vergifteter kompromiss.

eu-kommission. es hat sich gezeigt, dass es keine mehrheit gibt für die zulassung des totalherbizids glyphosat. nun ist von einem kompromissvorschlag der eu-kommission die rede.
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die hersteller von glyphosat setzen alles daran, die eu-weite zulassung ihres produkts zu verlängern. doch das erweist sich als problematisch, weil eine qualifizierte mehrheit fehlt.

nun heißt es in den nachrichten, die eu-kommission habe einen kompromissverschlag unterbreitet, nach dem die neu- zulassung nicht für viele jahre gelten soll, sondern lediglich für weniger als 2 jahre.

damit gibt die eu-kommission unleugbar zu erkennen, dass ihr an der verlängerung der zulassung gelegen ist. die kommission verrät sich als partei in dem verfahren, das keine europäische zustimmung hat. die eu steht eindeutig auf der seite der chemie.

welches mandat hat die eu-kommission für dieses verhalten?

keines. ohne legitimation will die kommission ein produkt durchdrücken, dessen unbedenklichkeit in frage steht. soll das ein zeichen verantwortlichen handelns sein? es war nicht der betreiber eines labors in kleinkleckersdorf, der die gesundheitsgefährdung durch den einsatz von glyphosat behauptet hat. es waren vielmehr renommierte experten aus der ganzen welt.

und warum schimpft der nachrichtensprecher das seltsame verhalten der eu-kommission, die mangels zustimmung die nächste laufzeit der zulassung auf monate statt jahre ansetzt, einen kompromiss? das ist kein entgegenkommen, was zu einem kompromiss gehört, sondern ein durchhalten und nachlegen. in wessen interesse?

ein solches prozedere im namen der eu ist ein hinreichender grund, eu-skeptiker zu werden. gibt es noch nicht genug davon in europa? will die eu die renazionalisierung noch mehr vorantreiben? es sieht so aus.

16:49 01.06.2016
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Geschrieben von

h.yuren

buchveröffentlichung 2017, KRAH - das rabentagebuch, 350 S., 8 fotos ISDN 978-3-945265-45-1; Tb. 15,-
h.yuren

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