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ist es nicht ein schöner alter brauch, als ausdruck der freude ein feuerwerk in die nacht zu schießen?

wenn dabei einem betrunkenen zu silvester eine hand abgerissen oder die augen ausgebrannt werden, ist das ein unglücksfall, der sich leider nie ausschließen lassen wird.
wer solche bedauerlichen einzelfälle zum maß aller dinge macht, der kann dann gleich das autofahren, die jagd und vieles mehr verbieten, was den leuten freude macht. aber gottseidank haben die miesmacher nicht das sagen.

die können sich mit den ökos zusammentun, die ja immer was zu meckern haben, bestimmt auch beim feuerwerk, und auswandern nach schweden oder in die schweiz oder in die wüste. es herrscht ja freizügigkeit in europa.
dem häuflein emigranten können sich die guten menschen anschließen, die uns jedes jahr aufs neue meinen vorrechnen zu müssen, was man alles gutes hätte tun können mit den verballerten zig millionen euro.

doch wir lassen uns die gute stimmung nicht vermiesen von diesen nörglern und weltverbesserern. schon gar nicht von den letzten friedensengeln, die aus den frühen 80er jahren übrig geblieben sind und ihr fähnlein mit dem slogan "Frieden schaffen ohne Waffen" tapfer gegen den wind stemmen.
ja, schön, die etymologen mögen sagen, feuerwerk habe ursprünglich mal schießpulver, geschützmunition bedeutet; aber darum ist unsere silvesterfeier noch lange kein martialisches brauchtum, das abgeschafft gehört. am ende möchten diese besserwisser uns wohl auch noch den alkohol verbieten, damit wir immer und überall so unfröhlich und kümmerlich unser dasein fristen wie die stänkerer selbst.

die ewigen querulanten sollten sich mal ne scheibe vom duden abschneiden. der stellt nämlich schlicht fest, was da so abgeht bei einem bunten prächtigen feuerwerk:

"durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern hervorgebrachte Lichteffekte (am Nachthimmel)."

das standardwörterbuch sagt, worauf es ankommt: lichtemissionen. die beispiele betonen die freude an den funken: "ein buntes, prächtiges F.; ein F. aufsteigen lassen; Dann brannte mein Vater im Garten eigenhändig ... -e ab (Th. Mann, Krull 22); das Fest endete mit einem großen F."
eine vorbildliche auffassung!
festverpester dagegen reden bloß von den kollateraleffekten körperverletzung, schall und rauch.

20:29 27.12.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

h.yuren

buchveröffentlichung 2017, KRAH - das rabentagebuch, 350 S., 8 fotos ISDN 978-3-945265-45-1; Tb. 15,-
h.yuren

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