Briefwahlunterlagen aus Donezk

Wahlkampf Die gutsortierte Europawahl wird vielerorts einfach ignoriert und landet im Papiercontainer.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community


Wahlbeteiligungen sind auch eine Art, das Sättigungsgefühl unter den Lebewesen festzustellen. Wahlhelfer finden sich noch schwerer, "Notfalls müssten Bürger verpflichtet werden". Würden die Europawahlen unter Belagerung oder Beschuss stattfinden, käme das europäische Sternenbanner unter den Hammer. Wer würde sich dafür wirklich vor die Tür wagen und seine "Villa de Kompromiss" verlassen?

http://img12.nnm.me/4/b/2/d/6/05f45651366184ebe6bbc644ffe.jpg
Sollte der Eindruck täuschen, dass das [west]politische Konstrukt Europa, nur eine Kunstfigur ist, die mehr gemacht, aber weniger wirklich gelebt wird, dann möge man noch [in 20 Jahren] den Gegenbeweis liefern.
Natürlich reden junge Menschen [nur] zu oft davon, welch Freiheiten und Perspektiven die Grenzenlosigkeit der EU bietet. Dem gegenüber relativiert das Alter, die Lebenserfahrung und die Realität jene Blauäugigkeit.

Die Öffnung und Freiheit der Märkte überrollt mehr und mehr die unerfahrenen Neu-EU-Mitgliedsländer. Derweil suchen wir Produkte aus jenen Ländern vergebens. Wo ist der Reichtum, das Miteinander aus Rumänien, aus Bulgarien, aus der Slowakei... aus den baltischen Staaten? Der polnische Kleinbauer hat mit seiner Schweinezucht als Individuum längst vor der Großmacht EU-Schwein kapituliert.

In Lugansk gibt es Schlangen vor dem Wahllokal zum Referendum. Vielleicht sollte die EU die eigenen Wahlen für illegal erklären, illegale Wahllokale einrichten und alles durch eine US-Privatarmee bedrohen lassen, um für Schlangenbildung vor den Wahlurnen zu sorgen.

Sicher. Am 25. Mai können wir uns wieder schämen. Auf der nach unten offenen Wahlbeteiligungsskala ringen die Zwangseuropäer beim Stimmungscontest mit oder ohne Bart um die Gunst der "Villa de Kompromiss".

http://kyf.net/freitag/utb.php?d=11.05.2014

11:19 11.05.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Gustlik

aufgedacht und nachgeschrieben
Gustlik

Kommentare 1