RE: Um Gottes willen | 19.09.2016 | 12:53

Man kann sich das gut verdeutlichen, wenn man es mit der Tötung von Erwachsenen vergleicht ...

Nein. Es sei denn, Sie finden einen Erwachsenen, der für den Erhalt seines Lebens dauerhaft den Körper eines anderen Menschen braucht.

Das ist ja das Delimma. Weder das Kind, noch die Mutter, die es austrägt, stehen allein für sich. Die Mutter kann über ihren Körper nur dann bestimmen, wenn auch die Tötung des in ihr heranwachsenden Kindes grundsätzlich eine Option ist. Umgekehrt führt ein uneingeschränktes Lebensrecht für das Kind dazu, dass die Mutter es auszutragen hat, völlig egal, was sie davon hält.

Was hier der Weg der reinen Lehre ist, darüber sollen andere ihr Maul zerreißen. In der Welt, die nunmal exisitiert, haben Frauen schon immer abgetreiben, wenn es ihnen notwendig erschienen ist. Selbst wenn sie dabei selbst ums Leben kommen. Wer dieses unbestreitbare Faktum nicht zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen nimmt, ist ein Dummkopf.

RE: "Der Flüchtling ist dran schuld" | 18.09.2016 | 22:20

Wirklich nicht..? Sind sie kein aktiver Teil dieser Gesellschaft, nur weil sie nicht wählen dürfen..? Das wundert mich aber.

Wählen ist ein Aspekt. Es gibt noch andere: Flüchtlinge haben keinen Zugang zu politischen, kulturellen, materiellen Machtpositionen und sind auch als Konsumenten nicht sonderlich interessant. Sie treten über die Medien nicht als Meinungsmultiplikatoren auf, etc.

Was Oma Gerda, die z. B. im Rhein-Main-Gebiet ein Mietshaus besitzt, von homosexuellen Paaren hält, ist gesellschaftlich relevanter als die Ansichten von 1000 Hungerleidern. Und auch die weniger vermögenden Kumpels von Oma Gerda in der Seniorenunion sind weitaus wichtiger. Die Einstellung dieses verlässlichen Stimmviehs, was geht und was nicht, entscheidet maßgeblich darüber, ob die Nachfolger von Westerwelle, Beust und Wowereit ihre sexuelle Orientierung selbstverständlich leben oder aus Sorge um Stimmenverluste schamhaft verschweigen. Wobei von denen dann wieder eine Rückwirkung ausgeht, siehe Multiplikatoren.

Und dann beschweren sich Linksliberale, dass das Land nach rechts wegglitscht.

Das doch eine ver-rückte Wahrnehmung. Mit der (mehr oder weniger) freiwilligen Aufnahme von ca. 1 Million Flüchtlingen hat das Nicht-Einwanderungsland-Deutschland unter der Multikulti-ist-gescheitert-Bundeskanzlerin Merkel gerade erst den größten Linksglitsch aller Zeiten hinter sich. (Zumindest punktuell bei eben diesem Thema.)

Als Schröder seine Agenda-Wende einleitete, ist danach doch auch das Land nicht nach link wegglitscht, nur weil sich in der Folge eines bundesweite Linkspartei etablierte.

Norbert Hofer ist in Österreich mit einer Hinternhälfte schon auf dem Sessel des Bundespräsidenten, aber nicht in Deutschland.

Aber auf nur den leisesten Hauch von Verständnis für Ängste ...

Die Bewohner von Metropolregionen können angesichts der Flüchtlingsschar schon eine Reihe von ganz realistischen Ängsten bzw. Sorgen haben (Kleinkriminalität von perspektivlosen Hängengebliebenen, Integration von noch mehr nicht-deutschsprachigen Kindern is Schulsystem, etc.). Aber doch bitte nicht im Hinblick auf die Rechte Homosexueller.

RE: "Der Flüchtling ist dran schuld" | 18.09.2016 | 20:16

Der Wendepunkt ist jetzt. Was an der Sozialisation liegt, die die Zuflüchtenden im Gepäck haben ...

Ganz sicher nicht. Was haben Einwanderer aus fremden Kulturkreisen denn hier zu melden? Gar nix. Die einzige Art, auf die sie das gesellschaftliche Klima beinflussen, ist der Tatsache geschuldet, dass sie mit ihrem massenhaften Auftauchen prima als Projektionsfläche und willkommener Anlaß für die politische Aktivierung zahlreicher unzufriedener Einheimischer taugen.

Oder meinst du, dass Syrier, Etritreer, Afghanen, etc. nix besseres zu tun haben, als nach ihrer Ankunft gleich die Marktplätze und Einkaufsstraßen zu stürmen und händchenhaltende Männerpaare zu attackieren?

Wenn wir Pech haben, endet ein Gutteil der nicht angenommenen, aber auch nicht abschiebbaren Asylbewerber als Drogendealer, Einbrecher und Trickdiebe. Aber eher nicht als Scharia-Polizei. Letztere verdient nämlich nix.

