Zwischen NETTO und LIDL

Verdrängung Eigentlich ist die Zeit vorbei, dass Markt[neu]eröffnungen als Erfolg verbucht werden können.
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Zwischen NETTO und LIDL wird es immer noch als notwendig erachtet, dass der eine Markt einen Neubau in das Stadtinnere setzt und der andere Markt sich erweitert, um nun noch mehr Artikel in größeren Stückzahlen vorrätig zu haben und mit einer Backstation zu glänzen.

Natürlich geht es immer nur um die Erfüllung von Kundenbedürfnissen. Angeblich. Wir leben ja auch in einem total unterversorgten Gebiet ohne Wühltische, Brot und Brötchen.

Dass hier auf Kosten der Stadt ein Verdrängungswettbewerb ausgetragen wird, kehren die Entscheidungsträger unter die Amtstische. Zwar reden alle lokal verankerten Parteien und Bewegungen immer davon, dass Gewerbe und das Handwerk vor Ort zu unterstützen. Da "verbessert" man doch gleich die Bedingungen für das Bäckerhandwerk aus der Region.

Natürlich gibt es in dieser Stadt auch noch ALDI, NORMA, EDEKA und andere. Natürlich ist die Einwohnerzahl in den letzten Jahren gesunken und der demografische Wandel wandelt aktiv durch unsere Region. Trotzdem würde man gern ein Band durchschneiden und solche Marktverlagerungen noch als Erfolg verbuchen.

Gern reden die Betroffenen immer davon, dass auf lokaler Ebene abseits der großen Politik alle an einem Strang ziehen und es kaum Parteiengezänk gäbe. Doch wo will man mit dem Umdenken beginnen, wenn nicht auf der versiegelten Fläche vorm LIDL? Was bedeuten Region, regionale Wirtschaftskreisläufe, geringe Transportwege, Müllvermeidung …?

Man mag es kaum glauben, dass LIDL seine Erweiterung auch mit ökologischen Aspekten begründet! Wenn dann mal nicht in einigen Monaten der ALDI meint, er müsse jetzt auch die ökologische Karte spielen. Die Stadt sollte sich schon mal um einen versiegelten Alternativstandort kümmern.

http://kyf.net/freitag/utb.php?d=19.05.2014

10:11 19.05.2014
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Geschrieben von

Gustlik

aufgedacht und nachgeschrieben
Gustlik

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