskaya Pravda, die behauptet hat, in Hauptmann Vladislav Voloshin den Su-25-Piloten identifiziert zu haben, der MH-17 abgeschossen habe, weil er mit Luft-Luft-Raketen gestartet und ohne zurückgekehrt sei und später gesagt habe, die MH-17 sei zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort gewesen. Auch da wurde uns ein anonymer Zeuge präsentiert (der durch einen angeblichen Lügendetektor-Test glaubwürdig sein soll). Im Falle Voloshin kann man immerhin nachprüfen, dass es den Piloten gibt und dass er in Dnjepropetrowsk bei der Einheit stationiert war, die für den Abschuss in Frage käme. Solange es seine Wikipedia-Seite noch gab, konnte man auch nachprüfen, dass er am 19. Juli per Dekret von Poroschenko für seine Kampfeinsätze ausgezeichnet worden war. Die ukrainische Seite gibt seine Existenz auch zu, am 17. Juli seien aber weder er mit einer Su-25 noch irgendein anderer Kampfjet im Gebiet der Anti-Terror-Operation unterwegs gewesen.

Was ist CORRECT!V?

Wegen der ungeprüft übernommenen offensichtlichen Falschaussagen und der Behauptung von einer dichten Beweiskette, wo kein unvoreingenommener und kritischer Beobachter eine sehen kann, stellt sich die Frage, ob es sich hier nur um nachlässige, aber sehr selbsbewusst "verkaufte" journalistische Arbeit oder um gezielte Desinformation handelt. Die Journalisten, die recherchiert und geschrieben haben, bürgen immerhin mit ihrem Namen und sie sind nicht irgendwer. Marcus Bensmann und David Crawford haben zuvor investigativ für bekannte Medien gearbeitet. CORRECT!V war ursprünglich stiftungsfinanziert und versucht, sich über crowdfunding und große Geldgeber, die es wirtschaftlich und politisch unabhängig bleiben lassen (weiße Raben, sozusagen) zu finanzieren.

Man soll an das Gute im Menschen glauben. Ich unterstelle Bensmann und Crawford daher nur, dass sie sich von ihrer vorgefassten Meinung haben tragen lassen, ihnen zugespielte Information deshalb nicht so kritisch hinterfragt haben, wie das nötig gewesen wäre und dass sie ehrlich glauben, was sie da geschrieben haben.

Nachdem sie allerdings schon ziemlich am Anfang zwei völlig unglaubwürdige Quellen eingeführt haben, müssen sie sich schon selbst fragen, ob irgendjemand ihren Idealismus ausgenutzt hat. Sie sollten in eigener Sache recherchieren, wer sich hinter „Rupert Smid“ und Harry Horlings wirklich verbirgt und wie sie an diese Quellen gekommen sind.

20:35 10.01.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Gunnar Jeschke

Naturwissenschaftler, in der DDR aufgewachsen, gelebt in Schwarzheide, Dresden, Wako-shi (Japan), Bonn, Mainz, Konstanz und Zürich.
Gunnar Jeschke

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