RE: Politik im Defizit | 28.03.2015 | 14:20

Am Allerbesten gefallen mir die Krokodilstränenverdrücker, welche kund tun, dies alles, die Entbehrungen, die Enthaltsamkeit und der Verzicht geschähen im Interesse der Kinder, der kommenden Generationen, die nicht auf den Schulden der heutigen Ressourcenverzehrer hocken sollen.

Ganz abgesehen davon, dass die bitterlichsten Sonntagsprediger dieser so steil wie hohlen These, bis kürzlich noch stramme Befürworter des von ihnen angeprießenen und angeblichen Billigstroms aus den Atomkraftwerken waren, ist es diesen poltischen Geistlosigkeiten eigentlich wurscht, wenn die so entlasteten Kinder von der baufälligen Brücke stürzen, für deren Sanierung nach ihrer Rechnungskunst, die von den Rechenkünsten jedes Milchmädchens weit überragt wird, kein Geld vorhanden sei, - so lange es nicht ihre eigene Brut betrifft. Dann ist eventuell schon mit Betroffenheit zu rechnen und folgender Einsicht in den Schwachsinn, der nun schon jahrzehntelang vertreten wird.

Begleitet wird dieser politökonomische Hexensabbat von irgendwelchen Wirtschaftstheologen, (- wobei dieser Ausdruck für diese Art der Wisschenschaftbetreibung eine grobe Beleidigung der soliden Arbeit an theologischen Fakultäten ist. Ideologen wäre vermutlich ein besserer Ausdruck, erinnern sie in ihren Äußerem und in ihren Äußerungen doch mehr an die Absolventen eines Studiums der Geschichte der kommunistischen Partei der kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) Kurzlehrgang 1938- nur in quasi umgekehrte Phraseologie, der bessere Ausdruck wäre Wirtschaftsphraseologen)und ihren Exegeten in Film, Funk und Presse. Es ist schlicht erschütternd.

Und wenn der, die im Zerrbild einer schwäbischen Hausfrau ihr Vorbild sieht, die meint, Innovation und Wachstum anzuregen, in dem sie Ausbeuterfirmen wie Amazon (und das ist nur ein Beispiel) von ihrem Anteil an der Erhaltung oder des Ausbaus der Infrastruktur befreit, immer noch mehrheitlich geglaubt wird, so lässt sich nur das Versagen aller Bildungsintitutionen in dieser Republik beklagen. Wirklich profitieren nur die Hersteller von Psychopharmaka, die das Heer derer, die ihrem Unbehagen vom "das geht nicht mehr lange gut" mit Arzneien betäuben, dass ein Anschein von Normalität und Leistungsfähigkeit bewahrt bleibt. Noch und zum Glück bricht der systemische Wahnsinn dieses Wahnsinns-Systems nur manchmal in die Wirklichkeit ein.

Es bleiben nur Glaube, Liebe, Hoffnung darauf, dass eine Besinnung, eine Umkehr möglich wird, bevor alle die Nerven verlieren und im kollektiven Selbtmord den Ausweg suchen.

RE: Gesten, Posen und der Subtext im Kopf | 17.03.2015 | 13:40

Ich gebe Ihnen Recht. Es ist wie beim Fußball, direkt nach dem Spiel, sollte man erst einmal lieber innehalten als große Töne zu spucken. Tut mir Leid. Soll nicht wiederr so vorkommen.

RE: Gesten, Posen und der Subtext im Kopf | 17.03.2015 | 13:03

Da schmeißen wir dem Edelstjournalisten Der Jauch einen Lyrikversuch hinterher:

Der Jauch
odelgetrieben
im feinsten Zwirn
die Arisierungsgewinnler
lehren dem Südländer
Arbeiten

ein Deutscher weiß
Arbeit macht frei
Jedem das Seine
und schuldig die Griechen
hinab in den Orkus
als warnendes Beispiel
für Schuldner der
Reichen

die geh'n über Leichen.

