Rot ist natürlich und nah

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Das Jahr ist anders. 20zehn zeigt sich verändert gegenüber 20neun.
Traubenhaft hängen in diesem Jahr die Lindenblüten, die Kirschen dämmern etwas dahin. Im letzten Jahr hatten sie ihr Traubenhaft.

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Trotzdem bleibt das Rot der "Charge 2010" greifbar, man kann auch mal Reinbeißen und den Kern für Morgen ausspucken.

Im Nachbarnachbarnachbarort läuft die Erdbeerernte. Wenn die Sonne lange scheint, muß schneller gepflückt werden. "Wir bekommen nicht genügend Deutsche.", sagt die Feldverantwortliche, die schon fast 10 Jahre an dieser Stelle über Frucht und das richtige Selbstpflücken wacht. So stehen im Hinterhof der Ex-LPG zahlreiche polnische Autos, an denen der deutsche Selbstpflücker vorbeiziehen muß. Sie bleiben auch das Wochenende auf dem Hinterhof.
"Jemand, der 5 Jahre aus dem Arbeitsleben raus ist, schafft das nicht, diese anstrengende Arbeit, er bringt die Leistung nicht.", spricht die Feldverantwortliche über Pflückleistung.

"Crossover" der deutschen Erdbeerfelder. Polen müssen her, sonst ist es vorbei mit roter Leidenschaft in Farbe und Süße.

Und da waren ja noch die Kirschen, trotzdem zahlreich an den Bäumen in die Nachbarnachbarnachdörfer. Da kommen keine Polen. Die Kirschen sind kostenlos, werden aber trotzdem nicht gepflückt. Da laufen nur immer mal einige Naturfreundliche vorbei, die davon kosten und sich über die Verfaultheit ärgern.

Das sind Realitäten, die an der Armut zweifeln lassen.
Wir sind nicht arm genug, dass beim Discounter in der Nachbarnachbarnachbarstrasse das Rote noch billiger ist.

Auch unter Rosa-Rot-Grün würde sich daran wenig ändern.

Oder doch? Die "Crossover"-Experten erklären den letzten Sonntag im Juni zum gesamtdeutschen Pflücktag.

    "Das Rote ist so nah."

Der 1. Schritt, das richtige Wort zur Nachbarkeitsstudie.

(Warum gibt es eigentlich für die Community kein Thema "Natur & Umwelt"?)http://kyf.net/freitag/utb.php?d=27.06.2010-1

11:25 27.06.2010
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Geschrieben von

Gustlik

aufgedacht und nachgeschrieben
Gustlik

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walter-ter-linde | Community