RE: "Der Flüchtling ist dran schuld" | 18.09.2016 | 19:55

Das hatte ich glatt überlesen. Die ganze Welt, ja klar. Die islamische vor allem. Und die USA, Polen, Ungarn, Frankreich. Russland und die Türkei auch. Afrika erst. Immer offener, liberaler und vernünftiger.

Ja, ich gehe tatsächlich davon aus, dass es auf der Welt unterm Strich auch heute noch jeden Tag ein wenig liberaler zugeht. Dies vor allem gemünzt darauf, was in der Mehrheitsgesellschaft, also beim "Mann auf der Straße", als noch akzeptable Verhaltens- bzw. Lebensweise betrachtet wird.

Was wir z. B. in den USA gerade vorgeführt bekommen, ist (auch) ein Rückzugsgefecht der Konservativen. Ich sehe da null Chancen auf einen rechten Rollback. Im Militär - das hat dort den Stellenwert der deutschen Fußballnationalmannschaft hierzulande - dürfen nun Homosexuelle ganz offiziell mitmachen beim Totschießen und sich totschießen lassen. Daran würden auch 8 Jahre Präsidentschaft eines Donald Trump nichts mehr ändern.

Und die britische Hauptstadt wird nun von einem Moslem regiert, trotz der verheerenden Anschläge durch Islamisten und trotz aller Anti-Zuwanderungs-Demagogie, die nun knapp zum Brexit geführt hat. Gleichzeitig werden in UK inzwischen alle Parteien, die Einfluß haben (also alle außer Labour) vom schwachen Geschlecht geführt. Das halte ich nicht für eine unwahrscheinliche Laune des Zufalls, sondern für Zeichen einer neuen Normalität.

Etwas weiter westlich wurde vor kurzem im katholischsten Land Europas die "Homoehe" per Referendum eingeführt. Irland ist damit eines von zig Ländern, die homosexuelle Paare dem hetereosexuellen Referenzmodell gleichstellen. (Deutschland hinkt hier hinterher.)

Und was die "islamische Welt" angeht, so wette ich ein Monatsgehalt, dass sich täglich mehr junge Moslems bei "Big Bang Theory" amüsieren, wo ein offen homosexueller Schauspieler die Quasi-Hauptrolle hat, als IS-Kopf-ab-Videos zu konsumieren.

RE: "Der Flüchtling ist dran schuld" | 17.09.2016 | 23:10

Mit meinen Stimmungsschwankungen fing es an, als ein frisch Zugeflüchteter Jaafar Abdul Karim zu Protokoll gab, dass er Homosexualität nicht gut finde, es aber ja leider nicht ändern könne.

Ja, und? Das hätten dir in einem ehrlichen Moment im Jahr 2014 gut 20% der Bevölkerung unterschrieben. Im Jahr 1950, also bevor diese ganzen homophoben Kameltreiber ins Land geströmt sind, waren es bestimmt über 80%, die die oben beschreibene Einstellung für völlig einsichtig erachtet hätten. Wohlgemerkt handelte es sich dabei um die liberaleren 80% der Gesellschaft. Die übrigen 20% hätten dir geantwortet, dass man durchaus etwas gegen das schwule Pack tun könne ...

Nun sind wir also im Jahr 2016 und haben ein paar Prozent Homophobe mehr im Land als 2014. So what? Unterm Strich wird unser Land dennoch jedes Jahr offener, liberaler, vernünftiger in dieser Frage. Und nicht nur wir, sondern die ganze Welt.

RE: "Der Flüchtling ist dran schuld" | 17.09.2016 | 22:57

Denn so schnell und leicht, wie Putin die Russlanddeutschen und Erdogan die Deutschtürken gegen the Gesellschaft aufzuhetzen vermochten, soll es schließlich nicht gehen können.

Du lässt dich meines Erachtens von solchen symbolischen Machtdemonstrationen auswärtiger Big Men viel zu sehr beeindrucken. Ist wohl dem medialen Brennglas geschuldet, das da jeweils draufgehalten wird.

So ist z. B. die türksichstämmige Bevölkerung in Deutschland politisch wenigstens genauso zersplittert wie die Daheimgebliebenen in der Türkei selbst. Erdogan adressiert eine bestimmte Fraktion sehr effektiv. Ein nicht geringer Teil der übrigen Deutschürken hasst ihn und seine AKP dagegen wie die Pest. Und - wie immer - der weitaus größte Teil hält sich raus und will ein ruhiges Leben haben, ob in Deutschland oder der Türkei, also das Häuschen abbezahlen, die Kinder glücklich aufwachsen sehen, etc.

Hier das Fass "Loyalität" aufzumachen, ist in meinen Augen komplett daneben. Die Mehrheit sowohl der Urdeutschen wie auch der Zuwanderer sind weder Herrn Putin noch Frau Merkel gegenüber loyal. Sie würden aber letztendlich auch den Anordnungen eines Kanzlers Höcke Folge leisten, solange dieser sich Militär, Polizei und Justiz stützen kann.

