Wie freitragend ist der Freitags-Blog?

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

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Der Schreiberling unterliegt immer der Gefahr, zu jedem Thema was reinklimpern zu müssen, zu wollen, um so richtig Meinungsmedium zu spielen.

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Irgendwo an der Ecke treffen sich regelmäßig Leutinnen, mit und ohne Bierchen, um so richtig Meinungsmedium zu spielen, ebenfalls.

Natürlich kommt der Schreiberling intellektueller daher, seine Wortwahl scheint gepflegt, die Worte im linksliberalen Scheitel manchmal etwas schmierig, schwierig, abgelegen.

Die Eckbank dagegen muss deutliche Worte vernehmen. Der Gassenjargon ist an Schärfe nicht zu überbieten. Gut, dass hier keine Rechte Dritter verletzt werden. Ein Moderator ist auch nicht notwendig. Man nimmt das gesprochene oder erbrochene Wort ohne Anwalt der Gegenseite hin. Das Meinungsmedium an der Straße gab es schon immer, auch an Montagen, ungedruckt, offline. Ein Bild reicht.

Der Schreiberling sitzt im Kämmerlein, auf der Terrasse, im Grünen , ist umsorgt, Rentner, weniger arbeitslos, mehr arbeitend, hängt am Internet, um ein Meinungsmedium zu füllen. Sollte er mal über Dr. Oetker schreiben, wird er irgendwann von Marktstrategen gefunden. Online wird die Puddingwelt erforscht, Meinungsmedien ausgesaugt, das Marketing performt die nächste Kampagne. Noch leichter, noch süßer, noch besser unterzurühren... wird die Welt sein.

Ob an der Eckbank über das Unterrührverhalten von Puddingpulver gesprochen wird, wissen wir nicht. Wenn doch, wird das Dr. Oetker nie erfahren. Es bleibt alles im Kreise der Familie, stecken.

Wie freitragend ist also dieser Meinungsblog? Ohne die starke Stütze 'Internet' sähe es dürftig aus. Der Ständer würde zusammenklappen und die Halbwelt unter sich begraben.

Freitragend sollten wir besser zuhören, uns dazusetzen und die Gassenhauer , die die Eckwelt betreffen, vertexten. Mit dem gepflegten Scheitel ist es dann schnell vorbei. Der Wind weht von der anderen Seite. Es kann sein, dass unsere Glatze sichtbar wird. Der Dreck der Strasse wird die Schmiere ablösen. Vielleicht schreibt es sich dann leichter, näher am Menschen. Linksliberal wäre dann ein richtiges Wort, verständlich.

    "So wie du das schreibst, das könnte ich nie! Geh doch zur Zeitung."

Ein Meinungsirrtum.

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http://kyf.net/freitag/utb.php?d=04.08.2010-1

18:50 04.08.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Gustlik

aufgedacht und nachgeschrieben
Gustlik

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