RE: Nous, le peuple. Wir, das Volk? | 11.03.2015 | 21:57

Großartiges blog. Vielen Dank. Ich muss mich noch genauer drüber nachdenken.

(Im Widerstand gegen die neoliberalen Exzesse wie z. B. dem TTIP-Abkommen muss man (ich) fleißig üben, nicht in die Fallen derer zu laufen, die mit progessiven Gedöns eines regressiven Antikapitalismus ihr stinkreaktionär-antidemokratisches Weltbild nationaler (völkischer) Selbstüberschätzung maskieren.)

RE: "Wir schämen uns für diese Zeitung" | 28.02.2015 | 21:08

Sollen sich die BILD Herausgeber und -Mitarbeiter schämen. Sollen sich die BILD-Leser schämen. Die, welche ein Selfie veröffentlichen ließen, die sollten sich in 'Grund und Boden schämen. Noch tiefer hinab sollten sich schämen die Politiker, die meinen, BILD und Glotze .... leicht zu erkennen was aus ihnen werden wird. Vertreter und Laufburschen irgendwelcher Holdingenskirchens.

Ich schäme mich nicht. Ich stinke jeden Tag gegen diese Zeitung an. Seit vielen Jahren,

RE: Wie links sind die Deutschen? | 28.02.2015 | 20:43

Danke, Ihr Beitrag erklärt viel und erklärt mir meine Erschütterung über dieses Interview. Dass an den Universitäten schillernde Gestalten beschäftigt und bezahlt werden, war mir schon klar, irgendwie. Doch dass ein solch schlichter Denker an der FU lehrt, kann ich mir kaum erklären. Die einzige Hoffnung, die ich habe ist die, dass sein Job nur aus Drittmitteln und nicht vom Berliner Steuerzahler finanziert wird. Denn wenn es so wäre, müsste ich den bayerischen Finanzminster Söder recht geben, der darüber klagt, über den Finanzausgleich werde zu viel Unsinn in den "Nehmerländern" finanziert.

RE: Thailändische Landarbeiter sterben in Israel | 22.02.2015 | 11:44

No "good cop" only a bootlicker oder auf gut bairisch:

Koa Buddhist bist, a Schleimer a preißischer bist' bliem.

RE: Marquis de Morès und seine Freunde | 17.02.2015 | 21:08

Kaum hatte ich mich fest entschlossen den Seiten der dFC beleidigt den Rücken zu kehren, finde ich Ihr blog und schon lohnt es sich wieder herein zu schauen.

Er und seine „Freunde“ gehören zu dieser neuen parallel zur Arbeiterbewegung entstehenden Rechten, die weiterhin die grundlegenden Ideologeme der ordnungsfanatischen Bourgeois vertritt (Familie, Vaterland, Eigentum, Religion), aber auch Schlüsselwörter der Arbeiterbewegung und des Anarchismus aufnimmt.

Irgendwie sehr aktuell, immer noch brisant, eine ziemlich exakte Beschreibung des vergifteten Diskurs, wie er sich seit einigen Monaten in der sogenannten FREITAG-Community breit macht.

RE: Die Fronten bleiben | 16.02.2015 | 15:19

Vielen Dank für Ihre Antwort auf meine saublöde Frage. Die ist mir jetzt richtiggehend peinlich. Im Moment würde ich mich eher als Trottel als irgendwie oder -was anderes bezeichnen,

Ich hoffe, später gibt es sich wieder und ich werde wieder der mittelmäßige Katholik, als der ich mich bei Ihnen schon einmal outete.

RE: Die Fronten bleiben | 16.02.2015 | 14:33

Immer schön, wenn man weiß, wer man ist. Sie sind also "Realist". Schön!

Dann geben Sie mir mal eine realistische Einschätzung, wie viele der Besserverdienenden oder gar Vermögenden unter den Inhabern, Mitarbeitern und Mitgliedern der dFC mit ihren Kindern das Weite auf dem amerikanischen Kontinent suchen werden, wenn es hier in Europa zur Sache gehen wird?