Das andere Exempel ist noch lachafter: Ein paar hundert Deutschrussen demonstrieren wegen einer gefakten Vergewaltigungsgeschichte. Und alle deutschen Medien berichten, dass Putin kurz davor steht, mit seiner fünften Kolonne Berlin zu übernehmen. Lachhaft!

RE: Das Trauma bleibt | 14.09.2016 | 22:08

Heißt das, im Kriegsfall hätte man das bestbewachte Gebäude der Welt mit ein paar Ferienfliegern wegputzen können incl. der gesamten US Verteidigungsadministration?

Im Kriegsfall wohl nicht (da ist man ja wachsam). Aber im Friedensfall offenbar schon. Man mache sich klar: Kein Schwanz hat mit so einer Attacke gerechnet. Eine aus Russland, China oder wo auch immer einfliegende Bomberstaffel hätte man sicher vom Himmel geschossen. Aber Passagierflugzeuge? Zumal ja immer mal wieder eins entführt wird.

Heute dagegen steigen sicherlich sofort Kampfflugzeuge auf, sobald sich im zivilen Luftverkehr auch nur irgendwas verdächtiges tut.

RE: Das Trauma bleibt | 14.09.2016 | 21:56

Tragflächen die im WTC extrem dicke und viele Träger gleichzeitig durchschlagen. Wie man in Fotos/Videos sehen kann wurden die Träger durchschnitten wie mit Schneidbrennern.

Käse! Anschauen: https://www.allmystery.de/i/t46c1d2_gg487571292145422911wtc1hole32ve.jpg

In der linken Hälfte der "Abdruck" des Flügels. Nix "Schneidbrenner". Der einzige massive Schaden links von dem großen Loch, welches der Rumpf gerissen hat, ist unter der "96" zu sehen. Vermutlich kam da die Turbine rein. Weiter links hat es dann "nur" die Aluminiumschale weggerissen und einige Träger nach innen geknickt. Da es sich dabei nicht um "mannsdicke", massive Stahlträger handelte (die befanden sich ausschließlich im Kern des Gebäudes, alles klar?), ist das Schadensbild doch nicht total verwunderlich.

Flugzeuge, deren Flügel einfach wegknicken bzw. aufreißen, ohne dass das Hindernis sonderlich beschädigt wird, sind vermutlich nicht mit über 500 km/h unterwegs gewesen. Oder aber sie sind an einer gegen Terroranschläge gewappnete Stahlbetonwand geknallt. So wie das Video mit dem Kampfflugzeug. Da bleibt dann auch nix vor der Wand liegen, außer etwas Staub und Fetzchen. Videobeweis siehe oben.

RE: "Der Flüchtling ist dran schuld" | 14.09.2016 | 21:43

Dass es aber letzten Endes nicht Geld/der Bereitstellungswille von Geldern ist, der die Grenzen der Integrationsfähigkeit eines Landes aufzeigt. Sondern eben die Integrationswilligkeit aller am Integrationsprozess Beteiligten, der aufnehmenden Gesellschaft wie den Aufzunehmenden.

Na, steht es darum denn so schlecht? Man kann ja mal hier reinhören:

- http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/09/07/von_syrien_nach_ostdeutschland_tagebuch_einer_schwierigen_dlf_20160907_1840_e9687475.mp3

- http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/08/30/wir_schaffen_das_aber_wann_fluechtlinge_und_der_dlf_20160830_1840_ccf34976.mp3

Klingt alles nachvollziehbar. Manches klappt, anderes nicht. Aber unterm Strich wird es nicht viel anders laufen als mit der mehr oder weniger gelungenen Integration der übrigen Millionen Muslime, die bereits im Land leben. Eher sogar etwas besser, weil das Problem nun zemlich weit oben rangiert (im Gegensatz zur Situation des "Kein-Zuwanderungsland-Deutschlands") und entsprechend Ressourcen mobilisiert werden.

RE: Das Trauma bleibt | 14.09.2016 | 21:24

Einerseits durchdringt ein Flugzeug mühelos die Stahlträger der WTC-Fassade (die teilweise mannsdick waren) ...

Soso, die Stahlträger in der Fassade waren also manndick und natürlich aus massivem Stahl (nicht etwa hohl, wie der übliche Stahlträger, den man so kennt). Und woher weißt du das? Kannst du dazu Daten vorlegen?

Hier mal ein Bild aus der Bauzeit eines der WTC-Türme: http://911research.wtc7.net/mirrors/guardian/WTC/wtc-beams.jpg

Hier fällt schonmal auf, dass die Träger im Kern des Turms um ein vielfaches größer sind als die Träger in der Fassade.

Und wie soll so ein Fassenträger ausgehen haben? So: http://www.sharpprintinginc.com/911/images/photoalbum/10/5_6_wtc_column_insulation.jpg

Der Träger ist also hohl.

Das Epntagon dagegen hatte in der Außenwand teilweise sogar Kevler-Matten eingearbeitet: http://s133.photobucket.com/user/chainsawmoth/media/FrustratingFraud/Wall_Model_window.jpg.html

Kevlar kennt man von .... na ... kugelsicheren Westen.

Schon ein bisserl was anderes, ne.