Ein Zitat von anno 1913

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hab mir das zitieren nach dem vorbild von rainer kühn zu eigen gemacht. diesmal. warum jedesmal selbst etwas schreiben, wo es doch ebenso sinnvoll sein kann, ein zitat zu posten?

zu dem zweck hab ich das lesebuch aufgeschlagen, das ich als schüler in der oberstufe im deutsch-unterricht brauchte. ich zitiere aus einem text, den ich damals zur besprechung vorgeschlagen hatte.

der autor ist ludwig klages. sein aufsatz ist überschrieben:

"Mensch und Erde"

"Was der Reichsdeutsche Hochwald nennt, ist jung aufgeforstetes Stangenholz; der wirkliche Hochwald aber, der bei uns zur frommen Sage wurde, geht auf dem ganzen Erdball seinem Ende entgegen. Das zur Indianerzeit waldreichste aller Festländer, Nordamerika, muß seinen Holzbedarf heute durch Einfuhr decken. Die 'fortgeschrittenen' Völker, im ganzen genommen, brauchen alljährlich Hunderttausende Tonnen Holz zur Papierbeschaffung, damit durchschnittlich alle zwei Minuten ein Buch und nahezu jede Sekunde eine Zeitung erscheine. Man beweise uns die Notwendigkeit, daß die Menschheit mit Milliarden schlechter Zeitungen, Schmähschriften, Schauerromane überschwemmt werde; und wenn man es nicht kann, so ist die Rodung der Urwälder nackter Frevel."

21:27 28.02.2010
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Geschrieben von

h.yuren

buchveröffentlichung 2017, KRAH - das rabentagebuch, 350 S., 8 fotos ISDN 978-3-945265-45-1; Tb. 15,-
h.yuren

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rainer-kuehn | Community
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