Wie die Versicherer Leistungen verschleppen

Versicherung Eine Berufsunfähigkeitsversicherung soll eigentlich dann zahlen, wenn Versicherte ihren Beruf nicht mehr wie gewohnt ausüben können.
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Der Grund, warum sich noch immer viele veranlasst sehen einen Zusatzschutz abzuschließen, liegt in den geringen gesetzlichen Leistungen begründet. Aber bereits beim Abschluss lauern Fallstricke wie Verbraucherschützer warnen. Die schwierigste Hürde sind dabei die Gesundheitsfragen.

Detaillierter Fragenkatalog

Vor allem bei den Gesundheitsfragen können Verbraucher eigentlich nur Fehler machen. Aber gerade diese Fehler werden vom Versicherer hart bestraft. Das Versicherungsvertragsgesetz sieht in einem solchen Fall vor, dass falsche Angaben im Antrag einer arglistigen Täuschung gleichkommen. Die Folge für den Versicherungsnehmer ist, dass der Anbieter Leistungen entsagen kann, die bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlten Beiträge gehen schlichtweg verloren.

Angaben werden erst im Leistungsfall geprüft

Erst mit Antrag auf die Berufsunfähigkeitsrente prüft die Versicherung die Antworten der Antragsformulare. Dabei können bereits kleine Fehler zur Nichtauszahlung der Leistungen führen. Im Schadensfall gibt es für die Versicherung die Möglichkeit die Diagnose des Gutachters anzuzweifeln. Das bedeutet, dass der Anbieter einen eigenen Gutachter bestellen wird. In der Regel wird dieser Fachmann eine Berufsunfähigkeit nicht diagnostizieren und dem Gesuch des Versicherten nicht stattgeben. Es empfiehlt sich die Zuhilfenahme eines Ombudsmannes. Ansonsten bleibt nur noch der Gang zum Gericht.

Prozessquote als wichtiger Indikator

Im Map-Report werden in regelmäßigen Abständen die Klagequoten im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung veröffentlicht. Die Klagequote ergibt sich als Durchschnitt der geführten Gerichtsprozesse der Versicherer und wird ins Verhältnis zu den Leistungsanträgen der Versicherungsnehmer gesetzt (Quelle). Am schlechtesten hat die Barmenia Versicherung abgeschnitten. Hier wurden im Durchschnitt 12,5 Prozesse auf 100 Leistungsanträge geführt. Bedauerlich an dieser Erhebung ist jedoch, dass die meisten Versicherungen sich diesem Vergleich nicht gestellt haben.

Tipps von Verbraucherschützern

Verbraucherorganisationen empfehlen den Antragstellern, dass sie beim Ausfüllen den Hausarzt konsultieren. Dabei sollte der angefertigte Karteiauszug verwendet werden (Quelle). Hilfreich ist auch der Leistungsspiegel der eigenen Krankenkasse. So können Versicherte das Risiko weitgehend eindämmen, die Versicherer haben kaum eine Chance die Leistungen zu verschleppen.

08:08 22.08.2013
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Geschrieben von

Habicht

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