Es geht auch anders und so

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Viel Fernsehen ist möglich...

Kürzlich stand ich im Erfurter Hugendubel und stellte mir umgeräumt die Frage, wer denn das alles lesen soll, noch enger und dichter, die Sessel fehlen, kein Platz mehr zum Verweilen. Beim Betreten der Luftschleuse werden nicht nur die Haare durchgewedelt, sondern auch die Ruhe landet im Irgendwo von Hektik. Scheinbar ist der Quotenkampf jetzt auch schon gut sortiert.

Im Buchantiquariat dagegen, geht es älter zu. Hier schlummert nur das Früher http://kyf.net/freitag/img/vegafest.jpgangemodert vor sich hin. Ich liebe diesen Geruch. Beim letzten Besuch hatte 'Sozialismus' nur ein halbes Regal. 'Erotik' dagegen musste in drei Regalitäten aufgeteilt werden. Der endlose Versuch, Ordnung und Struktur aus zweiter Hand zu füllen, scheint ein gut schimmelparfümierter Kampf zu sein, endlos.

Abseits der Quotenorgien kann man ja umblättern oder umschalten.

Auf ARTE gab es ein erstes Filmfestival. Ich habe mir 'Lemon Tree' angeschaut, den Zitronenwurf auf Israel.
Schon am nächsten Tag lief 'Klopka - Die Falle', ein Blick in die serbische Gesellschaft.
An den Rändern liefert das deutsche Fernsehen unquotierte Ausblicke in die andere Welt, dort, wo gerade kein Coca-Cola-Truck unterwegs ist.

Viel Fernsehen ist möglich...
Doch wer soll das alles schauen? Rechnet man die Sendezeiten der Anstalten und Unstalten zusammen, kommt man auf unerträgliche Stunden in Tagen.
Per Zeitungsanzeige sucht RTL Kandidaten für "Einsatz in 4 Wänden". Es kann sich nur um einen Druckfehler handeln, sollte es doch anzeigen: "Ein Satz in 4 Wänden". Melden wir uns und schreien in die Kamera: "Was soll der Scheiß!", vierwandig.

http://kyf.net/freitag/utb.php?d=05.12.2010-1

12:13 05.12.2010
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Geschrieben von

Gustlik

aufgedacht und nachgeschrieben
Gustlik

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