Sylter Grauschimmer

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Das Jahr bringt uns ein zweites Mal auf die Insel. Wir kennen nun Sylt nur in grauer http://kyf.net/freitag/img/szug.jpgTracht der Unsaison, wenn alles schläft, wenn alles kältet, windet, der Strand und die Gassen ohne Trubel dahinschlummern und es mächtig zieht.
Es war erst das Ende vom Februar, nun ist es das Ende vom November. Sommer wäre ja keine Kunst, da kann ja jeder!
Der Sylt-Shuttle der Bahn schauckelt über den Hindenburgdamm. Gerade hören wir noch im Radio, dass private Eisenbahnen das Monopol der Deutschen Bahn hier brechen wollen. Es ist lukrativ, jedes Auto zählt, auch wenn im Sommer die Insel an dieser Mobilität erstickt. Sylt ist fast ein Kunstwerk, ein teures, wenn man die alljährlichen Sandanspülungen betrachtet. Ohne diesen Kunstsand aus der Nordsee würde die Insel im Irgendwann wie eine Kleckerburg verschwimmen, um an anderer Stelle wieder zu entstehen, umbenannt.
Ist ist still geworden, kalt und windig. Eine steife Brise fegt durch Westerland. Manhttp://kyf.net/freitag/img/sstrand.jpg kann nicht viel flanieren, nur frieren, um an warme Stuben und einen heißen Tee zu denken.
Die Stufen, auf denen postkartengewöhnlich heißer Sand umherkrümelt, sind gefroren und glatt. Nur wenige, meist ältere Leutinnen, schlürfen umher, aber sie sind gut angezogen, meist, obwohl es auch auf Sylt Obdachlose geben soll.
Das Wetter gibt uns in dieser Jahreszeit eben einen Korb, einen grauen. Das ist eben so. Aber es gibt Platz, viel Platz für Bild ohne Mensch. In den Gaststätten bekommt man mühelos die besten Tische mit Blick auf das Meer, dort, wo man http://kyf.net/freitag/img/skorb.jpghinschaut und sich so seine Gedanken macht.


Platz...
...Platz

Platz...
...Platz

Platz...
...Platz

Platz...
...Platz

Platz...
...Platz


Der einzige Freitagleser auf Sylt wurde nicht gesehen. Er hat seine Haltung zur Insel nachhaltig an die Wand genagelt und sich anschließend unter die Gewöhnlichen http://kyf.net/freitag/img/sfuck.jpgbegeben, um nicht weiter aufzufallen. Gewöhnlich wurde versucht, seine Haltung zu glätten, um die Saison zu retten. Trotzdem gibt es ein Sylter Leak. Was für ein windiger Schwenk zur aktuellen Lückendiskussion!? Aber Winde kommen und gehen...

Die angespülten Toten der Jahrhunderte bekommen eine Ruhestätte. Die Heimatlosen kann man besuchen, wenn man durch das Tor geht, um an den Kreuzen die Findungsdaten zu lesen. Da kommt man schon wieder ins Grübeln... Eigentlich ein preiswerter Vorteil auf Sylt begraben zu werden, man muss sich nur http://kyf.net/freitag/img/sheimat.jpganonymtod anspülen lassen. Wenn dann die Findungskommission zustimmt und die Anspülung keine Flaschenpost ist, bekommt Mann oder Frau eine Heimat, ein letzte.
Die Heimatlosigkeit beginnt bestimmt schon eher. Es sind viele Ausländer, meist Osteuropäer, die hier sylten, um den Bereich Be- und Entdienung zu füllen.

Platz für Heimat...
...Heimatplatz


Platz für Heimat...
...Heimatplatz

Platz für Heimat...
...Heimatplatz


Warum denn nun gerade Sylt? Nein, es hätte uns wohl sicher nichts über den Hindenburgdamm getrieben, da liegt uns der Darß, Rügen oder Usedom ideel zu nah. Es ist der Journalistennachwuchs der hier sein Volontariat, im Sturm undhttp://kyf.net/freitag/img/sr.jpg Drang der Widersprüche, in den Anspülungen von Großklein und Kleingroß, erschreibt. Da muss man doch mal Sylter Rundschau halten...

Platz für Presse...
...Presseplatz


Platz für Presse...
...Presseplatz


**** Strandplatz hier abtrennen. ****

http://kyf.net/freitag/utb.php?d=29.11.2010-1

20:32 29.11.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Gustlik

aufgedacht und nachgeschrieben
Gustlik

Kommentare 2

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sachichma | Community