Die freitägliche und die junge Freiheit

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community


Zwischen den Fressmeilen auf deutschen Bahnhäfen liegen die Ruhepunkte der Buch- und Zeitungsmissionen. Man nehme sich etwas Zeit, um nichts zu kaufen, nur zu schauen, um die Anordnung der Presse, der Meinungsfreiheiten zu beurteilen.
Da klemmt derFreitag unter der Jungen Freiheit, daneben eine jüdische Wochenzeitung.
Nun könnte man vermuten, dass ein Kioskbetreiber sich etwas sensibilisiert für aktuelle Themen oder eher nicht, um die Widersprüchlichkeit auf die Spitze zu treiben.

Zeitungen und ihre Verkäufer haben es schwer, schwerer. Diese Woche hat unsere Unabhängige den Sparwillen so richtig an die Leser gebracht. Da wurde einfach am 2. September eine ganze Seite vom 2. August gedruckt. Dass man es dabei belässt und sich nicht mal dafür entschuldigt, ist schon ein starkes Stück Pressefreiheit. Vielleicht auch ein Stück an Überflug, der uns befällt, wenn wir an manchen Tagen Zeitung lesen. Viele bekommen es nicht mit, wenn man einfach eine Seite, die bereits vor 4 Wochen gedruckt wurde, wiederholt. Ein wahrer Akt von Kettenkarussell.

Aber, was sollen solche Provinzpossen. Es geht um Deutschland und den Sturz ins Bodenlose. Es ist noch nicht ausgestanden. Auch Anne will nun über den Sarrazchinken labern.

Vielleicht hätte ich den Zeitungsständer fotografieren sollen. Aber was mag der Kioskbetreiber oder die In denken, wenn da jemand die zugespitzten Auslagen ablichtet?
Später bin ich mir immer sicher, dass man hätte bestimmte Dinge unbedingt fotografieren sollen.
Vielleicht den ganzen Zeitunsständer in Folie packen und für die Nachwelt konservieren. Wenn es dann keine Zeitungen mehr gibt, fallen auch die Ständer weg.

Alles nur noch ONLINE. Der Name Internet wird bald durch Google ersetzt. Dann wird es Zeit, auf alternative Plattformen auszuweichen. Vielleicht baut jemand im Internet einen virtuellen Zeitungsständer, wo jeder seine eigene Anordnung der Zeitungen festlegen kann. Die Zeitung gibt es dann natürlich auch nur virtuell, sie wird generiert aus Onlinetexten von Presseagenturen und Medienkonzernen. Es gibt dann spezielle Drucker im Handel, Zeitungsdrucker. Mit dem dazu erworbenen Spezialpapier kann jeder dann seine eigene Zeitung drucken, Texte, Inhalten Bilder, Überschriften... frei wählen, davon berichten, wie es früher war.

Wenn nichts mehr gedruckt wird, nur noch alles binär auf elektronischen Datenträgern schlummert, müssen wenigstens keine Bibliotheken, Archive, Verlagshäuser mehr abbrennen. Die Feuerwehr kann zuhause bleiben, trotzdem ist alles weg. Eine tolle Vorstellung.http://kyf.net/freitag/utb.php?d=04.09.2010-1

10:58 04.09.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Gustlik

aufgedacht und nachgeschrieben
Gustlik

Kommentare