General Sikorski

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Ein historisches Datum. 1943 stürzt der Premierminister der Polnischen Exilregierung mit seinem Flugzeug ab. Alles weit weg.

Ich stehe heute im Media Markt auf der Rolltreppe, auf den 55 Flachgeräten läuft in HDTV der Tagesschauticker über die Scheibe, dass Präsident Kaczinski mit seinem Flugzeug abgestürzt ist. Es trifft mich die Explosion einer nichtvorhandenen Bildröhre. Ein schlechter Treppenwitz rollt durch die Geschichte. Ein Fluch scheint über der Polnisch-Russischen Versöhnung zu liegen. Mehr sagen will man dazu nicht ...

Thomas Feix schreibt über Zielona Góra. Ich denke an Gdańsk, als wir im letzten Jahr angesommert vor dem legendären Tor der Ex-Leninwerft standen, gegenüber ein Werbeplakat mit diesem "Nie dla idiotow – Media Mark", eine Klatsche für die jetzt Werftlosen, die in den 8zigern Solidarność erstreikten.
Auf der letzten Dokfilmwoche in Leipzig gab es einen Film, der die Verhandlungen zwischen dem Streikkomitee der Werft und dem Regierungsvertreter aus Warschau zeigt.
Alle Polinnen heißen Małgorzata. Ich hatte damals regen Briefverkehr in das Land hinter der Oder-Neiße-Friedensgrenze, habe mich ins Polnische reingeschrieben, aber mit dem Sprechen ...
Versuchen sie mal sechs ("sześć") Briefmarken zu kaufen, ohne dass die Verkäuferin denkt, man wolle sie nur grüßen ("Cześć")! Ein Akt der Verzweiflung für Sprachwandler. Polnisch ist eben was mit Feintuning und für Nuschler.
Blumen hängen immer noch im Tor, auch der ewige Papst der Polen. Ansonsten wird die typische Bigos-Versorgung an den Rand gedrängt und der Westen erobert den Sonntag.

Nun müsste ich schreiben: "Jestem smutny!". Irgendeine Małgorzata würde schreiben: "Jestem smutna!". Polen ist noch nicht verloren. "Nigdy nie!".

Lachen wir noch etwas über Bolek und Lolek.http://kyf.net/freitag/utb.php?d=10.04.2010-1

21:41 10.04.2010
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Geschrieben von

Gustlik

aufgedacht und nachgeschrieben
Gustlik

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