Emotionale Spaltung in D

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Als die Nachrichten der Woche den Tod von Luis Corvalán melden, kommen verschüttete Emotionen aus den Ruinen der DDR hervor.

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Ein "Auferstanden aus Ruinen" lauert hinter der letzten Mauer. Salvador Allende und Victor Jara treten auch gleich noch auf den Platz, Salvador hält eine mitreisende überzeugende Rede und Victor Jara spielt auf seiner Gitarre ein Lied über Gerechtigkeit und ein Lied über Liebe. Revolutionen müssen die Liebenden mitnehmen, um sich der Zukunft zu widmen.

An anderer Stelle in D ist diese Nachricht nur eine Randnotiz, ein unemotionale Alltäglichkeit aus dem Ticker. Keine rote Briefmarke, kein Wort von Solidarität, kein rotes Lied, kein rotes Fest störte dort den Fortbestand von Sammelbild & Album. Man hat sich arrangiert und klebt schon lange am guten Geschmack von Nutella und Kinderschokolade. Augusto Pinochet hat freie Hand.

Geschichte lässt sich nicht vergleichen. Chile ist nicht Deutschland, deswegen hat diese SPD keinen Salvador Allende. Der deutsche Kommunist Luis würde sich finden und eine Unidad Popular unterstützen, ein Rot-Rot, ich auch. Das Gesprächsprotokoll beim Verfassungsschutz würde eine "Radikalisierung" der Positionen feststellen, die freie Presse würde vor "Radikalen" warnen.

Soweit wird es nicht kommen. Der Reichstag ist nicht die Moneda. Es ist nur ein Planspiel, dass sich auch Piloten finden würden, Bomben auf die gewählten Verfassten zu werfen. Es wird auch noch lange dauern, dass mir bei Worten von SPD-Gesellen ein Schauer über den Rücken läuft.

Die letzten Worte von Allende aus der brennenden Moneda in Santiago liegen mir noch im Ohr, ein Schauer, Emotionen bleiben.

Im Fenster steht ein rotes Paar. Luis und Salvador.

"Prost! Ihr Radikalen! Auf Chile!"

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http://kyf.net/freitag/utb.php?d=24.07.2010-2

21:39 24.07.2010
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Geschrieben von

Gustlik

aufgedacht und nachgeschrieben
Gustlik

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